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«Das knappe Angebot hat es erschwert, Wohneigentum in Luzern zu finden»

Die Stadt Luzern ist nicht nur bei Touristen beliebt: Freies Wohneigentum ist hier besonders gefragt. Sina Zemp, Leiterin des Hypotheken-Centers Zentralschweiz, spricht über die Entwicklungen auf dem Immobilienmarkt Luzern und gibt ihre besten Tipps für Kaufinteressenten preis.

Frau Zemp, Sie wohnen und arbeiten in Luzern. Was schätzen Sie an dieser Wohnregion besonders?

Sina Zemp*: Ich war schon immer in der Region Luzern zu Hause. Aufgewachsen bin ich auf dem Land, seit nun 14 Jahren wohne ich aber am linken Seeufer in der Stadt. Die Region Luzern hat sehr viel zu bieten; sei es kulturell oder landschaftlich. Der See und die Nähe zu den Bergen zeichnen die Region aus. Und Luzern ist in der Schweiz sehr zentral gelegen.

Wohneigentum ist in Luzern langfristig um etwa 17 Prozent günstiger.

Sina Zemp, Leiterin des Credit Suisse Hypotheken-Centers Zentralschweiz

Kaufen ist günstiger als mieten. Das verdeutlicht die Immobilienmarktstudie 2019. Gilt das genauso für den Immobilienmarkt Luzern? 

Ja, das können wir auch in Luzern beobachten. Wohneigentum ist hier langfristig um etwa 17 Prozent günstiger als eine Wohnung oder ein Haus zur Miete. Das ist erstaunlich. Denn obwohl die Immobilienpreise in den vergangenen Jahren stets gestiegen sind, ist diese Differenz immer noch markant.

Ist Wohneigentum in der Stadt Luzern überhaupt erschwinglich?

Das knappe Angebot hat es sicherlich letzthin erschwert, Wohneigentum zu finden. Wer Eigentum erwerben möchte, zieht dazu oft in die Agglomeration. Es ist jedoch möglich, auch in der Stadt ein passendes Objekt zu finden – dann aber eine Eigentumswohnung. Beim Wunsch nach einem Einfamilienhaus ist es fast unumgänglich, auf die Agglome­rationsgebiete auszuweichen. 

Einerseits ist weniger Wohneigentum verfügbar. Andererseits ist die Zahl der Leerstände in der Schweiz in den letzten zehn Jahren gerade bei Mietwohnungen enorm gestiegen. Auch in Luzern?

In Luzern lag die Leerstandsziffer im Juni 2019 bei 1,53 Prozent und somit deutlich unter dem gesamtschweizerischen Mittel von 1,66 Prozent. Es fällt auf, dass Wohnungen mit vier oder mehr Zimmern eine deutlich geringere Ziffer aufweisen. Das beweist: Geräumige Mietwohnungen mit mehr Zimmern sind in Luzern sogar Mangelware. Man möchte heute auf grösserem Raum leben. Beispielsweise teilten sich die Kinder früher ein Zimmer, heute entspricht das nicht mehr der Norm.

Wer in Luzern ein Haus oder eine Wohnung kaufen möchte, findet Hilfe bei …

Bei allen Credit Suisse Geschäftsstellen. Diese bieten einen Immobiliencorner mit akt­u­ellen Immobilienangeboten und Bauland aus der Region. Hier können sich Interessen­ten unverbindlich informieren. Ergänzend streuen wir die Angebote innerhalb der Region über unsere Kundenberater. So können wir häufig auch zwei Parteien, also Käufer und Verkäufer, vernetzen. 

Stichwort Bauland: Wo wird in Luzern derzeit am meisten gebaut?

Die Entwicklung der Bautätigkeit ist spannend. Wir sehen grosse Differenzen zwischen der Agglomeration und den Zentren. In der Agglomeration wird tendenziell mehr gebaut, in den Grosszentren weniger. Dies führt zu einer hausgemachten Wohnungs­knappheit in den Zentren. Deshalb werden in der Agglomeration Luzern vermehrt Gebiete erschlossen, beispielsweise der Seetalplatz in Emmen oder das gesamte Matthof-Quartier in Richtung Kriens und Horw. 

Verdichtetes Bauen ist auch in Luzern ein Thema. Was setzen der Kanton und die Gemeinden für die Neueinzonung voraus?

Die jüngste Überarbeitung des Raumplanungsgesetzes verlangt, dass Bauzonen künftig optimal genutzt werden. Siedlungen sollen nach innen statt nach aussen wachsen. Das heisst, die Einzonung von zu grossen Flächen wird verhindert, während innere Reserven besser genutzt und dichter bebaut werden. 

Das Preiswachstum dürfte in den Zentren weiter zunehmen.

Sina Zemp, Leiterin des Credit Suisse Hypotheken-Centers Zentralschweiz

Luzern gehört zu den Vorreitern des digitalen Bewilligungsverfahrens für Baugesuche. Wie können Einwohner eine Baubewilligung digital anfordern?

Der Kanton Luzern bietet auf seiner Website ein Onlineformular an. Hier können Interessenten alle notwendigen Unterlagen hochladen. Der Prozess ist jedoch noch nicht vollständig digitalisiert. Das Gesetz verlangt weiterhin, dass Baugesuche physisch eingereicht werden. Trotzdem besteht so die Möglichkeit, vorgängig Anfragen zu starten und Abklärungen zu treffen. 

Abschliessend eine Einschätzung zu den Preisen: Wie dürften sich diese auf dem Immobilienmarkt Luzern künftig entwickeln?

In der Stadt dürfte sich das Angebot an Wohneigentum weiter verknappen. Daher dürfte sich das Preiswachstum in den Zentren fortsetzen. In den Agglomerationen bewegen wir uns auf ein Überangebot an Mietwohnungen zu. Dies dürfte längerfristig zu sinkenden Mietpreisen führen. Auf dem Land erwarten wir tendenziell weder eine Auf- noch eine Abwertung, sondern gleichbleibende Preise. Das ist zuletzt aber immer von der Erschliessung und der Infrastruktur des Ortes abhängig.

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