Testament und Nachlassregelung
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Was muss jeder bei der Nachlassplanung beachten?

Die Nachlassplanung ist sowohl eine sachliche, nüchterne Angelegenheit, wie auch eine emotionale. Viele Faktoren spielen eine Rolle. Es lohnt sich die eigenen Situation regelmässig zu analysieren und die gesetzlichen Bestimmungen zu kennen.

Zunächst stellt sich die Frage, wann man sich mit der Nachlassregelung beschäftigen soll. Die Antwort ist einfach: «Immer dann, wenn es eine Veränderung gibt!» Also zum Beispiel bei der Heirat, bei der Gründung einer Familie oder bei einer Scheidung. Das Schweizer Gesetz regelt viel. Und zwar so, dass auch Menschen, die ihren Nachlass nicht geregelt haben, ruhig schlafen können. Es regelt allerdings nicht alles, und diese Freiräume können genutzt werden, um den persönlichen Anliegen Rechnung zu tragen.

Nicht das Alter entscheidet über die Notwendigkeit einer Nachlassregelung, sondern die familiäre und die berufliche Situation.

Zeno Suter, Leiter Steuer- und Erbschaftsberatung Region Zentralschweiz bei der Credit Suisse

Familie einbeziehen

Familienangehörige schätzen eine klare und direkte Kommunikation. Sie sind froh, wenn sie in die Erbregelung involviert oder darüber informiert werden. So kann zu Lebzeiten viel erklärt und geklärt werden. Die Erben haben die Möglichkeit nachzufragen, und die vererbende Person hat die beruhigende Gewissheit, dass sie ihre Angelegenheiten geregelt und mit den künftigen Erben besprochen hat. In Erbsituationen kommen oft alte Gefühle und unverarbeitete Situation wieder ins Bewusstsein. Diese lassen sich gerade bei schwierigen Konstellationen häufig zu Lebezeiten klären. Ob ein Erbe mehr Freud oder mehr Leid ist, hängt direkt von der Beziehung zwischen Erblasser und Erbe zu Lebzeiten ab.

Schenkungen und Erbvorbezüge

Eine Zuwendung zu Lebzeiten ist immer dann sinnvoll, wenn man bestimmte Teile seines Vermögens nicht mehr benötigt und wenn es der begünstigten Person einen Vorteil bringt. Das kann zum Beispiel eine Zusatzausbildung, der Kauf einer Immobilie oder die Gründung einer Familie sein. Wer zu Lebzeiten Schenkungen macht, sollte immer daran denken, dass die Lebenserwartung und die damit verbundenen Kosten ständig steigen und man das Geld unter Umständen später selbst gut gebrauchen könnte.

Für die Nachlassregelung gibt es keine Patentlösung

Beim Vererben gibt es keine Patentlösung: Jede Nachlassregelung hat eine emotionale und eine rationale Komponente. Aus diesem Grund sollten Unwahrscheinlichkeiten und persönliche Beziehungen in die Planung einfliessen. Zudem lohnt es sich, frühere Entscheidungen von Zeit zu Zeit den aktuellen Gegebenheiten anzupassen. Last but not least muss ein Nachlass – wie im Vorfeld die Patientenverfügung und der Vorsorgeauftrag – verantwortungsvoll verwaltet werden.