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Was Sie über die 3. Säule wissen müssen

Was genau ist die 3. Säule? Welchen Maximalbetrag dürfen Erwerbstätige im Jahr 2019 einzahlen? Wo und wie kann man Alterskapital freiwillig ansparen? Und ab wann respektive unter welchen Bedingungen darf man sein Geld aus der privaten Vorsorge beziehen? Das sind die wichtigsten Fakten zur 3. Säule.

In der Schweiz basiert die Altersvorsorge auf dem 3-Säulen-Prinzip. Es setzt sich aus der 1. Säule (AHV, staatliche Vorsorge), der 2. Säule (BVG, berufliche Vorsorge) und der 3. Säule (freiwillige private Vorsorge) zusammen. Häufig genügen die 1. und die 2. Säule nicht, um nach der Pensionierung den gewohnten Lebensstandard beizubehalten. Denn die Rente deckt lediglich rund 60 % des letzten BVG-pflichtigen Einkommens ab. Darum lohnt es sich, frühzeitig in die 3. Säule zu investieren und das Vorsorgevermögen aufzubauen. Gleichzeitig kann man so Jahr für Jahr Steuern sparen und von weiteren Vorteilen profitieren.

Säule 3a und 3b

Die 3. Säule ergänzt die Leistungen aus der 1. Säule und der 2. Säule. Als private Vorsorge hilft die 3. Säule mit, Vorsorgelücken zu schliessen und so das Leben nach der Pensionierung geniessen zu können.

Gebundene Vorsorge: In der Säule 3a liegt der gebundene Teil der privaten Vorsorge. Auf dieses Geld kann man in der Regel nicht vor der Pensionierung zugreifen. Einzahlungen in die Säule 3a lassen sich bis zu einem bestimmten Maximalbetrag vom steuerbaren Einkommen abziehen. Zudem fallen während der Laufzeit keine Verrechnungs- und Vermögenssteuern an. Und bei der Auszahlung wird das Vorsorgekapital getrennt vom übrigen Einkommen versteuert – zu einem reduzierten Steuersatz. Von der Säule 3a profitieren nur Personen mit einem AHV-pflichtigen Erwerbseinkommen.

Freie Vorsorge: Zur Säule 3b gehört der ungebundene Teil der privaten Vorsorge zur Vermögensbildung und Risikoabsicherung. Dazu gehören etwa Ersparnisse auf Sparkonten, Investitionen in Wertschriften und Lebensversicherungen. Diese können aber grundsätzlich nicht vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden.

3. Säule Vorsorgekonto

Wer ein 3. Säule Vorsorgekonto eröffnet und regelmässig einzahlt, sichert sich fürs Alter finanziell besser ab und kann sich auf ein sorgenfreies Leben nach der Pensionierung freuen. Mit einem 3. Säule Vorsorgekonto profitiert man von einem Vorzugszins, von mehrfachen Steuervorteilen und von einer spesenfreien Kontoführung. Mit einem Vorsorgekonto geht man kaum Risiken ein. Darum eignet es sich besonders für sehr auf Sicherheit bedachte Vorsorgenehmer.

3. Säule Vorsorgedepot

Ein 3. Säule Vorsorgedepot investiert in verschiedene Wertschriftenlösungen. So profitiert man von langfristig attraktiven Renditechancen und denselben Steuervorteilen wie beim Vorsorgekonto. Ein 3. Säule Vorsorgedepot kann man individuell ans eigene Risikoprofil und den gewünschten Anlagehorizont angepasst aus mehreren Anlagegruppen auswählen. So lassen sich Schwankungen an den Aktienmärkten längerfristig ausgleichen. Zudem fallen bei Vorsorgedepots neben der Pauschalgebühr in der Regel keine zusätzlichen Depotgebühren, Ausgabe- oder Rücknahmekommissionen an.

Maximalbeträge für die Säule 3a

Für das Jahr 2019 gelten folgende Maximalbeträge: Erwerbstätige, die einer Pensionskasse angeschlossen sind, dürfen maximal CHF 6’826 einzahlen. Für Erwerbstätige ohne Pensionskasse beträgt der Maximalbeitrag 20 % des Nettoerwerbseinkommens, höchstens aber CHF 34’128.

