BVG bei mehreren Stellen. Das ist zu beachten.
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Mehrere Arbeitsstellen: Das gilt es bei der Pensionskasse zu beachten.

Viele Berufstätige arbeiten heute Teilzeit für mehrere Arbeitgeber. So verdienen sie trotz regelmässigen Einkommens nicht genug, um dem BVG-Obligatorium direkt zu unterstehen. Dennoch sollten auch sie für das Alter vorsorgen. Welche Lösungen stehen dafür in der 2. Säule bereit? 

Bei der 2. Säule beginnt die Versicherungspflicht erst ab einem Jahreslohn von CHF 21’330. Wer also für mehrere Arbeitgeber tätig ist und in keinem Arbeits­verhältnis mehr als CHF 21’330 pro Jahr verdient, untersteht nicht dem BVG-Obliga­torium. Es gibt aber zwei Möglichkeiten, wie sich auch diese Teilzeitangestellten einer Pensionskasse anschliessen können.

Fall 1: Stiftung Auffangeinrichtung BVG

Die Stiftung Auffangeinrichtung BVG ist eine vom Bund beauftragte Vorsorge­einrich­tung, die als einzige Pensionskasse in der Schweiz alle anschlusswilligen Arbeitgeber und Einzelpersonen aufnimmt, wenn sie die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllen. Ergeben die Jahreseinkommen zusammen mehr als CHF 21’330 pro Jahr, kann man sich dieser Stiftung anschliessen. Sie hat regionale Zweigstellen, gehört zur 2. Säule und ermöglicht Arbeitnehmern, das gesetzliche BVG-Minimum zu versichern. Vom totalen Jahreseinkommen wird zudem der Koordinationsabzug des Versicherten vorgenommen (also der Teil, der bereits durch die AHV abgesichert ist). Entsprechend muss jeder Arbeitgeber Beiträge leisten.

Fall 2: Die Pensionskasse eines Arbeitgebers wird zur BVG-Stelle 

Sieht die betreffende Pensionskasse diese Möglichkeit im Reglement vor, müssen bei der Wahl dieser Variante der oder die weiteren Arbeitgeber seinen Beitrag / ihre Beiträge an diese Pensionskasse leisten. So fährt der Arbeitnehmer eventuell güns­tiger, da viele Pensionskassen im Gegensatz zur oben erwähnten Auffangeinrichtung bessere Leistungen als das gesetzliche Minimum bieten. 

Arbeitet man für zwei Arbeitgeber und verdient bei jedem über CHF 21’330 pro Jahr, ist man bei beiden obligatorisch versichert, weil der Jahreslohn über der Eintritts­schwelle liegt. Allerdings wird dann bei beiden Löhnen der Koordinationsabzug fällig, was den Arbeitnehmer finanziell benachteiligt. Hier sollte man unbedingt bei den Arbeit­gebern anfragen, ob die Konzentration auf eine Vorsorgeeinrichtung wie in Fall 2 beschrieben möglich ist.

Rechenbeispiel 1: zwei niedrige Jahreslöhne – keine BVG-Beiträge

Anna ist Studentin und arbeitet an der Uni in einem kleinen Pensum als Tutorin. Damit verdient sie jährlich CHF 18’000. Daneben jobbt sie als Barista in einem kleinen Café, womit sie CHF 20’500 im Jahr verdient.

Beide Jahreslöhne liegen unter der BVG-Eintrittsschwelle von CHF 21’330. Anna ist somit in der 2. Säule nicht versichert, obwohl beide Löhne zusammen für eine Versicherung reichen würden.

Addiert beträgt der Jahreslohn von Anna CHF 38’500. Abzüglich Koordinationsabzug von CHF 24’885 käme sie immerhin auf einen versicherten BVG-Lohn von CHF 13’615.

Was kann Anna jetzt tun? Sie kann sich entweder bei der Stiftung Auffangeinrichtung BVG anmelden oder bei ihren beiden Arbeitgebern abklären, ob sie sich über eine Pensionskasse von einem der beiden versichern lassen kann.

Rechenbeispiel 2: zwei mittlere Jahreslöhne – zweimal Koordinationsabzug

Thomas arbeitet zu 50 % als Kundenberater, womit er jährlich CHF 60’000 verdient. Daneben arbeitet er zu 50 % in einem Start-up, was ihm CHF 30’000 einbringt.

Thomas erreicht zwar bei beiden Arbeitgebern die BVG-Eintrittsschwelle von CHF 21’330. Weil jedoch auf beiden Löhnen der Koordinationsabzug von CHF 24’885 anfällt, beträgt sein BVG-versicherter Lohn als Kundenberater CHF 35’115 und beim Start-up CHF 5’115. Total ist er mit CHF 40’230 BVG-versichert, womit Vorsorgelücken in seiner Altersvorsorge entstehen können.

Was kann Thomas tun? Lässt er sich über die Pensionskasse einer der beiden Arbeitgeber versichern, fällt ein Koordinationsabzug weg. Der BVG-versicherte Lohn von Thomas beträgt nun CHF 65’115.

Wer zahlt die freiwilligen Pensionskassenbeiträge?

Wer mehrere Stellen hat und sich freiwillig BVG-versichern lassen möchte, muss nicht selber für die Pensionskassenbeiträge aufkommen. Arbeitgeber müssen sich mindes­tens zur Hälfte daran beteiligen – genau wie bei den obligatorischen Beiträgen, die anfallen, wenn die BVG-Eintrittsschwelle von CHF 21’330 erreicht wird.

Voraussetzung ist jedoch, dass der Arbeitnehmer den Arbeitgeber über seine freiwillige BVG-Anmeldung unterrichtet.

Haben Sie mehrere Stellen und möchten Sie mehr über Ihre Möglichkeiten wissen?

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