Finanzielle Absicherung
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Die Familie nicht dem Schicksal überlassen

Schicksalsschläge, die zu einer Erwerbsunfähigkeit oder gar zum Tod führen, sind an Leid oft kaum zu übertreffen. Als Folge davon können Geldsorgen die Familie zusätzlich belasten. Deshalb ist es wichtig, sich auch mit unangenehmen Ereignissen auseinanderzusetzen. 

Das 3-Säulen-Prinzip der Schweiz gewährleistet nicht nur die finanzielle Vorsorge für die Zeit nach der Pensionierung. Sie ist auch eine Risikoabsicherung im Todesfall oder bei invaliditätsbedingter Erwerbsunfähigkeit. Wie hoch die Unterstützungsleistungen ausfallen, ist nicht leicht zu überblicken, da mehrere, unterschiedliche Sozialwerke möglicherweise Leistungserbringer sind. Aus demselben Grund ist es auch wichtig, diese Leistungen aufeinander abzustimmen, um beispielsweise Überversicherungen zu vermeiden.

Bei Erwerbsunfähigkeit

Familien mit Kindern werden im 3-Säulen-Prinzip besonders berücksichtigt. Bei voraussichtlich dauernder Erwerbsunfähigkeit wird aus der ersten Säule (IV) eine Invalidenrente ausbezahlt. Sofern Kinder (bis zum 18. bzw. 25. Lebensjahr, wenn in Ausbildung) vorhanden sind, wird zudem eine Kinderrente (40 % der IV-Rente pro Kind) geleistet. Die Leistungen der 2. Säule (BVG) lassen sich nicht pauschal beziffern. Denn die einzelnen Pensionskassen decken häufig weit mehr als das BVG-Obligatorium ab. Die obligatorische Unfallversicherung (UVG) versichert aktuell maximal ein Bruttosalär von CHF 148’200. Bei höheren Einkommen stellt sich die Frage, ob die Pensionskasse diese Lohnbestandteile bei Unfall mitversichert oder der Arbeitgeber eine Unfallzusatzversicherung (UVG-Z) abgeschlossen hat. Die 3. Säule dient zur Deckung von Vorsorgelücken, die durch die 1. und 2. Säule nicht abgedeckt sind. Zum Beispiel können Lücken aus einer Erwerbsunfähigkeit durch den Abschluss einer Erwerbsunfähigkeitsrente oder eines Invaliditätskapitals aufgefangen werden.

Bei Todesfall

Bei Todesfall erhält eine Ehefrau mit Kindern aus der 1. Säule (AHV) eine lebenslange Witwenrente. Ohne Kinder gilt das nur, wenn die Hinterbliebene mindestens 45 Jahre alt ist und das Paar mindestens fünf Jahre verheiratet war. Witwer indessen erhalten eine Witwerrente nur, solange Kinder unter 18 Jahren zu betreuen sind. Sofern Kinder (bis zum 18. bzw. 25. Lebensjahr, wenn in Ausbildung) vorhanden sind, wird für diese zudem eine Waisenrente geleistet. Die detaillierten Leistungen der 2. Säule müssen individuell dem Pensionskassenausweis und -reglement entnommen werden. Wenn Säule 1 und 2 einen Todesfall finanziell nur ungenügend abdecken, empfiehlt sich in der 3. Säule der Abschluss einer Todesfallrisikoversicherung (Lebensversicherung). Ein Vorteil hier: Bei Policen, die im Rahmen der Säule 3a abgeschlossen werden, lassen sich die Prämien bis zu einem Maximalbetrag vom steuerbaren Einkommen abziehen.