Steuerersparnis

Unabhängig davon, ob man mit einem 3. Säule Vorsorgekonto oder mit einem 3. Säule Vorsorgedepot Geld fürs Alter anspart: Die Steuervorteile bleiben dieselben.

  • Jährliche Spareinlagen lassen sich bis zum gesetzlichen Maximalbeitrag zu 100 % vom steuerbaren Einkommen abziehen.
  • Während der Vorsorgedauer fallen keine Vermögens-, Einkommens- und Verrechnungssteuern an.
  • Wird das Kapital ausbezahlt, ist es nur zu einem reduzierten Satz und getrennt vom übrigen Einkommen steuerpflichtig.

Beispiel 1: Ein lediger, reformierter Mann aus Zürich mit einem steuerbaren Einkommen von CHF 120‘000 muss ohne Beitrag an die 3. Säule mit Steuern von CHF 23‘449 rechnen (Steuersatz 2018, Stadt Zürich). Zahlt er den Maximalbetrag 2019 für die Säule 3a von CHF 6‘826 ein, beträgt die Steuerbelastung CHF 21‘261, er spart also CHF 2‘188.

Beispiel 2: Ein Ehepaar aus Luzern (Konfession: Christkatholisch) mit einem steuerbaren Einkommen von CHF 160‘000 bezahlt ohne Beitrag an die 3. Säule CHF 32‘161 Steuern (Steuersatz 2018, Stadt Luzern). Zahlen beide Eheleute den Maximalbetrag 2019 von CHF 6‘826 in die Säule 3a ein, beträgt die Steuerbelastung CHF 27‘441. Damit sparen sie CHF 4‘720.

Eröffnung

Grundsätzlich können Erwerbstätige mehrere 3a-Konten für ihre private Vorsorge eröffnen. Weil Teilbezüge der 3a-Guthaben zum Zeitpunkt der Pensionierung nicht möglich sind, empfiehlt es sich, die Vorsorgegelder gestaffelt in verschiedenen Jahren zu beziehen. So lassen sich erheblich Steuern sparen. Vor allem Ehepaare sollten Kapitalleistungen aus der 3. Säule nicht im gleichen Jahr beziehen, da sie sonst zusammengezählt werden (Steuerprogression). Die Handhabung in den Kantonen kann aber variieren. Es empfiehlt sich, die persönliche Situation beim zuständigen Steueramt abzuklären. Am meisten profitieren jene von der privaten Vorsorge, die möglichst früh mit dem Einzahlen beginnen. Dann kommt der Zinseszinseffekt zum Tragen, der den Betrag, der am Ende ausbezahlt wird, merklich erhöht.  

Bezugsmöglichkeiten

Fall 1: Obwohl Vorsorgegelder für die Zeit nach der Pensionierung gedacht sind, beziehen viele schon vorher einen Teil ihres Altersguthabens. Auf die Gelder der Säule 3a kann man nur unter gewissen Voraussetzungen zugreifen:

  • Man erwirbt Wohneigentum für den Eigenbedarf.
  • Man amortisiert eine Hypothek von selbst genutztem Wohneigentum.
  • Man macht sich selbstständig.
  • Man ist bereits selbstständig und wechselt die Branche.
  • Man wandert aus und verlässt die Schweiz endgültig.
  • Man kauft sich in eine Pensionskasse ein.
  • Man bezieht eine volle Invalidenrente.

Fall 2: Regulär beziehen kann man das Geld aus der Säule 3a, wenn man das AHV-Rentenalter erreicht. Auch frühestens fünf Jahre vorher ist das bereits möglich.

Fall 3: Wer das AHV-Rentenalter erreicht hat und trotzdem weiterarbeitet, kann den Bezug bis zu 5 Jahre hinausschieben und weiterhin einzahlen. Sind mehrere Vorsorgekonten vorhanden, profitiert man – je nach Wohnkanton – von zusätzlicher Flexibilität.