Sparen für die Säule 3a
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Fakten und Wunschdenken zur Säule 3a

Das Schweizer Vorsorgesystem droht ohne Reformen in Schieflage zu geraten. Die im Bundesparlament teils hitzig geführte Debatte im Zuge der Rentenreform 2020 wird zwischenzeitlich auch an Schweizer Stammtischen thematisiert. Nichtsdestotrotz, wenn es um die persönliche Vorsorge geht, vernebelt uns die rosarote Brille ganz kräftig den Blick.

Erstmals übertrifft die Zahl der Rentnerinnen und Rentner jene der jungen Menschen unter 20 Jahren. Die Schweiz wird immer älter, das Finanzierungsproblem unserer Vorsorgesysteme immer akuter, aber den Teufel an die Wand malen wollen Herr und Frau Schweizer nicht. So «rechnen» zwei Drittel der Bevölkerung damit, dass sie im Pensionsalter mehr als 71 Prozent ihres aktuellen Lohnes erhalten werden. Äusserst optimistisch erwartet die Hälfte davon im Alter sogar mehr als 90 Prozent ihres derzeitigen Lohnes. Fakt aber ist: AHV und Pensionskasse decken bestenfalls bloss ca. 60 bis 70 Prozent des letzten Salärs vor der Pensionierung.

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Nur rund die Hälfte nutzt die 3. Säule

Daraus könnte man schliessen, dass die private Vorsorge in der Bevölkerung so breit und solide verankert wäre, dass man sich auch bei abnehmenden staatlichen Leistungen keine Sorgen machen müsste. Fakt aber ist: Kaum mehr als die Hälfte der Schweizerinnen und Schweizer nutzt die Säule 3a für die persönliche Altersvorsorge und davon rund ein Drittel hauptsächlich zum Steuern sparen. Nur 29 Prozent der Säule 3a-Inhaber nutzen das Instrument bewusst und kalkuliert als Ergänzung zu AHV und Pensionskasse. Jene ohne Säule 3a-Lösung geben an, nicht genügend Geld übrig zu haben oder finden es nicht lohnenswert. Eine Minderheit (5 %) hat ausserdem noch nie etwas von einer 3. Säule gehört. Immerhin bestätigt sich der Trend, dass immer mehr 3a-Sparer vor dem 25. Geburtstag mit den Sparanstrengungen beginnen.

Hauptgründe für eine private Altersvorsorge

Quelle: ZHAW (2016), S. 27

Wertschriften für die Altersvorsorge

Nur ca. ein Fünftel der 3. Säule-Sparer setzen auf Wertschriften. Trotz rekordtiefen Sparzinsen halten viele Schweizerinnen und Schweizer Wertschriftenanlagen für zu riskant oder haben sich schlicht mit dem Thema noch nie befasst. Gerade jüngere Leute bevorzugen trotz ihres deutlich längeren Anlagehorizonts das 3a-Sparkonto. Fakt aber ist: Inhaber von 3a-Wertschriftenlösungen haben in den letzten Jahren deutlich bessere Renditen erzielt als Inhaber von 3a-Sparkonten. Gerade jüngere Leute könnten dank ihres risikomindernden langen Anlagehorizonts von höheren Renditechancen profitieren.

Fazit

Die Schweizer Bevölkerung muss damit rechnen, dass ohne privates Dazutun Vorsorgelücken im Alter wahrscheinlicher werden. Entsprechend steigt die Bedeutung der 3. Säule für ein entspanntes Leben im Alter. 3a-Sparer sollten sich auch über die Möglichkeiten von Wertschriftenanlagen informieren.