Rocco Baldinger, Credit Suisse: Das Führen von mehreren Säule-3a-Konten kann steuerlich sinnvoll sein.
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Mehrere Säule-3a-Konten führen und dadurch gegebenenfalls Steuern sparen

Wer seine Vorsorgegelder auf verschiedene 3a-Konten einzahlt, kann in vielen Kantonen Steuern sparen, weil so die Auszahlung gestaffelt über mehrere Jahre erfolgen kann. Wir zeigen auf, wie viele Konten sinnvoll sind und in welchem Zeitrahmen der Bezug stattfinden darf.

3a-Konten müssen vollständig bezogen werden

Ein 3. Säule Vorsorgekonto kann im Alter jeweils nur vollständig bezogen werden – es sind keine Teilbezüge möglich. Wer also die gesamten 3a-Einzahlungen auf einem einzigen Konto anspart, muss den vollständigen Betrag in einem Jahr beziehen.

Steuerprogression brechen

Die ausgezahlten Vorsorgegelder werden zwar getrennt vom übrigen Einkommen zu einem reduzierten Satz besteuert, in vielen Kantonen gestaltet sich diese Steuerbelastung jedoch progressiv, gemessen an der Höhe des Bezugs. Je grösser das bezogene Guthaben, desto höher fällt der Steuersatz und damit die zu entrichtende Steuer aus.

Die Lösung: mehrere 3a-Konten

Weil die Auszahlung eines grossen Vorsorgebetrags zu höheren Steuern führen kann, lohnt es sich, mehrere 3a-Konten zu besitzen: Wer seine 3a-Gelder schon während der Erwerbsphase auf mehrere Konten einzahlt, profitiert zum Zeitpunkt der Pensionierung von der Möglichkeit eines gestaffelten Bezugs. Das heisst, die 3a-Gelder werden über mehrere Jahre verteilt bezogen und besteuert.

Vor dem Pensionierungszeitpunkt spielt die Anzahl der 3a-Konten steuerlich keine Rolle – ob jemand in die 3. Säule einzahlt hingegen schon. Durch die 3a-Einzahlungen lassen sich gleich mehrfach Steuern sparen.

Vorsicht bei gleichzeitigem Kapitalbezug der Pensionskassen-Gelder

Kapitalbezüge aus der Pensionskasse werden, genau wie die 3a-Gelder, ebenfalls zu einem reduzierten Satz besteuert.  Werden die 3a-Gelder und Kapital aus der 2. Säule im gleichen Jahr bezogen, so werden diese Vorsorgeleistungen gemeinsam besteuert, was zu einer wesentlich höheren Steuerprogression führen kann. Dasselbe gilt für Vorsorgegelder aus Freizügigkeitskonten.

Steuerersparnis: 33’151 Franken

Die Person in unserem Rechenbeispiel möchte sich zum Zeitpunkt der Pensionierung ihre Gelder aus der Säule 3a auszahlen lassen. Ebenso will sie ihr Pensionskassenguthaben als Kapital beziehen. Im links dargestellten Szenario besitzt sie nur ein 3a‑Konto. Lässt sie sich dieses zusammen mit dem Kapital aus der Pensionskasse im selben Jahr auszahlen, führt dies zu einer Steuerbelastung von 77’500 Franken. Das besser geplante Szenario ist das rechts dargestellte: Dieselbe Person besitzt nun zwei 3a-Konten und lässt sich dieses Guthaben sowie das Kapital der 2. Säule gestaffelt über drei Jahre auszahlen. So spart sie Steuern in Höhe von 33’151 Franken.

Im Rechenbeispiel wird von einer verheirateten Person mit reformierter Konfession und Wohnsitz in der Stadt Zürich ausgegangen. Die Zahlen ergeben sich basierend auf den Steuersätzen von 2018. Nur für illustrative Zwecke. Die steuerliche Behandlung hängt von den individuellen Umständen des einzelnen Kunden ab und kann sich im Lauf der Zeit ändern.

Quelle: Credit Suisse

Die ideale Anzahl bei mehreren 3a-Konten

Welches die ideale Anzahl von 3a-Konten ist, kann nicht pauschal gesagt werden. Einfluss hat die Höhe des Guthabens, das jemand während seiner Erwerbstätigkeit anspart, aber ebenso sind der Wohnort und der Zivilstand relevant. Ab einem Vorsorgeguthaben von CHF 40’000 kann es sich jedoch lohnen, ein weiteres 3. Säule Vorsorgekonto zu eröffnen.

In den meisten Fällen sind zwei bis drei 3a-Konten pro Person eine gute Lösung. Weil die Steuerpraxis allerdings von Kanton zu Kanton variiert, empfiehlt es sich, die persönliche Situation frühzeitig zu prüfen. Suchen Sie das Gespräch mit einem Experten oder testen Sie mit unserem Vorsorge-Rechner mit wenigen Klicks, welche Anzahl an 3a-Konten für Sie ideal ist und mit welcher Staffelung der Bezüge Sie wie viel Steuern sparen können. Beschränkungen für eine maximal zulässige Anzahl an 3a-Konten gibt es übrigens nicht.

Mehrere Säule-3a-Konten: Wann eröffnen?

Wichtig zu wissen: Bereits in ein Säule-3a-Konto eingezahlte Gelder können nicht auf ein zweites 3a-Konto transferiert werden, denn 3a-Sparen bedeutet gebundene Vorsorge. Mit wenigen Ausnahmen (beispielsweise der Wohneigentumsförderung) können die Gelder erst kurz vor der Pensionierung bezogen werden. Wer also von den steuerlichen Vorteilen mehrerer 3a‑Konten profitieren möchte, muss sich frühzeitig darum kümmern. Nur so können während der Erwerbsphase mehrere 3a-Konten parallel durch Einzahlungen gefüllt werden. Es kann sich ab einem Vorsorgeguthaben von CHF 40’000 lohnen, ein weiteres 3. Säule Vorsorgekonto zu eröffnen. Die Vorsorgeexperten der Bank wissen genau, wann ein zusätzliches 3. Säule Vorsorgekonto empfehlenswert ist.

Säule-3a-Bezüge: frühester und spätester Zeitpunkt

Im Rahmen der ordentlichen Pensionierung können die Gelder der Säule 3a ab fünf Jahre vor Erreichen des gesetzlichen Rentenalters bezogen werden: bei Frauen also frühestens mit 59 Jahren, bei Männern ab 60 Jahren. Den spätesten Zeitpunkt stellt das Jahr der ordentlichen Pensionierung dar, es sei denn, jemand arbeitet länger: Frauen, die über ihr 64. Altersjahr hinaus arbeiten, und Männer, die länger als bis zu ihrem 65. Lebensjahr einem bezahlten Erwerb nachgehen, können sich ihre Säule-3a-Gelder bis zu fünf Jahre später auszahlen lassen – Frauen also mit 69 und Männer mit 70 Jahren.

Mit mehreren 3a-Konten Steuern sparen

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