Wohnungsleerstand: weniger Leerstand bei Hauseigentum
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Wohnungsleerstand sinkt beim Eigentum erstmals seit Langem

Auf dem Schweizer Wohnungsmarkt nimmt der Leerstand weiter zu. Allerdings nicht in allen Segmenten. Während Mietwohnungen öfters leer bleiben, zeigt sich beim Wohneigentum ein anderes Bild. Dort sank die Quote beim Wohnungsleerstand zum ersten Mal seit Jahren.

Leerstand steigt bei Mietwohnungen weiterhin deutlich an

Der Leerwohnungsbestand in der Schweiz ist im laufenden Jahr bereits zum zehnten Mal in Folge angestiegen. Das Bundesamt für Statistik berichtet von 75’323 leerstehenden Wohnungen per 1. Juni 2019. Das entspricht 1,66 Prozent des gesamten Wohnungsbestands. Allerdings fiel der Anstieg deutlich geringer aus als in den vorangegangenen Jahren.

Die Ursache für die Zunahme ist alleine den Mietwohnungen zuzurechnen. Dort ist die Leerwohnungsziffer in den vergangenen zwölf Monaten auf 2,64 Prozent angestiegen und hat sich damit innerhalb von zehn Jahren mehr als verdoppelt. Ganz anders ist die Lage beim Wohneigentum.

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Leerstand sinkt bei Eigentumswohnungen

Letzter Datenpunkt: 1. Juni 2019

Quelle: Bundesamt für Statistik, Credit Suisse

Beim Eigentum ist der Wohnungsleerstand geringer

Erstmals seit 2011 konnte bei Wohneigentum ein leichter Rückgang des Leerstands um 72 Wohnungen gemessen werden. Dieser ist auf eine sinkende Anzahl leerstehender Eigentumswohnungen zurückzuführen. Dagegen stieg der Leerstand bei Einfamilienhäusern leicht an. Diese Entwicklung lässt sich einerseits damit erklären, dass die Zahl der ausgestellten Baubewilligungen für Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser im letzten Jahr weiter sank, und zwar um jeweils mehr als 10 Prozent. Ausserdem dürften auch die gute Wirtschaftslage und die gesunkenen Hypothekarzinsen die Nachfrage nach Wohneigentum gestützt haben.

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Der Wohnungsmarkt (Eigentum) verzeichnet weniger Neubauten

Letzter Datenpunkt: Juli 2019

Quelle: Baublatt, Credit Suisse

Stadt-Land-Graben wächst beim Leerstand von Mietwohnungen und Wohneigentum an

Besonders knapp ist das Wohnungsangebot in den fünf grössten Schweizer Städten. Die Leerwohnungsziffer stagnierte dort in den vergangenen zwölf Monaten auf tiefem Niveau und liegt weiterhin bei nur 0,46 Prozent. Im Gegensatz dazu stieg der Leerstand in vielen ländlichen Gebieten und Agglomerationsgemeinden weiter an. In den schon bisher von Überangeboten betroffenen Kantonen Solothurn, Thurgau und Tessin liegt die Leerwohnungsziffer mittlerweile zum Teil bei über 3 Prozent und ist damit weit höher als der Durchschnitt. Der Stadt-Land-Graben vergrösserte sich auf dem Schweizer Wohnungsmarkt also weiter.

Wohnungsleerstand auf dem Schweizer Markt steigt weiter an

Die Leerstände auf dem Schweizer Wohnungsmarkt dürften trotz des Rückgangs bei den Baubewilligungen auch 2020 weiter ansteigen. Der Grund dafür liegt erneut bei den Mietwohnungen. Hier dürfte die Leerwohnungsziffer im nächsten Jahr weiter in Richtung der 3-Prozent-Marke steigen und sich auch mittelfristig auf einem überdurchschnittlichen Niveau einpendeln. Beim Wohneigentum dürfte die vorhandene Nachfrage das Angebot an neuen Eigenheimen trotz steigender Preise auch in den nächsten Quartalen übersteigen.

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