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Unsicherheit an Finanzmärkten schürt Ängste. So legen Sie Ihr Geld sicherer an.

Geld anlegen ohne Risiko geht nicht. Politische oder wirtschaftliche Wachstumssorgen belasten immer wieder die Finanzmärkte. Wie sollen Anleger in unsicheren Zeiten reagieren? Wichtige Tipps, wie Sie Ihr Geld sicher anlegen.

1. Geld langfristig sicher anlegen

Wer an der Börse investiert, weiss, dass Kursschwankungen und Volatilität einkalkuliert werden müssen. Kursschwankungen sind völlig normal. Und ergo auch rote Zahlen. Anleger sollten sich daher nicht übermässig sorgen, wenn sich ihr Portfolio im Minus befindet. Oftmals folgt auf Kursverluste eine Phase der Erholung.

In der Regel ist es besser, abzuwarten statt kopflos und aus Angst vor weiteren Verlusten zu verkaufen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der Anlagehorizont genügend weit in die Zukunft reicht. Denn die Erholungsphase dauert meist länger als ein Börsencrash. Wer aber sein Kapital in dieser Zeit benötigt, muss die Verluste effektiv verbuchen. Beim Investieren muss zu Beginn das Investitionsrisiko dem Anlagehorizont angepasst werden.

schwankungen am aktienmarkt folgen und geld sicher anlegen

Aktienmarkt und relevante Markttreiber in den vergangenen Jahren

Quelle: Datastream / Credit Suisse IDC / Credit Suisse Research

2. Langfristig Geld anlegen bedingt Liquidität

Obwohl Liquidität keine Rendite abwirft, ist sie für Investoren, die Geld sicherer anlegen möchten, zwingend. Denn wer keine Liquidität hat, muss für jede grössere Anschaffung Geldanlagen verkaufen – und das unter Umständen in schlechten Zeiten. Deswegen sind geplante liquide Mittel beim Geldanlegen ein wichtiger Tipp.

Liquidität kann aber auch dazu dienen, Kursverluste zum Einstieg zu nutzen. Denn nach einem Börsencrash sind Aktien, aber auch Fonds und ETFs günstiger erhältlich als zuvor. Sofern Aussicht auf Erholung besteht und freies Kapital verfügbar ist, ist es sinnvoll, zu investieren.

3. Geld sicherer anlegen: Diversifikation sei Dank

Der Kursverlauf verschiedener Geldanlagen verhält sich in der Regel unterschiedlich. Das können sich risikobewusste Anleger zunutze machen, indem sie verschiedene Titel kaufen, die möglichst wenig miteinander korrelieren, oder in diversifizierte Fonds investieren.

Ein gut diversifiziertes Portfolio umfasst Aktien und Anleihen verschiedener Regionen und Währungen. Zusätzliche Risikostreuung bieten Rohstoffe, beispielsweise Gold, sowie Hedgefonds und je nach Grösse des Portfolios Private Equity.

4. Ungleichgewichte in der Geldanlage aufdecken

Die Zusammensetzung der Anlageklassen im Portfolio hängt von der Anlagestrategie ab. Risikofreudige Anleger werden beispielsweise einen höheren Anteil an Aktien anstreben als solche, die Geld ohne Risiko anlegen möchten. Denn Erstere sind bereit, für eine mögliche hohe Rendite höhere Verluste zu akzeptieren.

Es genügt aber nicht, die Gewichtung im Portfolio zu Beginn festzulegen. Wichtig ist auch, diese regelmässig zu überprüfen und anzupassen. Sonst kann es passieren, dass der Aktienanteil plötzlich deutlich höher ist als gewünscht. In der Folge steigt das Risiko für Verluste.

5. Defensiv Geld anlegen in unsicheren Zeiten

Grundsätzlich sollten Anleger an der einmal definierten Anlagestrategie festhalten, solange sich die finanziellen oder persönlichen Verhältnisse nicht ändern. Wird aber eine Marktkorrektur erwartet, kann es sinnvoll sein, die Anteile der Anlageklassen anzupassen. Das schützt vor grösseren Verlusten.

Beispielsweise kann der Anteil Aktien zugunsten von Anleihen und alternativen Anlagen reduziert werden. Anpassungen sollten jedoch im Rahmen der Anlagestrategie erfolgen. Diese sieht eine Bandbreite für Aktien, Anleihen und weitere Anlageklassen vor.

6. Verluste bei einzelnen Geldanlagen begrenzen

Ruhig Blut bewahren und abwarten ist bei hoher Volatilität an der Börse oftmals Gold wert. Aber nicht immer. Insbesondere bei Einzeltiteln oder speziellen Geldanlagen ist es wichtig, die Verluste einzugrenzen. Denn sind die Fundamentaldaten schlecht, bringt es nichts, auf Erholung zu setzen.

Um den Kapitalverlust in Grenzen zu halten, sollten sich Anleger überlegen, wie viel Verlust in Kauf zu nehmen sie bereit sind. Fällt ein Titel stärker, wird er verkauft. Das bietet gleichzeitig die Chance, in andere, mehr Rendite versprechende Geldanlagen zu investieren.

7. Geld mit Optionen sicher anlegen

Wer Verluste automatisiert absichern möchte, macht dies am besten mit Optionen. Kapitalschutzprodukte bieten die Möglichkeit, eine Untergrenze zu definieren, bei der der Titel automatisch verkauft wird. Das verhindert, dass die Verluste höher als verkraftbar sind.

Mit Optionen ist es zudem möglich, auf fallende Kurse zu setzen. Das kann sinnvoll sein, wenn Anleger in naher Zukunft einen Börsencrash erwarten, ist aber mit Risiko verbunden. Put-Optionen berechtigen dazu, ein Wertpapier zu einem im Voraus festgelegten Preis zu verkaufen. Sinken die Preise tatsächlich, erzielt der Anleger eine Rendite.

8. Dekorrelation der Geldanlage in unsicheren Zeiten via Hedge-Fonds

Hedge-Fonds korrelieren wenig mit anderen Anlageklassen und sind daher ein gutes Mittel zur Diversifikation. Ihr Vorteil ist zudem, dass sie aktiv verwaltet werden. Hedge-Fonds-Manager können auf Markterwartungen und -veränderungen zeitnah reagieren.

Teilweise sichern die Manager ihre Hedge-Fonds auch aktiv gegen Verluste ab. Oder sie setzen gezielt auf sinkende Kurse. Wichtig ist bei Hedge-Fonds aber, sich vor dem Investieren gut über deren Strategie und Ausrichtung zu informieren.

9. Geld anlegen ohne Risiko bedingt, Muster zu durchbrechen

Menschen tendieren dazu, Entscheidungen aus dem Bauch heraus zu fällen. Auch an der Börse. Das führt dazu, dass Anleger Wertpapiere bei Verlust rasch verkaufen. Gleichzeitig halten sie an Aktien fest, die bislang Rendite abwarfen, auch wenn sich die Fundamentaldaten eingetrübt haben. Beides ist schlecht.

Zudem agieren viele Anleger intuitiv wie die Masse. Das verstärkt die Volatilität – insbesondere nach unten. Investoren, die ihr Geld sicher anlegen möchten, sollten sich vom Herdentrieb distanzieren und stattdessen konsequent gemäss der eigenen Anlagestrategie investieren.