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Den eigenen Willen wahren. Das Erwachsenenschutzrecht fördert die Selbstbestimmung.

Selbstbestimmung statt Fremdbestimmung. Dafür steht das Schweizer Erwachsenenschutzrecht. Möglich ist das aber nur, wenn wir von unseren Gestaltungsmöglichkeiten Gebrauch machen. Wieso es wichtig ist, einen Vorsorgeauftrag und eine Patienten­verfügung zu erstellen.

Wieso es das Erwachsenenschutzrecht und die KESB braucht

Das Schweizer Erwachsenenschutzrecht ist ein Teilbereich des Kindes- und Erwachsenenschutzrechts. In gewissen Situationen bedürfen nicht nur Kinder, sondern auch volljährige Personen Hilfe oder Schutz. Etwa dann, wenn sie wegen einer Krankheit, eines Unfalls oder infolge von Altersschwäche urteilsunfähig werden.

Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) ist zuständig dafür, dass hilfsbedürftige Personen geschützt werden und das Gesetz korrekt angewendet wird. Falls nötig ordnet die KESB eine Beistandschaft an und ernennt für die Unterstützung und Vertretung der betroffenen einen Beistand. Das Erwachsenenschutzrecht ermöglicht in erster Linie aber die Selbstbestimmung. Wann immer möglich hat das gesetzliche Vertretungsrecht durch den Ehegatten oder den eingetragenen Partner Vorrang vor behördlichen Massnahmen. Damit dies im Fall einer Urteilsunfähigkeit sichergesellt ist, gibt es zwei Massnahmen: den Vorsorgeauftrag und die Patientenverfügung.

Vorkehren mit Vorsorgeauftrag und Patientenverfügung

Im Vorsorgeauftrag kann jede urteilsfähige erwachsene Person festlegen, wer sie vertritt, sollte sie nicht mehr selbst für sich sorgen können. Der Vorsorgeauftrag umfasst die Bereiche Personensorge, Vermögensverwaltung sowie Vertretung im Rechtsverkehr. Der beauftragten Person können Weisungen für die Erfüllung dieser Aufgaben erteilt werden.

Die Patientenverfügung umfasst alle medizinischen Belange. Mit ihr kann festgehalten werden, welche medizinischen Massnahmen erfolgen sollen, falls man das nicht mehr selbst entscheiden kann. Auch kann eine Vertretungsperson ernannt werden, die den eigenen Willen vertritt und Einsicht in die Krankengeschichte erhält. Zudem kann man in einer Patientenverfügung weitere Anordnungen treffen – etwa zur Organspende, einer seelsorgerischen Begleitung oder zum gewünschten Sterbeort.

Vorsorgeauftrag und Patientenverfügung auf einen Blick

Vorsorgeauftrag und Patientenverfügung auf einen Blick

Quelle: Credit Suisse

Vorsorgeauftrag und Patientenverfügung leicht auffindbar machen

Beide Dokumente, der Vorsorgeauftrag und die Patientenverfügung, müssen im Ernstfall gefunden werden können. Allerdings unterscheiden sich die Empfehlungen dies­bezüglich. Der Vorsorgeauftrag sollte an einem Ort aufbewahrt werden, an dem er für Familienangehörige oder andere Vertrauenspersonen zugänglich ist. Der Hinterlegungsort kann beim Zivilstandsamt in das Personenregister eingetragen werden. In manchen Kantonen kann der Vorsorgeauftrag auch direkt bei der zuständigen KESB hinterlegt werden.

Die Patientenverfügung hingegen sollte dem behandelnden Arzt und allenfalls der Vertretungsperson ausgehändigt werden. Zusätzlich gehört eine Hinweiskarte zum Aufbewahrungsort der Patientenverfügung mit Notfallkontakten ins Portemonnaie.

Möglichkeiten des Erwachsenenschutzrechts frühzeitig nutzen

Wer keinen Vorsorgeauftrag und keine Patientenverfügung erstellt, kann im Ernstfall möglicherweise nicht mehr selbst bestimmen. Liegt keine Patientenverfügung vor, müssen Angehörige und Ärzte darüber entscheiden, welche medizinische Behandlung erfolgen soll. Etwa darüber, ob lebenserhaltende Massnahmen getroffen werden oder die Maschinen abgestellt werden sollen, sofern keine Aussicht auf Besserung besteht. Ist kein Vorsorgeauftrag vorhanden und kommt auch das Partnervertretungsrecht nicht zum Zuge, so ernennt die KESB einen Beistand.

Unfälle passieren täglich und auch schwere Erkrankungen betreffen nicht nur ältere Menschen. Nur wer noch im Besitz der Urteilsfähigkeit Vorkehrungen trifft, kann die Fremdbestimmung verhindern. Ein Vorsorgeauftrag und eine Patientenverfügung entlasten auch Angehörige. Sorgen Sie deshalb rechtzeitig vor, zum Beispiel mit unserem Muster für den Vorsorgeauftrag. 

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