Artikel

Ruhestand nach Mass: die vier Pensionierungsmodelle der Schweiz 

Den Ruhestand antreten – ein Meilenstein im Erwerbsleben. Deswegen will der Schritt gut geplant sein. Ob Frühpensionierung mit 58 oder aufgeschobene Pensionierung mit 70 Jahren, ob gestaffelte Teilpensionierung oder beim Erreichen des AHV-Rentenalters: Erfahren Sie Vor- und Nachteile der Pensionierungsmodelle und lesen Sie informative Detailartikel. So finden Sie heraus, welcher Pensionsantritt am besten zu Ihrer Lebenssituation passt.

Sich Gedanken über den Ruhestand machen – das sollte man besser heute als morgen tun. Denn eine frühzeitige und umfassende Planung ist das A und O bei der Entscheidung für das richtige Pensionierungsmodell. Dabei ist es ein sinnvoller Start, die finan­ziellen Bedürfnisse nach der Pensionierung zu kalkulieren. Nur wer seine Lebenshal­tungs­kosten und weiteren Ausgaben vor und nach der Pensionierung vergleicht, weiss, ob die finanziellen Mittel nach dem gewünschten Rentenantritt ausreichen.

Pensionierung den eigenen Bedürfnissen anpassen

Grundsätzlich erlaubt die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) Versicherten in der Schweiz einen flexiblen Rentenbezug. Auch Pensionskassen, sofern in ihrem Reglement vorgesehen, ermöglichen meist eine individuelle Gestaltung der Pensionierung. Somit kann man neben der ordentlichen Pensionierung zum Zeitpunkt des gesetzlichen Rentenalters den Ruhestand bereits früher, später oder gestaffelt antreten.

Jedes Pensionierungsmodell hat finanzielle und persönliche Auswirkungen, mit denen man sich bei der Planung des eigenen Ruhestands frühzeitig vertraut machen sollte. Daher lohnt es sich, die Vor- und Nachteile der Pensionierungsmodelle zu vergleichen. Wie man die einzelnen Punkte gewichtet, hängt von den unterschiedlichen individu­ellen Bedürfnissen ab: Während für manche mehr Freizeit das entscheidende Argu­ment bei der Wahl des Pensionierungsmodells ist, mag für andere eine höhere Rente ausschlaggebend sein.

Vor- und Nachteile der Pensionierungsmodelle im Vergleich

Frühpensionierung

(+) Mehr Zeit für Familie und Hobbys.

(-) Die AHV-Leistungen werden pro Vorbezugsjahr um 6,8 Prozent gekürzt, wobei maxi­mal zwei Jahre möglich sind. Zudem müssen Nichterwerbstätige bis zum Erreichen des ordentlichen AHV-Rentenalters weiterhin AHV-Beiträge zahlen.

(-) Das Altersguthaben der Pensionskasse ist aufgrund der kürzeren Einzahlungsdauer und des tieferen Umwandlungssatzes geringer. Dies macht schätzungsweise minus 8 Prozent pro Vorbezugsjahr aus.

Teilpensionierung

(+) Mehr Freizeit bei weiterem Teileinkommen.

(-) Wird die AHV-Rente vorbezogen (max. zwei Jahre vorher möglich), wird sie mit 6,8 Prozent pro Vorbezugsjahr gekürzt und es müssen bis zum ordentlichen Renten­alter weiterhin Beiträge gezahlt werden.

(-) Es wird zwar weiterhin in die PK eingezahlt und das Altersguthaben wächst. Jedoch sind die Beiträge aufgrund des niedrigeren Arbeitspensums geringer. Zudem müssen im Umfang der Teilpensionierung Leistungen (Rente oder Kapital) bezogen werden.

Ordentliche Pensionierung

(+) Sichere Planung und weniger administrativer Aufwand.

(+) Da bis zum gesetzlichen Rentenalter gearbeitet wird, müssen – abgesehen von möglichen vorherigen Lücken in der Vorsorge – keine Kürzungen der Rente in Kauf genommen werden.

