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Mythen halten sich hartnäckig. Vorsicht vor diesen fünf Irrtümern beim Anlegen.

Investieren ist mit Mythen behaftet. Sie führen dazu, dass manche kein Geld anlegen möchten. Andere überschätzen sich bei der Geldanlage dagegen masslos. Wir räumen mit den fünf meistverbreiteten Mythen auf und präsentieren die Fakten.

Mythos 1: Bargeld ist besser als Geld anlegen

Hartnäckig hält sich der Glaube, dass Geld unter dem Kopfkissen sicherer ist als eine Geldanlage an den Finanzmärkten. Wer so denkt, vergisst die Inflation. Diese verteuert das Leben und führt dazu, dass Bargeld mit den Jahren an Wert verliert. Auch mit Zin­sen auf dem Sparkonto kann kaum eine Rendite erzielt werden, die über die Teuerung hinausgeht.

Anders mit einer Geldanlage: Selbst wenn diese zwischenzeitlich in die Verlustzone gerät, ist die Rendite über lange Zeit meist positiv. Wer also sein Vermögen und seinen Lebensstandard schützen möchte, sollte das Geld anlegen, statt dieses unter dem Kopfkissen zu verstecken.

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Rendite in Tausend Franken (2003–2018)

Quelle: Bloomberg / Credit Suisse AG, US Stocks (SPX), Swiss stocks (SMI), EM stocks (MXEF), European stocks (SXXR), Inflation (SZCPII), CHF cash (SF0001M); letzter Datenpunkt: 9.3.2018

Mythos 2: Ich weiss genau, wann ich Geld investieren muss

Anleger möchten ihre Rendite maximieren. Dafür greifen sie zu einer vermeintlich einfachen Lösung: Sie investieren, wenn Gewinne locken, und sie verkaufen, wenn Verluste drohen. So zumindest die Theorie. In der Praxis ist das gar nicht so einfach. Selten verhalten sich die Börsen wie erwartet. Kaum jemand schafft es tatsächlich, die guten und die schlechten Tage vorherzusehen.

Verpasst ein Anleger aber aufgrund falscher Taktik die besten Börsentage, ist das einschneidend. Die Rendite schrumpft markant. Besser als immer wieder zu kaufen und zu verkaufen wäre es für die meisten Anleger, durchgehend investiert zu bleiben. Zwar nehmen sie dann auch schlechte Tage in Kauf, sichern sich im Gegenzug aber die guten Tage.

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Rendite im SMI während 4000 Handelstagen (Jan. 2003 bis Dez. 2018)

Quelle: Credit Suisse AG; letzter Datenpunkt: 31.12.2018

Mythos 3: Auf lange Sicht lohnt sich eine Geldanlage nicht

Negative Ereignisse wie die Finanzkrise 2008 brennen sich ins Gedächtnis ein. So ent­steht der Eindruck, dass die Finanzmärkte mehr schlechte als gute Jahre verzeichnen. Doch das Gegenteil ist der Fall: Wird der MSCI World Index über einen Zeitraum von 1970 bis heute betrachtet, gab es lediglich 14 Jahre mit einer negativen Rendite, aber 36 Jahre mit einer positiven Performance.

Wer Geld anlegt, tut daher gut daran, nicht nur die lauten Negativschlagzeilen zu beachten. Mehr Augenmerk sollte stattdessen auf den positiven, wenngleich stillen Jahren liegen. In der Summe machen diese die schlechten Jahre mehr als wett.

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Histogramm zur jährlichen Performance des MSCI World (1970–2019). Historische Wertentwicklungen und Finanzmarktszenarien sind keine verlässlichen Indikatoren für zukünftige Ergebnisse.

Quelle: Bloomberg / Credit Suisse AG, IDC; letzter Datenpunkt: 1.2.2019

Mythos 4: Beim Anlegen von Geld verhalte ich mich rational

Die Geldanlage ist ein höchst emotionales Thema. Wenige Anleger bleiben rational, wenn es um das eigene Vermögen geht. Zeigen die Kurse nach oben, wird gerne auf weitere Gewinne spekuliert. Umgekehrt hat der eine oder andere Anleger seine Geldanlage schon in Panik verkauft, weil die Kurse gefallen sind und weitere Verluste erwartet wurden.

Solche emotionalen Entscheide sind verheerend. Denn gelenkt von Emotionen statt Fakten hinkt der Anleger den Marktgeschehnissen stets hinterher. Er investiert, wenn es schon zu spät ist, und er verkauft, wenn die Verluste bereits erfolgt sind. So verpasst er gleichzeitig die Erholung, die rein rational betrachtet auf jeden Börsencrash folgt.

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Geld anlegen erfolgt selten rational

Quelle: Credit Suisse AG

Mythos 5: Ich kann besser Geld investieren als die anderen

Maximale Rendite. Das ist der Wunsch eines jeden Anlegers. Dabei überschätzten sich viele. Sie gehen ein höheres oder tieferes Risiko ein als empfohlen und glauben, damit den Markt zu übertreffen. Dieses Denken führt jedoch selten zum Erfolg. Eine tiefere Rendite oder gar ein Verlust sind stattdessen meist die Realität.

Die Erfahrung zeigt: Bei der Geldanlage ist am besten beraten, wer im Einklang mit seinem Risiko/Rendite-Profil investiert. Erfahrene Finanzmarktexperten und ein sys­tematischer Investment-Prozess ermöglichen es, die Rendite mit dem angebrachten Risiko zu optimieren. Wer dagegen vom Risiko/Rendite-Gleichklang abweicht, schnei­det meistens schlechter ab.

31 %

gingen in einer Analyse ein höheres Risiko ein, als vom Credit Suisse Berater empfohlen, und erzielten damit eine tiefere Rendite.

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