Frühpensionierung: Vorzeitige Pensionierung planen
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Frühpensionierung: Kann ich mir die vorzeitige Pensionierung leisten?

Den Wunsch, sich früher pensionieren zu lassen, hegen viele. Welche finanziellen Einbussen mit einer Frühpensionierung auf einen zukommen, sollte man vorher abklären. Denn nur wer frühzeitig plant und seine voraussichtliche Rente aus AHV und Pensionskasse kennt, weiss, ob eine Frühpensionierung infrage kommt.  

Frühpensionierung bedeutet Rentenkürzungen

Schon früher in den Ruhestand gehen, mehr Zeit für Hobbys, Enkel oder Reisen zu haben – davon träumen viele Schweizer. Spätestens im Alter von 50 Jahren sollte man sich mit der Frage beschäftigen, wie man den Wunsch der Frühpensionierung in die Tat umsetzen kann. Denn der vorzeitige Schritt in die Pension ist zwar verlockend, bringt jedoch Rentenkürzungen mit sich, die es zu bedenken und gegebenenfalls abzumildern gilt.

Aus der 1. Säule, der obligatorischen staatlichen Vorsorge, wird die AHV-Rente erstmals bei Erreichen des ordentlichen Rentenalters ausbezahlt. Ein vorzeitiger Bezug der AHV-Rente um maximal zwei Jahre ist möglich. Doch aufgepasst: Ein solcher Vorbezug führt zu einer lebenslangen Rentenkürzung, die momentan 6,8 Prozent pro Vorbezugsjahr beträgt.

Auch bei der 2. Säule, der obligatorischen beruflichen Vorsorge (BVG), ist je nach Pensionskassenreglement ein vorzeitiger Bezug der Rente möglich. Eine vorzeitige Pensionierung kann frühestens ab dem vollendeten 58. Altersjahr erfolgen. Jedoch lassen sich heute nur wenige früher als mit 62 pensionieren, denn die Kürzungen der Altersrente sind enorm.

Die vier Schlüsselfragen der Frühpensionierung

Wer früher in die Pensionierung gehen möchte, muss die Konsequenzen kennen. Zur Planung helfen diese Schlüsselfragen. 

Weniger Zinsen bei vorzeitiger Pensionierung

Eine Faustregel besagt, dass pro Jahr der vorzeitigen Pensionierung die Rente lebenslang um fünf bis acht Prozent kleiner wird. Der Grund: Es wird einerseits weniger lang Alterskapital angespart sowie verzinst. Andererseits muss dieses kleinere Kapital noch länger ausreichen – und zwar um die Dauer der vorzeitigen Pensionierung. Weil ein längerer Rentenbezug entsteht, rechnet die Vorsorgeeinrichtung mit einem tieferen Umwandlungssatz.

Mit der 2. Säule flexible Lösungen für die vorzeitige Pensionierung nutzen

Doch all das muss nicht sein. Verschiedene Pensionskassen bieten Versicherten eine sogenannte Überbrückungsrente an. Diese soll die Pensionskassenrente ergänzen für die Zeit, bis die AHV-Leistung ebenfalls ausbezahlt wird. Die Ausgestaltung ist allerdings von Reglement zu Reglement verschieden. Einige Arbeitgeber unterstützen eine frühzeitige Pensionierung finanziell. Meist muss die Überbrückungsrente jedoch aus dem angesparten Pensionskassenkapital finanziert werden, was wiederum zu einer tieferen Altersleistung führt oder vorzeitig mit freiwilligen Einkäufen angespart werden muss.

Mit privater Vorsorge Einkommenslücken bei Frühpensionierung ausgleichen

Oft sinkt nach der Pensionierung das Einkommen, die finanziellen Bedürfnisse bleiben jedoch meist dieselben. Daraus kann eine Lücke entstehen, die es rechtzeitig mit Ersparnissen zu füllen gilt. Gut geeignet dafür ist der Aufbau einer 3. Säule, der sogenannten privaten Vorsorge. Das zusätzlich angesparte Kapital kann gezielt für individuelle Vorsorgelücken genutzt werden, die bei einer Frühpensionierung entstehen können. Der Bezug des Guthabens der Säule 3a ist frühestens fünf Jahre vor dem AHV-Alter möglich.

Eine weitere Option ist der Einkauf von Beitragsjahren in die Pensionskasse, mit dem sich die verminderten Altersleistungen teilweise oder ganz kompensieren lassen. Die Einkäufe können vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden.

Auswirkungen der Frühpensionierung im Überblick

So wirkt sich eine Frühpensionierung auf die drei Säulen der Vorsorge aus.

1. Säule: Staatliche Vorsorge
  • Für Nichterwerbstätige besteht eine Pflicht für AHV-Beiträge bis zum ordentlichen AHV-Alter (Frauen 64, Männer 65 Jahre)
  • Es besteht die Möglichkeit eines Vorbezugs der AHV-Rente um ein oder zwei ganze Jahre.
  • Dies hat lebenslängliche Kürzungen der AHV-Rente von 6,8 Prozent pro bezogenes Jahr zur Folge.
2. Säule: berufliche Vorsorge
  • Pro vorgezogenem Jahr ist mit einer Kürzung der Altersrente von zirka 5 bis 8 Prozent zu rechnen.
  • Je nach Pensionskasse besteht ein Anspruch auf eine Überbrückungsrente bis zum ordentlichen Pensionsalter. Diese könnte ebenfalls eine lebenslängliche Kürzung der Altersrente zur Folge haben.
  • Die Kürzungen können gemäss Reglement mittels freiwilliger Einkäufe in die Pensionskasse abgefedert werden.
  • Die Unfalldeckung, die bisher der Arbeitgeber übernommen hat, muss in der Krankenkasse eingeschlossen werden.
3. Säule: private Vorsorge
  • Nur solange ein AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen vorliegt, kann man in die 3. Säule einzahlen.
  • Der Bezug der Leistungen ist frühestens fünf Jahre vor dem ordentlichen AHV-Alter möglich; ohne Erwerbstätigkeit spätestens bei Erreichen des ordentlichen AHV-Alters.

Pensionierung vorausschauend planen

Um herauszufinden, ob eine Frühpensionierung für Sie infrage kommt, empfiehlt es sich, Ihr Vermögen und die Renten den zu erwartenden Ausgaben gegenüberzustellen. Allfällige Vorsorgelücken lassen sich mit der privaten Vorsorge schliessen. Entscheiden Sie sich anhand dessen, die Pensionierung vorzuziehen, müssen Sie den AHV-Rentenbezug drei bis vier Monate vor Erreichen des Altersjahrs, mit dem Sie sich pensionieren lassen möchten, bei Ihrer Ausgleichskasse anmelden.

Sollten Sie jedoch zu dem Ergebnis kommen, dass ein früher Ruhestand zu kostspielig ist, käme stattdessen vielleicht eine Teilpensionierung infrage. Denn diese kann flexibel in einem oder mehreren Schritten erfolgen.

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