Pensionskassengeld auszahlen lassen
Artikel

Pensionskassengeld auszahlen. Wann ist der Vorbezug möglich und wie geht man dabei vor?

Die Ersparnisse in der Pensionskasse kann man zu verschiedenen Zeitpunkten vorbeziehen. Was sind die Voraussetzungen für einen Vorbezug und wie geht man dabei am besten vor?

Diese vier Gründe erlauben einen Vorbezug der Pensionskassengelder

Grundsätzlich dient das Pensionskassenkapital der finanziellen Versorgung im Alter.
Ein Vorbezug vor Erreichen des regulären Rentenalters ist möglich, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Dies sind die Gründe, die einen Vorbezug erlauben:

  • Erwerb von selbstgenutztem Wohneigentum
  • Schritt in die Selbstständigkeit
  • Auswanderung
  • Frühpensionierung

Erwerb Wohneigentum
Wer Wohneigentum erwerben möchte, kann dafür seine Ersparnisse aus der 2. Säule verwenden.

Wichtig zu wissen:

  • Der Pensionskassenausweis gibt darüber Auskunft, welcher Betrag für Wohneigentum bezogen werden darf.
  • Ein Vorbezug aus diesem Grund kann höchstens alle fünf Jahre erfolgen und muss mindestens 20’000 Franken betragen.
  • Bis zum 50. Altersjahr darf das gesamte Vorsorgekapital verwendet werden. Danach ist die Höhe des Bezugs beschränkt.
  • Verheiratete brauchen die schriftliche Zustimmung des Ehepartners. Wird das Wohneigentum wiederverkauft, muss der vorbezogene Betrag in der Regel zurückerstattet werden.

Selbstständigkeit

Im Gegensatz zu Arbeitnehmern gilt für Selbstständige die obligatorische Altersvorsorge der 2. Säule nicht. Es ist daher möglich, einen Vorbezug bis zur Höhe des gesamten Pensionskassenguthabens zu beantragen.

Wichtig zu wissen:

  • Der Antrag muss bis spätestens ein Jahr nach Aufnahme der Selbstständigkeit erfolgen, ansonsten verbleibt das Guthaben in einer Freizügigkeitseinrichtung.
  • Die Pensionskasse benötigt einen Nachweis der AHV-Ausgleichskasse.
  • Verheiratete brauchen die schriftliche Zustimmung des Ehepartners.
  • Machen Sie sich mit einer GmbH oder AG selbstständig, ist kein Vorbezug möglich, da Sie rechtlich als Angestellter dieser Gesellschaft gelten und weiterhin dem BVG-Obligatorium unterstehen.

Auswandern
Bei einem dauerhaften Wegzug ins Ausland können die Pensionskassenersparnisse vorbezogen werden.

Wichtig zu wissen:

  • Bei einer Auswanderung in EU/EFTA-Staaten kann nur das überobligatorische Guthaben ausgezahlt werden. Die restlichen Gelder aus dem Obligatorium werden in diesem Fall auf ein Freizügigkeitskonto einer Bank oder eine Frei¬zügigkeitspolice einer Versicherung transferiert und erst im Alter ausgezahlt. 
  • Die Pensionskasse des letzten Arbeitgebers oder die Freizügigkeitseinrichtung benötigt für die Auszahlung eine aktuelle Abmeldebestätigung einer Schweizer Gemeinde..

Frühpensionierung 

Bei einer vorzeitigen Pensionierung besteht die Möglichkeit, statt einer Rente einen Teil oder das gesamte Pensionskassenkapital zu beziehen.

Wichtig zu wissen:

  • Das Mindestalter für eine Frühpensionierung beträgt bei den meisten Pensionskassen 58 Jahre.
  • Liegt das Geld auf einer Freizügigkeitseinrichtung, kann es frühestens fünf Jahre vor Erreichen des ordentlichen AHV-Rentenalters ausgezahlt werden.
  • Nicht bei jeder Kasse ist es möglich, das gesamte Vermögen in Form von Kapital zu beziehen. Seit einigen Jahren müssen aber alle Pensionskassen einen Kapitalbezug von mindestens 25 Prozent des obligatorischen Alters­guthabens zulassen.
  • Die Fristen für die Anmeldung einer Auszahlung betragen je nach Reglement zwischen wenigen Tagen und drei Jahren.
  • Nichterwerbstätige bleiben bis zum Erreichen des ordentlichen AHV-Alters beitragspflichtig. Je nach Vermögen können die jährlichen AHV-Beiträge höher ausfallen als die Abzüge einer Arbeitstätigkeit.
  • Die Frühpensionierung ist immer mit finanziellen Einbussen verbunden.

Haben Sie Fragen zum Vorbezug Ihrer Pensionskasse? 

Beratung vereinbaren This link target opens in a new window
Wir helfen Ihnen gerne weiter. Rufen Sie unter der Telefonnummer 0844 200 111 an oder vereinbaren Sie ein Beratungsgespräch.