Retirement provision is important.
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Altersvorsorge – das müssen Sie wissen

Die Vorsorge in der Schweiz basiert auf drei Säulen: staatliche Vorsorge (AHV), berufliche Vorsorge (BVG) und private Vorsorge. Das Drei-Säulen-Prinzip wurde 1972 in der Bundesverfassung verankert und gewährt allen in der Schweiz lebenden Personen einen umfangreichen Versicherungsschutz bei Alter, Tod und Invalidität.

Die Schweizer Vorsorge wird von drei Säulen getragen. Das Drei-Säulen-Prinzip ist in der Bundesverfassung (Art. 111) verankert und hat zum Ziel, den gewohnten Lebensstandard im Alter, bei Invalidität und im Todesfall für sich oder die Hinterbliebenen aufrechtzuerhalten. Säule 1 sichert die Existenz. Säule 2 sichert den gewohnten Lebensstandard. Säule 3 schliesst die Lücken der Säulen 1 und 2.

Der Grundstein wurde vor fast 70 Jahren gelegt

Der Grundstein für die Vorsorge in der Schweiz wurde am 1. Januar 1948 mit der Einführung der AHV gelegt. Aufgrund der beiden Weltkriege waren viele Männer arbeitslos, arbeitsunfähig oder verstorben, und zahlreiche Familien gerieten in grosse Not. Aus diesem Grund entwickelte das Parlament die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV). Sie wurde 1960 mit der Invalidenversicherung (IV) und 1966 mit den Ergänzungsleistungen (EL) vervollständigt. Das Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG) trat am 1. Januar 1985 in Kraft.

Erfahren Sie mehr über die einzelnen Bausteine, aus denen das Schweizer «Vorsorge-Haus» besteht. Klicken Sie auf die entsprechenden Pfeile in der untenstehenden Grafik.

Drei-Säulen-Prinzip
1.
Säule
Staatliche
Vorsorge
2.
Säule
Berufliche
Vorsorge
3.
Säule
Private
Vorsorge
Staatliche Vorsorge
Sicherung der Existenz Die 1. Säule (staatliche Vorsorge) hat zum Ziel, den Existenzbedarf von Rentnern, Invaliden und Hinterlassenen zu decken. Sie bildet die Basis des schweizerischen Drei-Säulen-Prinzips und erbringt Leistungen im Alter, bei Invalidität und im Todesfall. Die staatliche Vorsorge besteht aus der Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV), der Invalidenversicherung (IV) und den Ergänzungsleistungen (EL). Sie ist für alle in der Schweiz wohnhaften oder erwerbstätigen Personen obligatorisch.
AHV
IV
EL
Alters- und Hinterlassenenversicherung Grundsätzlich müssen alle Personen, die in der AHV versichert sind, Beiträge zahlen – sowohl erwerbstätige wie nicht erwerbstätige Personen. Die Beiträge werden vom Arbeitgeber direkt vom Lohn abgezogen und an die Ausgleichskasse überwiesen. Nichterwerbstätige und Selbstständigerwerbende müssen sich selbst bei der Ausgleichskasse melden. Die minimale AHV-Rente beträgt CHF 14’220. Die maximale AHV-Rente liegt bei CHF 28’440 für Alleinstehende und CHF 42’660 für Ehepaare.
Invalidenversicherung Wie die AHV, ist auch die Invalidenversicherung obligatorisch. Sie unterstützt invalide Personen mit Eingliederungsmassnahmen und Geldzahlungen, um ihre Existenzgrundlage zu sichern. Grundsätzlich ist jede Person, die in der Schweiz wohnt oder erwerbstätig ist, dafür versichert.
Ergänzungsleistungen Die Ergänzungsleistungen zur AHV und IV kommen immer dann zum Zug, wenn die Renten und das Einkommen die minimalen Lebenskosten nicht zu decken vermögen. EL sind ein rechtlicher Anspruch und nicht mit Fürsorge oder Sozialhilfe zu verwechseln.
Berufliche Vorsorge
Sicherung des gewohnten Lebensstandards Weil die 1. Säule lediglich das Existenzminimum sichert, führte die Schweiz am 1. Januar 1985 das Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG) ein. AHV (1. Säule) und BVG (2. Säule) sollen zusammen 60% des letzten Lohns ausmachen. Das Gesetz legt das Minimum fest. Dieses wird als «obligatorische berufliche Vorsorge» bezeichnet. Die Pensionskassen können zusätzliche Leistungen anbieten. Diese werden als «überobligatorische Vorsorge» bezeichnet.
BVG
 
Überobligatorische
BVG
Obligatorische berufliche Vorsorge Die berufliche Vorsorge ist für Arbeitnehmer in der Schweiz ab einem Jahreslohn von CHF 21’330 gesetzlich vorgeschrieben: Arbeitgeber und Arbeitnehmer müssen – wie bei der AHV – gemeinsam in die 2. Säule einzahlen. Mit dem Geld wird auf der einen Seite Alterskapital angespart. Auf der anderen Seite werden damit Invalidität und Hinterbliebene abgesichert. Selbstständigerwerbende haben die Möglichkeit, sich freiwillig einer Vorsorgestiftung anzuschliessen. Nichterwerbstätige haben diese Möglichkeit nicht.
Überobligatorische berufliche Vorsorge Der Maximallohn, der über die obligatorische berufliche Vorsorge versichert werden kann, beträgt zurzeit CHF 85’320. Darüber hinaus können die Pensionskassen weitere Leistungen versichern. Im Unterschied zur obligatorischen beruflichen Vorsorge, bei der das Gesetz einen Mindestzins garantiert, sind die Pensionskassen bei der Verzinsung der überobligatorischen Vorsorge frei.
Private Vorsorge
Schliessung von Lücken Die Leistungen der 1. und der 2. Säule (Obligatorium) decken im Alter zwischen 60% und 70% des bisherigen Einkommens – allerdings nur bis zu einer Höhe von CHF 85'320. Die 3. Säule bietet die Möglichkeit, Lücken der 1. und 2. Säule individuell zu schliessen und so den Ruhestand ohne finanzielle Sorgen zu geniessen. Dabei unterscheidet man zwischen der Säule 3a und der Säule 3b.
Säule 3a
Säule 3b
Gebundene Vorsorge Die Säule 3a dient der freiwilligen, individuellen Vorsorge und steht nur Personen mit AHV-pflichtigem Erwerbseinkommen offen. Sie wird vom Staat in besonderer Weise steuerlich begünstigt. Einzahlungen in die Säule 3a können bis zum jährlichen Maximalbetrag vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden. Die Vorsorgegelder der Säule 3a können nur in bestimmten, gesetzlich festgelegten Fällen wie beispielsweise für selbst genutztes Wohneigentum vorzeitig bezogen werden.
Freie Vorsorge Die Säule 3b umfasst alle privaten Ersparnisse, die nicht in der Säule 3a enthalten sind. Dazu gehören zum Beispiel Sparkonto, Fonds und Wohneigentum. Die Säule 3b wird in der Regel von keinen staatlichen Auflagen beeinflusst. Sie wird deshalb auch «freie Vorsorge» genannt. Im Unterschied zur Säule 3a ergeben sich bei der Säule 3b (mit wenigen Ausnahmen) keine Steuervorteile.