Grenzabstand: Abstand von Haus und Einfriedung zur Grundstücksgrenze
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Bauprojekte an Haus und Garten: Diese Grenzabstände gelten.

Wer Projekte wie einen Anbau am Haus oder eine Einfriedung entlang der Grundstücksgrenze plant, muss laut Nachbarrecht Grenzabstände von Häusern, Zäunen und Bäumen wahren. Auf was Sie achten müssen und wann es sich lohnt, einen Experten zuzuziehen.

Nachbarrecht bestimmt den Grenzabstand

Mein Haus, mein Grundstück – meine Regeln? Nicht ganz. Laut dem Nachbarrecht hat Ihr Nachbar in bestimmten Fällen ein Wörtchen mitzureden. Und das aus gutem Grund. Denn die gesetzlichen Vorgaben zielen darauf ab, ein friedliches Nebeneinander von Grundeigentümern zu gewährleisten, sagt der Hauseigentümerverband Schweiz. Bestimmungen des Nachbarrechts verteilen sich auf Gesetze des Bundes, der Kantone und der Gemeinden.

Grundlegende Regeln, wie beispielsweise das Verbot von übermässigem Lärm, Luftverunreinigung und der Entzug von Tageslicht, sind im Zivilgesetzbuch in den Artikeln 684 bis 698 zu finden. Abstände von Bauten, Pflanzen und Zäunen zur Grundstücksgrenze legen die Kantone selbst fest. Diese Vorgaben können wiederum von den Gemeinden angepasst werden. 

Abstand von Bauten zur Grundstücksgrenze

Wer an- oder umbauen möchte, muss sich also bezüglich des Abstands zur Grundstücksgrenze an die Planungs- und Baugesetze der Kantone halten. Häufig wird der Grenzabstand zusätzlich durch spezifische Quartier- und Gestaltungspläne beein­flusst. Regelungen dazu stehen in den Bau- und Zonenordnungen der Gemeinden. Treten Unklarheiten auf, können Sie sich an Ihre Gemeindeverwaltung wenden.

 

Mit den Abstandsvorgaben wird unter anderem eine ausreichende Belichtung benachbarter Grundstücke gewährleistet. Zudem ist der Abstand eine wichtige Brandschutzmassnahme. Beispielsweise heisst es in der Bauordnung der Stadt Zürich, dass Gebäude hier einen Mindestabstand von fünf Metern zur Grundstücksgrenze haben müssen. Diese Vorschriften gilt es sowohl bei einem Neubau als auch bei An- und Umbauprojekten einzuhalten.

Grenzabstand mit Zustimmung des Nachbarn unterschreiten

Reicht ein geplanter Anbau näher an die Grundstücksgrenze als laut Bau- und Zonenordnung erlaubt, können Eigentümer mit ihrem Nachbarn ein Näherbaurecht vereinbaren. Dieses Recht kann einseitig oder gegenseitig eingeräumt werden und gestattet, die vorgeschriebenen Grenz- und Gebäudeabstände zu unterschreiten.

Da in manchen Fällen mit einer Wertminderung des Nachbargrundstücks gerechnet werden muss, kann der Nachbar für die Zustimmung eine Entschädigung verlangen. Sobald die Vereinbarung im Grundbuch eingetragen wird, ist sie an das Grundstück geknüpft und auch für künftige Eigentümer gültig.

Einfriedung an der Grundstücksgrenze

Ebenfalls an Grenzabstände halten müssen sich Eigentümer, die ihr Grundstück mit einer Hecke, einem Zaun oder einer Mauer nach aussen hin abgrenzen möchten. Dieser Vorgang wird als Einfriedung bezeichnet. Je nach Art des Sichtschutzes gelten andere Vorgaben. So muss laut Zivilgesetzbuch des Kantons Bern eine Grünhecke beispielsweise mindestens einen Abstand von 50 Zentimetern zur Grundstücksgrenze haben. Ein Zaun oder eine Mauer hingegen kann direkt auf der Grenze zum Nachbargrundstück stehen und darf maximal eine Höhe von 1,20 Meter haben.

Befindet sich die Einfriedung nur auf Ihrem Grundstück, gehört diese Ihnen. Sie tragen daher auch alleine die Kosten. Möchten Sie den Zaun direkt auf der Grenze zum Nachbargrundstück bauen, muss vorher die Zustimmung des Nachbarn eingeholt werden. Ist er mit dem Zaun einverstanden, wird vom gemeinsamen Besitz ausgegangen. Das bedeutet auch gleiche Unterhaltskostenanteile.

Grenzabstand von Bäumen

Die Bepflanzung des Grundstücks mit Bäumen und Sträuchern gehört für viele Eigentümer zum Traumhaus dazu. Doch wie nah an der Grenze und wie hoch die Pflanzen sein dürfen, ist an kantonale Vorgaben gebunden. Beispielsweise müssen laut dem Zivilgesetzbuch des Kantons Aargau kleine Gartenbäume und Sträucher im Abstand von einem Meter, Feldobstbäume von drei Metern und grosse Zierbäume wie Pappeln von sechs Metern zur nachbarlichen Grenze gepflanzt werden. Dies soll unter anderem verhindern, dass sie Schatten auf das Nachbargrundstück werfen oder die Pflanzen sogar über die Grenze wachsen.

Beratung zum Nachbarrecht schafft Sicherheit

Ein Verstoss gegen einen der oben genannten Punkte kann aufwendig und teuer werden. Der Geschädigte kann die Beseitigung der Konfliktquelle, künftige Unterlassung und Schadensersatz fordern. Dies ist durch das Einhalten von Grenzabständen und eine offene Kommunikation mit dem Nachbarn vermeidbar. Letztere legt zudem den Grund­stein für eine gute Nachbarschaft.

Bei grösseren Projekten am Haus und im Garten lassen Sie sich am besten von Experten beraten – sowohl zu Ihren Rechten und Pflichten im Nachbarrecht als auch bezüg­lich Finanzierungsmöglichkeiten. So steht Ihrem Bauvorhaben nichts mehr im Wege.

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