Alternative Anlagen: Mittel zur Portfoliodiversifizierung
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Alternative Anlagen – die häufigsten Mythen im Faktencheck

Hartnäckige Mythen ranken sich um alternative Anlagen. Dabei dürfte diese Anlagekategorie als Ergänzung im Portfolio gerade im aktuellen Umfeld Sinn machen: einerseits als wertvolle Renditequelle, andererseits zur Portfoliodiversifizierung. Die häufigsten Mythen zu alternativen Anlagen unter der Lupe.

Alternative Anlagen sind ein Gegenmittel bei Volatilität

Tiefe Zinsen, hohe Inflation und nicht zuletzt der Ukraine-Russland-Konflikt: Anlegerinnen und Anleger haben es zurzeit an den Finanzmärkten alles andere als einfach. Es stellt sich die Frage, wo sich Investitionen noch lohnen – dürften hochwertige Anleihen doch künftig eine erhöhte Volatilität bei tieferen Renditeerwartungen bringen. Auch Geldmarktanlagen, in denen man liquide Mittel parkieren kann, werden kaum mehr angeboten.

Alternative Anlagen wie Private Equity oder Hedge-Fonds kommen deshalb wie gerufen. Denn durch die grundsätzlich geringe Korrelation zu traditionellen Anlageklassen sind sie ein geeignetes Mittel, um das Portfolio weiter zu diversifizieren und Risiken breiter zu streuen. Zudem können sie vor Szenarien wie Inflation oder Börsenkrisen einen gewissen Schutz bieten.

Traditionelle Anlagen im Vergleich zu alternativen Anlagen

Traditionelle Anlagen im Vergleich zu alternativen Anlagen

Nur für illustrative Zwecke.
Quelle: BlackRock 2021: What are alternative investments?

Fünf Mythen rund um alternative Anlagen widerlegt

Trotz dem in den vergangenen Jahren stark gestiegenen Interesse umgibt alternative Anlagen noch immer eine Aura des Geheimnisvollen – und sie sind mit einer ganzen Reihe von Mythen behaftet. Die fünf häufigsten Mythen auf dem Prüfstand:

Mythos 1: «Alternative Anlagen sind nur für institutionelle Investoren zugänglich.»

Günstige Risiko/Rendite-Eigenschaften alternativer Anlagen haben schon längst das Interesse von Privatanlegerinnen und -anlegern geweckt. In der Vergangenheit blieb ihnen der Zugang zu diesen Anlagen allerdings mehrheitlich verwehrt. Die Eintrittsbarrieren wurden aber in den letzten Jahren deutlich gesenkt. Mittlerweile können Privatanlegerinnen und -anleger mit kleineren Beiträgen in einige Dachfonds investieren. Ausserdem sind alternative Anlagen beispielsweise als Portfoliobestandteil eines Vermögensverwaltungsmandats vergleichsweise einfach zugänglich.

Mythos 2: «Bei einer Investition in alternative Anlagen haben Anlegerinnen und Anleger kaum mehr Zugriff auf ihr investiertes Kapital.»

Insbesondere Private Equity oder Hedge-Fonds weisen eine deutlich geringere Handelbarkeit als traditionelle Anlagen auf und binden Investoren dadurch länger an sich. Eben diese Illiquidität kann auch einen potenziellen Mehrwert bieten. Flexible Anlegerinnen und Anleger, die Teile ihres Portfolios in weniger liquide Anlagen investieren, können zum einen von einer Mehrrendite in Form einer Illiquiditätsprämie profitieren, zum anderen sind sie während der Haltefrist vor irrationalen Anlageentscheidungen weitgehend geschützt.

Mythos 3: «Alternative Anlageformen sind (zu) riskant.»

Isoliert betrachtet, weisen einige alternative Anlageinstrumente in der Tat ein höheres Risikoprofil auf als traditionelle Anlagen. Doch wie auch bei traditionellen Anlagen gibt es stabilere und risikobetontere Strategien. Denn als Beimischung ins Gesamtportfolio haben sorgfältig ausgewählte alternative Anlagen durchaus ihre Daseinsberechtigung. Sie erschliessen nicht nur zusätzliches Renditepotenzial, sondern können dank geringer Korrelation zu traditionellen Anlageklassen auch das Risiko/Rendite-Profil des Portfolios verbessern. Hierbei gilt: Eine sorgfältige Auswahl der verfügbaren alternativen Anlagen ist wichtig, um derartige Diversifikationsvorteile optimal zu nutzen.

Mythos 4: «Alternative Anlageformen sind (zu) teuer.»

Bei alternativen Anlagen wie Hedge-Fonds oder Private Equity fallen aufgrund aufwendiger Anlageprozesse zweifelsohne höhere Anlagekosten an. Es ist daher umso wichtiger, bei der Auswahl auf Fondsmanager zu setzen, die diese Kosten langfristig rechtfertigen, indem sie für ihre Anlegerinnen und Anleger überdurchschnittliche Nettorenditen erzielen. Die sorgfältige Selektion ist deshalb einmal mehr ein kritisches Erfolgskriterium.

Mythos 5: «Das Universum alternativer Anlagen ist intransparent und unzugänglich.»

Tatsächlich ist es für Privatanlegerinnen und -anleger vielfach sehr schwierig bis unmöglich, sich im Bereich der alternativen Anlagen einen Durchblick zu verschaffen. Das rührt von der Vielfalt der existierenden Strategien, Instrumente und Fondsmanager.

Um das Potenzial von alternativen Anlagen ausschöpfen zu können, bedarf es einer sorgfältigen Selektion unter Berücksichtigung mehrerer Faktoren. Auch die Bedeutung eines strukturierten und detaillierten Selektionsprozesses von Best-in-Class-Produkten und deren laufende Überwachung sollte nicht unterschätzt werden. Es gilt: Mit genauem Hinschauen und professioneller Beratung lässt sich das Dickicht an Informationen übersichtlich bündeln.

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