AHV 21: Das sind die wichtigsten Änderungen
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Reform AHV 21: die wichtigsten Änderungen im Vergleich zu heute

Mit der Reform AHV 21 will der Bundesrat die 1. Säule bis zum Jahr 2030 sichern. Dabei kommt er den Versicherten mit einem flexibleren Eintritt ins Rentenalter entgegen. Zudem setzt der Bundesrat Anreize für eine längere Erwerbstätigkeit. Finanziert wird die Reform durch die Angleichung des Rentenalters der Frauen an jenes der Männer und eine Erhöhung der Mehrwertsteuer.

Finanzierungslücke im AHV-Fonds wächst

Seit 2014 befinden sich die Einnahmen und Ausgaben der AHV nicht mehr im Gleichgewicht. Die Finanzierungslücke des AHV-Fonds wird seither immer grösser. Im Jahr 2019 betrug das Umlagedefizit 1,17 Milliarden Schweizer Franken. Das Stimmvolk ist sich der Dringlichkeit einer Reform bewusst. Dennoch stiess die Vorlage «Altersvorsorge 2020» im Jahr 2017 auf Ablehnung. Der Bundesrat reagierte umgehend auf das Volks-Nein und verabschiedete im Sommer 2019 die Botschaft zur Reform AHV 21, die vom Parlament sowie vom Volk noch gutgeheissen werden muss. Die Behandlung des Geschäfts im Parlament wurde im Dezember 2021 abgeschlossen, das Referendum gegen die Vorlage ist bereits zustande gekommen. Wird die Vorlage in der Abstimmung angenommen, könnte sie frühestens Anfang 2023 in Kraft treten.

Finanzielle Entwicklung des AHV-Fonds mit und ohne Reform AHV 21

Finanzielle Entwicklung des AHV-Fonds mit und ohne Reform AHV 21

Quelle: Bundesamt für Sozialversicherungen, Credit Suisse

Die wichtigsten Ziele der Reform AHV 21

Mit der Reform AHV 21 verfolgt der Bundesrat zwei wichtige Ziele:
    1. Das Niveau der AHV-Renten zu halten.
    2. Das finanzielle Gleichgewicht der AHV bis 2030 zu sichern.

Das sind die wichtigsten Änderungen durch die Reform AHV 21

    1. Das Referenzalter (bisher Rentenalter) der Frauen soll von 64 auf 65 Jahre erhöht werden. Dies gilt für die erste wie für die zweite Säule. Konkret soll das Referenzalter nach dem Inkrafttreten der Reform etappenweise um drei Monate pro Jahr angehoben werden. Weil Frauen, die kurz vor der Pensionierung stehen, bei einer Annahme besonders betroffen sind, hat man für neun Jahrgänge der Übergangsgeneration Ausgleichsmassnahmen in Form von lebenslangen Rentenzuschlägen vorgesehen.

    2. Der Zeitpunkt des Rentenbezugs ist flexibler wählbar. Beide Geschlechter könnten ihre Rente frühestens ab 63 und spätestens mit 70 Jahren beziehen. Zudem kann der Rentenbezug neu schrittweise erfolgen. Dies einerseits, indem die Erwerbstätigkeit reduziert und die Rente nur teilweise vorbezogen oder aufgeschoben wird. Andererseits kann der Renteneintritt neu auch in Monats- statt in Jahresschritten erfolgen.

    3. Eine Arbeitstätigkeit über das Referenzalter von 65 Jahren hinaus kann den persönlichen Rentenbetrag erhöhen und setzt dadurch Anreize für eine längere Erwerbstätigkeit. Ein Freibetrag von monatlich 1’400 Schweizer Franken soll weiterhin gelten, auf freiwilliger Basis. Doch während bisher alle darüber hinaus bezahlten Beiträge nicht mehr für die Rentenberechnung genutzt wurden, sieht die Reform AHV 21 Möglichkeiten zur Rentenverbesserung vor: Beitragslücken lassen sich auf diese Weise schliessen und das durchschnittliche Jahreseinkommen, auf dem die AHV-Berechnung basiert, erhöht sich.

So soll die Reform AHV 21 finanziert werden

• Zeitlich unbegrenzte Erhöhung der Mehrwertsteuer um 0,4 Prozentpunkte
• Erhöhung des Referenzalters der Frauen von 64 auf 65 Jahre.

Die Reform AHV 21 wurde am 17.12.2021 vom Parlament verabschiedet. Für die Änderung der Mehrwertsteuer ist eine Volksabstimmung zwingend. Die Gesetzesrevision unterliegt dem fakultativen Referendum, das ergriffen wurde. Weil die notwendigen Unterschriften gesammelt wurden, kommt es auch hier zu einer Volksabstimmung. Die Reform tritt nur in Kraft, wenn das Stimmvolk beide Vorlagen annimmt.

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