(-) Ist unter Umständen nicht die optimale Lösung für den persönlichen Lebensplan. Die Möglichkeiten des flexiblen Rentenbezugs werden nicht ausgeschöpft.

Aufgeschobene Pensionierung

(+) Der Versicherte erhält einen prozentualen AHV-Rentenzuschlag, der sich nach der Aufschubsdauer (max. fünf Jahre) richtet.

(+) Wenn es das Pensionskassenreglement vorsieht, können weiterhin Beiträge in die PK eingezahlt werden, wodurch sich das Altersguthaben erhöht. In jedem Fall wird das Guthaben mit einem höheren Umwandlungssatz verrentet.

(-) Längere Berufstätigkeit und weniger Freizeit.

Die vier Pensionierungsmodelle

Frühpensionierung

Früher in den Ruhestand gehen, um mehr Zeit für Hobbys und Familie zu haben – eine schöne Vorstellung. Doch ein vorzeitiger Bezug von Altersleistungen birgt finanzielle Einbussen. Finden Sie heraus, ob eine Frühpensionierung für Sie infrage kommt.

Zur Frühpensionierung 
early-retirement-planning-for-early retirement

Teilpensionierung

Teilweise berufstätig, teilweise schon pensioniert: Diesen gleitenden Übergang in den Ruhestand bieten immer mehr Pensionskassen an. Lesen Sie, was es bei der gestaffel­ten Pensionierung zu beachten gibt.

Zur Teilpensionierung
partial-retirement-key-points-on-staggered-retirement

Ordentliche Pensionierung

Beim Erreichen des AHV-Rentenalters werden die Altersleistungen aus der staatlichen, beruflichen und privaten Vorsorge ausgezahlt. Erfahren Sie, welche Schritte für die ordentliche Pensionierung eingeleitet werden müssen.

Zur ordentlichen Pensionierung
normal-retirement-how-to-take-your-retirement

Aufgeschobene Pensionierung

Freude am Beruf und gute Gesundheit sind Gründe, warum immer mehr Schweizer länger als gesetzlich vorgeschrieben arbeiten. Das hat finanzielle Vorteile. Erfahren Sie, wie die aufgeschobene Pensionierung funktioniert.

Zur aufgeschobenen Pensionierung
partial-retirement-key-points-on-staggered-retirement

Lücken füllen und Altersguthaben aufbessern

Lücken in der Vorsorge schmälern das Altersguthaben erheblich. Sollten Sie feststellen, dass Sie zum Beispiel aufgrund von Auslandsaufenthalten, einer Scheidung oder der versäumten Zahlung des Arbeitgebers Beitragslücken in der AHV aufweisen, können Sie diese mit gezielten Massnahmen schliessen. Welche das sind, erfahren Sie hier.

Ebenso lohnen sich ein freiwilliger Einkauf in die Pensionskasse oder Einzahlungen in die Säule 3a, um den Lebensabend finanziell besser abzusichern. Die für Sie beste Variante hängt von Ihrer persönlichen Lebenssituation ab. Vor- und Nachteile beider Optionen sollten daher umfassend geprüft werden.

Reform AHV 21: Das ändert sich bei der Pensionierung

Das gesetzliche Rentenalter beträgt derzeit für Frauen in der Schweiz 64, für Männer 65 Jahre. Das soll sich gemäss einem Vorschlag des Bundesrats zur Gesetzesänderung aber ändern. Die Reform AHV 21 sieht vor, das Rentenalter – neu als Referenzalter bezeichnet – bei Frauen schrittweise auf 65 Altersjahre zu erhöhen. Zudem soll beiden Geschlechtern ein flexiblerer Renten­bezug im Alter zwischen 62 und 70 Jahren gewährt werden. Und auch bezüglich der Pensionskasse diskutiert die Politik momentan eine Reform der beruflichen Vorsorge.

Pensionierung planen. Wir unterstützen Sie.

Beratung vereinbaren This link target opens in a new window
Eine sorgfältige Planung ermöglicht einen sorgenlosen Ruhestand. Wir raten dazu, im Alter von 50 Jahren eine erste Planung zu machen. Gerne unterstützen wir Sie mit einer unverbindlichen Beratung.