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Die passende Form von Wohneigentum

Allein, gemeinsam mit dem Partner, als Miteigentümer oder in der Gemeinschaft: Wohneigentum kann unterschiedliche Formen aufweisen. Die wichtigsten Eigentumsverhältnisse und ihre Merkmale im Überblick.

Wohneigentum ist nicht gleich Wohneigentum. Der Gesetzgeber hat mehrere Formen von Eigentum für Haus und Wohnung geschaffen. Welche davon infrage kommt, darüber entscheiden die eigenen Vorlieben, die persönlichen Verhältnisse und die Pläne für die Zukunft.

Alleineigentum: Besitzer hat alle Rechte und Pflichten

Beim Alleineigentum gehört die Liegenschaft einer Person. Diese wird als Eigentümer im Grundbuch eingetragen. Sie kann frei über das Objekt verfügen und entscheiden, trägt aber auch alleine die Verantwortung samt aller finanziellen Verpflichtungen wie Steuern, Unterhalt oder Zinszahlungen. Diese Eigentumsform eignet sich etwa für Konkubinatspaare, die ihre jeweiligen Besitzansprüche nicht aufteilen wollen.

Bei verheirateten oder eingetragenen Partnerschaften gilt – falls die Liegenschaft als Familienwohnung dient – ein besonderer Schutz für die Partnerin oder den Partner des Alleineigentümers: Die Immobilie darf nur mit der Zustimmung des nicht im Grundbuch eingetragenen Partners verkauft werden. Als weiteres Sonderrecht kann im Fall einer Trennung dem Partner, der nicht Eigentümer ist, durch einen Gerichtsentscheid ein befristetes Wohnrecht gewährt werden.

Gesamteigentum: Entscheidungsgewalt obliegt der Gemeinschaft

Beim Gesamteigentum gehört die Liegenschaft mehreren Eigentümern. Das Objekt gilt als gemeinschaftliches Eigentum. Das übergeordnete Verhältnis (z. B. Ehevertrag oder Erbengemeinschaft) legt allerdings fest, wie die interne Anteilsverteilung ausgestaltet ist. Es empfiehlt sich, in einem Gesellschaftsvertrag festzuhalten, wie die Finanzierung des Wohneigentums erfolgt ist. Entschieden werden kann nur gemeinsam. Rechte und Pflichten obliegen der Eigentümergemeinschaft. Bei allen Vorgängen rund um das Eigentum, auch beim Verkauf, bedarf es der Zustimmung aller Berechtigten.

Miteigentum: Jeder kann über seine Anteile frei verfügen

Beim Miteigentum sind mehrere Personen Eigentümer einer Immobilie. Jeder Person gehört ein definierter Anteil dieser Immobilie, der im Grundbuch eingetragen wird. Miteigentümer können über ihre Anteile frei verfügen, zum Beispiel ihren Teil verkaufen oder verpfänden. Sie tragen aber auch die jeweiligen Rechte und Pflichten wie auch die Kosten für ihren Anteil – sofern nichts anderes vereinbart wurde.

Wenn ein Miteigentümer seinen Anteil verkaufen möchte, haben die anderen Miteigentümer hier ein Vorkaufsrecht. Diese Eigentumsform eignet sich besonders für Konkubinatspaare, da hier – im Gegensatz zum Gesamteigentum – Pensionskassengelder und Gelder aus der Säule 3a als Eigenkapital eingebracht werden dürfen. Ausserdem ist dies die gängigste Form für Ehepaare, die den Güterstand der Errungenschaftsbeteiligung oder der Gütertrennung vereinbart haben.

Stockwerkeigentum: eine Sonderform von Miteigentum

Eine Sonderform des Miteigentums ist das Stockwerkeigentum. Mit dem Kauf von Stockwerkeigentum erwirbt man einen Wertanteil am Grundstück und am Gebäude. Gleichzeitig erhält man das Sonderrecht, bestimmte Teile allein zu benutzen und innen ausbauen zu dürfen. Darunter fallen die eigene Wohnung, aber auch Nebenräume wie Keller, Estrich und Garagen. Für diese Räumlichkeiten liegen die Rechte, Pflichten, Kosten und Risiken beim Eigentümer. Alles, was nicht mit Sonderrecht belegt ist, also beispielsweise das Treppenhaus oder Teile des Gartens, gehört der Stockwerkeigentümerschaft und wird von dieser verwaltet.