Ordentliche Pensionierung: Wie Sie die Pensionierung antreten
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Ordentliche Pensionierung antreten. So gehen Sie vor.

Sie haben das ordentliche Rentenalter erreicht und möchten Ihren wohlverdienten Ruhestand antreten. Erfahren Sie, welche Schritte Sie für die ordentliche Pensionierung einleiten müssen und was dabei zu beachten ist.

Pensionierung einleiten: Arbeitsverhältnis offiziell beenden

Erwerbstätige können die ordentliche Pensionierung antreten, sobald das AHV-Rentenalter erreicht ist. Viele nehmen an, dass das Arbeitsverhältnis automatisch endet – dem ist aber nicht so. Sie müssen Ihr Arbeitsverhältnis mit einer Kündigung oder einer vertraglichen Vereinbarung offiziell beenden. Es ist üblich, dies zum Monatsende des 64. beziehungsweise 65. Geburtstags zu tun. Die Renten werden im darauffolgenden Monat das erste Mal ausgezahlt.

Pensionierung 1. Säule: AHV-Rente beantragen

Die AHV ist die obligatorische Sozialversicherung. Sie dient der Existenzsicherung im Alter, bei Invalidität und im Todesfall. Der Bezug der AHV-Rente sollte drei bis sechs Monate vor Antritt der Pensionierung bei der Ausgleichskasse angemeldet werden. So wird sichergestellt, dass es nicht zu einer Verzögerung der Auszahlung kommt. Die Anmeldeformulare sind online sowie bei den AHV-Ausgleichskassen und ihren Zweigstellen erhältlich.

Wie hoch Ihre Altersrente ist, wird anhand der Beitragsdauer und der Höhe Ihres Einkommens berechnet. Bei vollständiger Beitragsdauer, also der lückenlosen Einzahlung der AHV-Beiträge ab dem 21. Lebensjahr bis zum ordentlichen Rentenalter, erhalten Sie eine AHV-Vollrente. Stand 2020 beträgt die Vollrente minimal 1185 Franken und maximal 2370 Franken pro Monat.

Bei unvollständiger Beitragsdauer wird eine Teilrente ausgerichtet. Je mehr Beitragsjahre fehlen, desto niedriger ist die Teilrente. Ehepartner, die beide im Ruhestand sind, dürfen zusammen nicht mehr als 150 Prozent der Maximalrente für Alleinstehende beziehen. Das sind höchstens 3555 Franken pro Monat.

Pensionierung 2. Säule: Bezugsform der BVG-Rente wählen

Das Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG) regelt die Mindestvorschriften rund um die berufliche Vorsorge bei einer Pensionskasse. Zusammen sollen die 1. Säule und die 2. Säule mindestens 60 Prozent des zuletzt bezogenen Lohnes absichern und damit die Fortsetzung des gewohnten Lebensstandards ermöglichen. Das BVG erlaubt es den Pensionskassen, das ordentliche Rentenalter abweichend vom AHV-Rentenalter festzulegen – so haben einige Pensionskassen das Rentenalter für Frauen auf 65 Jahre angehoben.

Um den Bezug der Rente vorzubereiten, kontaktieren manche Kassen die Versicherten oder ihren Arbeitgeber einige Monate vor Erreichen des Rentenalters. Andere Pensionskassen erwarten, dass der Arbeitgeber den Rentenantritt seines Mitarbeiters übermittelt. Wenden Sie sich bei Fragen an Ihre Pensionskasse.

Bereits frühzeitig sollten Sie sich Gedanken machen, ob Sie Ihr Altersguthaben aus der Pensionskasse als Rente oder Kapital beziehen möchten. Zur Bestimmung Ihrer BVG-Altersrente wird Ihr angespartes Guthaben mit einem Umwandlungssatz in eine jährlich gleichbleibende Altersrente umgerechnet. Wenn Sie sich für eine Barauszahlung entscheiden, müssen Sie dies abhängig vom Reglement bis zu drei Jahre vor dem frühestmöglichen Pensionsalter bei Ihrer Pensionskasse anmelden.

Pensionierung 3. Säule: Private Vorsorge auflösen

Die 3. Säule dient der individuellen Selbstvorsorge und ist freiwillig. Mit ihr lässt sich das finanzielle Polster fürs Alter weiter ausbauen. Zudem eignet sich die private Vorsorge zur gezielten Schliessung von Vorsorgelücken. Sie besteht aus der gebundenen Vorsorge der Säule 3a und der freien Vorsorge der Säule 3b. Eine ordentliche Auszahlung ist frühestens fünf Jahre vor Erreichen des AHV-Rentenalters und spätestens zum Ende des Monats, in dem der Bezug der AHV-Rente beginnt, möglich. Kontaktieren Sie dazu Ihre Bank oder Versicherung, bei der Sie die 3. Säule eröffnet haben.

Das 3a-Konto oder -Depot muss einmalig als Kapitalleistung bezogen werden, wobei eine Kapitalauszahlungssteuer fällig wird. Es ist unter Umständen von Vorteil, mehrere 3a-Konten zu führen und diese über verschiedene Steuerjahre verteilt aufzulösen. 

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