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Libor-Hypothek oder Festhypothek – die Qual der Wahl

Die Hypothekarzinsen steigen langsam wieder. Immobilienbesitzer sollten sich deswegen frühzeitig überlegen, welche Hypothek sie künftig wählen: Libor-Hypothek oder Festhypothek? Dabei sind finanzielle Aspekte, aber auch persönliche Bedürfnisse und Präfenzen zu berücksichtigen.

Zinsen von Festhypotheken steigen

Die Schweizer Wirtschaft läuft rund. Die Ökonomen der Credit Suisse rechnen für 2018 mit einem Wirtschaftswachstum von 2,2 Prozent. Freundlich präsentiert sich bis anhin auch die Inflation. Langfristig erwartet die Schweizerische Nationalbank aber, dass die Teuerung über ihr Inflationsziel hinaus ansteigt. Eine Straffung der Geldpolitik rückt deshalb näher.

Im März 2019 erwarten wir unter diesen Umständen einen ersten Anstieg der Leitzinsen der Schweizerischen Nationalbank von –0,75 Prozent auf –0,5 Prozent. Das hat unterschiedliche Auswirkungen auf den Hypothekarzins. Während der Zins von Libor-Hypotheken bei einer solchen Erhöhung vorerst noch stagnieren dürfte, wird jener von Festhypotheken weiter ansteigen. Wir gehen von einer zusätzlichen Erhöhung um 30 bis 50 Basispunkte aus.

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Erster Leitzinsanstieg zeichnet sich für 2019 ab

Hypothekarzinsen mit Prognose (2. Quartal 2018) über drei, sechs und zwölf Monate
Quelle: Credit Suisse
Historische Wertentwicklungen und Finanzmarktszenarien sind keine verlässlichen Indikatoren für zukünftige Ergebnisse.

Libor-Hypothek ist meist günstiger als Festhypothek

Auch wenn die Zinssätze der Festhypotheken trotz Anstieg im historischen Kontext tief bleiben, sollten sich Immobilienbesitzer bereits jetzt Gedanken darüber machen, auf welches Hypothekarmodell sie künftig setzen möchten: Libor-Hypothek oder Festhypothek.                     

Finanziell betrachtet zeigt ein Blick zurück, dass Festhypotheken mit wenigen Ausnahmen über ihre gesamte Laufzeit teurer ausfallen als eine Libor-Hypothek. Nur zwischen 1986 und Ende 1989 sowie kurzzeitig 2004 bzw. 2005 wäre beispielsweise eine 5‑jährige Festhypothek günstiger gewesen als eine Libor-Hypothek. Eine 10-jährige Festhypothek hätte sich gar lediglich Ende der Achtzigerjahre gelohnt.

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Libor-Hypotheken sind zumeist günstiger

Perioden, in denen eine 5-jährige Fix-Hypothek über die gesamte Laufzeit günstiger war als eine Libor-Hypothek
Quelle: Credit Suisse, Datastream
Historische Wertentwicklungen und Finanzmarktszenarien sind keine verlässlichen Indikatoren für zukünftige Ergebnisse.

Unsere Einschätzung zum Anstieg der Hypothekarzinsen

Erfahren Sie von Fredy Hasenmaile, Leiter Immobilienanalyse bei der Credit Suisse, wieso sich ein Wechsel zur Festhypothek jetzt lohnen könnte.

Wechsel von Libor-Hypothek zur Festhypothek

Rein finanziell lohnt sich eine Festhypothek also in den seltensten Fällen. Dennoch hat sie ihre Berechtigung – insbesondere in Situationen, in denen Zinsen innert kurzer Zeit ansteigen, wie das Ende der Achtzigerjahre der Fall war. Immobilienbesitzer mit einer variablen Hypothek – die damals das am häufigsten gewählte Produkt war – mussten innert kürzester Zeit massiv höhere Zinsen von beinahe 8 Prozent zahlen. Nicht jeder Immobilienbesitzer ist bereit, derart schnelle und starke Zinsanstiege in Kauf zu nehmen.

Festhypotheken können unter diesem Aspekt als Versicherungsprodukt betrachtet werden. Sie bieten Absicherung, verlangen dafür aber eine Prämie. Gerade in der heutigen Situation mit historisch tiefer Prämie für eine 10-jährige Festhypothek kann es Sinn machen, die Libor-Hypothek durch eine Festhypothek abzulösen. Allerdings sollte ein Wechsel nicht hinausgeschoben werden, denn die Zinssätze von Festhypotheken dürften weiter steigen. Die Differenz zwischen Libor-Hypothek und Festhypothek wird damit stetig grösser.

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Allfälligen Wechsel in eine Fix-Hypothek nicht zu lange aufschieben

Quelle: Credit Suisse
Historische Wertentwicklungen und Finanzmarktszenarien sind keine verlässlichen Indikatoren für zukünftige Ergebnisse.

Bei der Produktwahl sind die persönlichen Bedürfnisse entscheidend

Die Wahl einer Hypothek hängt nicht nur von finanziellen Aspekten ab. Ebenso wichtig sind persönliche Bedürfnisse und Präferenzen. Ein schneller Anstieg der variablen Hypothekarzinsen kann Nerven kosten. Relevant für die persönliche Strategie sind zudem die eigenen Erwartungen an die Zinsentwicklung.

Oft ist es sinnvoll, verschiedene Hypotheken und Laufzeiten zu kombinieren, um einen optimalen Mix zwischen Flexibilität und Sicherheit zu erhalten. Das Gespräch mit einem Hypotheken-Experten kann dabei helfen, die persönlichen Bedürfnisse und die Anforderungen an die Hypothek zu klären.

Libor-Hypothek oder Festhypothek

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