Verpfändung von Pensionskassenguthaben
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Verpfändung von Pensionskassenguthaben für den Kauf von Wohneigentum

Wer sein Eigenheim mit Geld aus der Pensionskasse finanzieren will, kann sein Guthaben verpfänden. So bleibt das Geld in der Pensionskasse, und der Versicherungsschutz bleibt weitgehend erhalten – das Geld dient der Bank lediglich als Sicherheit, auf das sie im Notfall zugreifen kann. Dafür fallen bei einer Verpfändung höhere Zinsen an, weil eine höhere Hypothek notwendig ist.

Die Verpfändung von Pensionskassengeld für den Kauf von Wohneigentum ermöglicht zusätzliches Fremdkapital. Weil dadurch die Hypothek höher ist, steigt die Schuldzinsbelastung. Im Gegenzug profitieren die Schuldner von Steuervorteilen, und die Leistungen im Alter sowie der Versicherungsschutz bleiben erhalten.

Bis Alter 50 kann die gesamte Freizügigkeitsleistung verpfändet werden. Ab Alter 50 entweder der Wert im Alter 50 oder die Hälfte der aktuellen Freizügigkeitsleistung – je nachdem, welcher Betrag höher ist. Dies ist bis drei Jahre vor der ordentlichen Pensionierung möglich, es sei denn, die Pensionskasse sieht in ihrem Reglement eine günstigere Regelung vor. Das gilt auch für den Vorbezug von Pensionskassengeldern.

Anhand eines Beispiels mit drei verschiedenen Altersstufen würde das bedeuten:
Alter 50
Freizügigkeitsleistung
Maximal möglicher Betrag für Vorbezug
CHF 100’000
CHF 100’000
Alter 55
Freizügigkeitsleistung
Maximal möglicher Betrag für Vorbezug
(Freizügigkeitsleistung im Alter 50)
CHF 150’000
CHF 100’000
Alter 60
Freizügigkeitsleistung
Maximal möglicher Betrag für Vorbezug
(Hälfte der aktuellen Freizügigkeitsleistung)
CHF 240’000
CHF 120’000

Der Pfandvertrag regelt alle Modalitäten

Die Verpfändung wird mit einem speziellen Pfandvertrag geregelt. Darin steht unter anderem, welchen Betrag der Schuldner der Bank als Sicherheit zur Verfügung stellt. Es gibt zwei Möglichkeiten. Erstens: Verpfändung der gesamten Freizügigkeitsleistung. Zweitens: Verpfändung des effektiv notwendigen Betrags. Daneben regelt der Pfandvertrag, was geschieht, wenn jemand aus der Pensionskasse austritt, ohne sich einer neuen Vorsorgeeinrichtung anzuschliessen. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn man sich selbstständig macht, arbeitslos wird oder auswandert.

Leistungskürzung bei Pfandverwertung

Bei der Verpfändung wird das Vorsorgeguthaben als Garantiekapital betrachtet. Die Vorsorgegelder werden an die Bank verpfändet, und der Hypothekenbetrag kann um die verpfändete Summe erhöht werden. Eine Verpfändung schmälert die Vorsorgeleistungen erst bei einer allfälligen Pfandverwertung.

Die Vor- und Nachteile einer Verpfändung auf einen Blick

Vorteile
  • Sie müssen keine zusätzlichen Steuern bezahlen, wenn das Geld nicht ausbezahlt werden muss.
  • Sie haben keine zusätzlichen Vorsorgelücken; die Leistungen Ihrer Pensionskasse bleiben unverändert.
  • Sie bezahlen weniger Steuern, weil Sie die höheren Zinsen bei den Steuern abziehen können.
  • Sie können weiterhin freiwillige Einkäufe in die Pensionskasse tätigen.
Nachteile
  • Sie haben eine höhere Hypothek und bezahlen deshalb mehr Hypothekenzinsen.
  • Sie haben höhere Wohnkosten.