AHV 21: Das sind die wichtigsten Änderungen
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Reform AHV 21: die wichtigsten Änderungen im Vergleich zu heute

Mit der Reform AHV 21 will der Bundesrat die 1. Säule bis zum Jahr 2030 sichern. Dabei kommt er den Versicherten mit einem flexibleren Eintritt ins Rentenalter entgegen. Zudem setzt der Bundesrat Anreize für eine längere Erwerbstätigkeit. Finanziert wird die Reform durch die Angleichung des Rentenalters der Frauen an jenes der Männer und eine Erhöhung der Mehrwertsteuer.

Seit 2014 befinden sich die Einnahmen und Ausgaben der AHV nicht mehr im Gleichgewicht. Das Stimmvolk ist sich der Dringlichkeit einer Reform bewusst. Dennoch stiess die Vorlage Altersvorsorge 2020 vor zwei Jahren auf Ablehnung. Der Bundesrat reagierte umgehend auf das Volks-Nein und verabschiedete im Sommer 2019 die Botschaft zur Reform AHV 21.

Die wichtigsten Ziele der Reform AHV 21

Mit der Reform AHV 21 verfolgt der Bundesrat zwei wichtige Ziele:
    1. Das Niveau der Renten soll gehalten werden.
    2. Die Finanzierung der AHV soll bis 2030 gesichert werden.

Das sind die wichtigsten Änderungen durch die Reform AHV 21

    1. Das Referenzalter (bisher Rentenalter) der Frauen soll von 64 auf 65 Jahre schrittweise erhöht werden. Dies gilt für die 1. wie für die 2. Säule. Frauen der Jahrgänge 1959 bis 1967 sind von der Anhebung des Rentenalters besonders betroffen, weil sie bei einer Annahme der Reform kurz vor der Pensionierung stehen. Für sie wurden deshalb Ausgleichsmassnahmen beschlossen: Bei einem vorzeitigen Bezug werden die Renten dieser Jahrgänge weniger stark gekürzt als bei einem normalen Rentenvorbezug.

    2. Der Zeitpunkt des Rentenbezugs ist flexibler wählbar. Beide Geschlechter könnten ihre Rente frühestens ab 62 und spätestens mit 70 Jahren beziehen. Zudem kann der Rentenbezug neu schrittweise erfolgen. Dies einerseits, indem die Erwerbstätigkeit reduziert und die Rente nur teilweise vorbezogen oder aufgeschoben wird. Andererseits kann der Renteneintritt neu auch in Monats- statt in Jahresschritten erfolgen.

    3. Eine Arbeitstätigkeit über das Referenzalter von 65 Jahren hinaus kann den persönlichen Rentenbetrag erhöhen und setzt dadurch Anreize für eine längere Erwerbstätigkeit. Zwar gilt weiterhin ein Freibetrag von monatlich CHF 1’400. Doch während bisher alle darüber hinaus bezahlten Beiträge nicht mehr für die Rentenberechnung genutzt wurden, sieht die Reform AHV 21 Möglichkeiten zur Rentenverbesserung vor: Beitragslücken lassen sich auf diese Weise schliessen und das durchschnittliche Jahreseinkommen, auf dem die AHV-Berechnung basiert, erhöht sich.

So soll die Reform AHV 21 finanziert werden

• Erhöhung der Mehrwertsteuer um 0,7 Prozentpunkte von 7,7 % auf 8,4 %.
• Erhöhung des Referenzalters der Frauen von 64 auf 65 Jahre.

Derzeit liegt die Reform AHV 21 beim Parlament. Für die Änderung der Mehrwertsteuer ist eine Volksabstimmung zwingend. Die Gesetzesrevision unterliegt nach der Verabschiedung durch das Parlament dem fakultativen Referendum. Es ist anzunehmen, dass es auch hier zu einer Volksabstimmung kommen wird.

Der Bundesrat möchte, dass die Reform AHV 21 am 1. Januar 2022 in Kraft tritt. Ob dieser Termin eingehalten werden kann, hängt von der Behandlung des Geschäfts im Parlament sowie von den Terminen und dem Ausgang der Volksabstimmungen ab.

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