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Dank Diversifikation verbessern Sie das Risiko-Rendite-Profil Ihrer Anlagen

Die Aktienmärkte befinden sich seit über acht Jahren in einem Bullenmarkt, dem längsten nach der 13-jährigen Hausse vor der Jahrtausendwende. Daraus abzuleiten, die beste Anlagestrategie sei, alles in Aktien zu investieren oder jetzt auszusteigen, greift jedoch zu kurz. Diversifikation ist nun besonders wichtig, um die Rendite bei gleichbleibender Risikoerwartung zu erhöhen oder die gleiche Rendite mit geringerem Risiko zu erwirtschaften.

Das stereotypische Verhalten von Eichhörnchen bei der Erstellung der Vorratslager macht die Tiere weltweit bekannt und kann als Vorbild für eine überlebensnotwendige Risikodiversifikation bezeichnet werden. Die Vorräte werden nicht an einem einzigen Ort, sondern an vielen unterschiedlichen Orten angelegt mit dem Ziel, den Winter gut zu überstehen.

Sonnencreme oder Regenschirm?

Konzentration oder alles in ein Unternehmen, eine Industrie oder eine Anlageklasse zu investieren, birgt Risiken – genauer gesagt Konzentrationsrisiken. Eine optimale Verteilung der Finanzanlagen wird durch möglichst unterschiedliche, im Idealfall unkorrelierte Risiken (und Chancen) gebildet.

Dazu ein Beispiel: Wir leben auf einer Insel mit nur zwei kotierten Gesellschaften. Die Regnerisch AG stellt Regenschirme her, während die Sonnig AG Sonnencreme produziert. In der Annahme, dass eine Regenzeit folgt, kaufen wir Aktien der Regnerisch AG. Rechnen wir hingegen mit besonders sonnigen Tagen, kaufen wir Aktien der Sonnig AG in Erwartung einer höheren Nachfrage nach Sonnencreme und damit eines steigenden Umsatzes der Unternehmung.

Die bessere Anlagestrategie: Diversifikation

Sollte einer der beiden Zustände (Sonne – Regen) über eine längere Zeitdauer anhalten, könnte der einen Unternehmung das Aus drohen, während die andere sich hervorragend entwickelt. Alles in ein Unternehmen zu investieren, kann mit einem binären Ausgang verbunden sein: Top oder Flop. Daher ist eine Diversifikation in beide Gesellschaften die logische Folge, denn auf diese Weise wird das Risiko eines Totalausfalls reduziert.

Komplexer wird es, wenn wir das Szenario ausweiten. Nehmen wir an, es gäbe auf der Insel eine dritte Wetterlage: bewölkt und windig. Jenes Unternehmen, das nun Windstopper-Jacken produziert, ist erfolgreich – und wir erkennen, dass wir unser Portfolio wohl weiter diversifizieren müssen. Doch wie stark gewichten wir die neue Firma in unserem Portfolio? Übertragen auf den globalen Finanzmarkt zeigt sich, dass die Realität nicht ganz so simpel ist. Einerseits ist die Auswahl an unterschiedlichen Anlagen schier grenzenlos, andererseits muss zuerst bestimmt werden, welche Titel sich nun wie und in welchem Masse zueinander verhalten.

Wann sich Diversifikation nicht auszahlt

Die optimale Diversifikation in einem Anlageportfolio lässt sich technisch folgendermassen festhalten: Der Zusatznutzen jeder weiteren Anlage, die dem Portfolio beigemischt wird, sollte die Mehrkosten übersteigen. Als Zusatznutzen gilt dabei jeder Beitrag, der die Diversifikation unterstützt. Er kann durch die Veränderung des erwarteten Risiko-Rendite-Verhältnisses quantifiziert werden. Mehrkosten können unter anderem Transaktionskosten sein.

Würde im obigen Beispiel der Produzent von Windstopper-Jacken zusätzlich Regenjacken anbieten, nähme der Diversifikationseffekt des Regenschirmherstellers im Portfolio ab. Hier könnte sich sogar die Überlegung lohnen, ob der Regenschirmhersteller aus dem Portfolio abgestossen werden sollte, zumal die Risiko- und Renditetreiber bei feuchten Wetterlagen jenen des Jackenherstellers sehr ähnlich sind.

Es sollte daher bei jeder Investition darauf geachtet werden, dass die Zusatzkosten den zusätzlichen Diversifikationseffekt nicht übersteigen und die Beimischung die Korrelation der Anlagen reduziert. Sonst kann die anvisierte Diversifikation schnell von Nachteil sein.

Diversifikation mit alternativen Anlagen

Neben Anleihen und Aktien erweisen sich alternative Anlagen zusehends als interessant, besonders im Umfeld langfristig niedriger Zinsen und Renditen. Alternative Anlagen umfassen ein breit gefächertes Anlageuniversum, einschliesslich Hedge-Fonds, Immobilien, Rohstoffen und Private Equity.

Sie reagieren meist auf andere Einflussfaktoren als traditionelle Anlagen wie Anleihen und Aktien. Dadurch kann der Anleger sein Portfolio weiter stabilisieren. Ein Blick auf die vergangenen Jahre zeigt, dass keine Anlageklasse gemessen an der Rendite oben ausschwingt und deshalb alle in einem Portfoliokontext betrachtet werden müssen.

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Übersicht Asset-Klassen-Performance

Quelle: Bloomberg, Credit Suisse AG, letzter Datenpunkt: 31.12.2016

Anlagestrategie bestimmt über Rendite und Risiko

Empirische Studien unterstreichen dieses Resultat: Mehr als 80 Prozent der Rendite und des Risikos eines Portfolios werden von seiner Zusammensetzung bestimmt. Deshalb ist die Festlegung der strategischen Anlageallokation – der sogenannten strategischen Asset Allocation (SAA) – im Anlageprozess von grösster Bedeutung.

Natürlich spielen auch kurzfristigere taktische Entscheidungen und bestimmte Anlageinstrumente eine Rolle. Aber erst dann, wenn die grundlegende Struktur eines Portfolios erstellt ist. Als Basis für die Zusammenstellung der SAA dienen die Kapitalmarkterwartungen der wichtigsten Anlageklassen. Diese beinhalten Rendite, Risiko und die jeweilige Korrelation untereinander.

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Risiko-Rendite-Ranking der Credit Suisse

Konzept: Historischer Rendite-Risiko-Vergleich des aktuellen Portfolios mit der entsprechenden strategischen Asset Allocation (SAA) auf Basis der gleichen Risikobudgets und der gleichen Anlagestrategie.
Quelle: Standard Investment Reporting

Langfristige Rendite dank optimaler Diversifikation

Streng nach der Weisheit des US-amerikanischen Wirtschaftswissenschaftlers Benjamin Graham («Geduld ist die oberste Tugend des Investors») ist langfristiges Denken enorm wichtig und Kernelement einer jeden Anlagestrategie. Individuelle Portfolios sollten in jedem Fall diversifiziert werden, und die Vermögensallokation sollte genau auf die persönliche Risikobereitschaft und den Anlagehorizont des Anlegers abgestimmt sein.

Vermögensverwaltungslösungen wie Fonds oder Mandate stellen sicher, dass die Diversifikationsgrundsätze eingehalten werden und die sogenannte SAA auch als taktische Anlagemöglichkeit umgesetzt sind. Wird das Portfolio mit einzelnen Anlagen zusammengestellt, sollte darauf geachtet werden, dass jede zusätzliche Anlage einen möglichst hohen Diversifikationseffekt erbringt. Ihr Kundenberater kann Sie bei der Auswahl und der Gewichtung der richtigen Produkte unterstützen.