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Impact Investing: Anlegen mit Weitsicht

Impact Investing und nachhaltige Anlagen verzeichnen enorme Wachstumsraten. Erfahren Sie im Interview mit Marisa Drew, Chief Executive Officer des Impact Advisory & Finance Departments der Credit Suisse, welche Anlagemöglichkeiten Sustainable Investing bietet.

Impact Investing und nachhaltige Anlagen wecken Interesse

Impact und Sustainable Investing haben in den vergangenen Jahren beachtlich an Interesse dazugewonnen. Immer mehr Menschen suchen nach Anlagemöglichkeiten, die finanzielle Erträge liefern und gleichzeitig einen positiven Beitrag zum Umweltschutz leisten.

Impact Investing fördert die Gleichberechtigung der Geschlechter, Zugang zu sauberem Wasser, eine gesicherte Lebensmittelversorgung und eine hochwertige Bildung für alle. Unter diesen Zielen sticht die weiterführende Bildung hervor. Impact Investing ermöglicht es Anlegern, sich an Projekten zur Förderung einer höheren Schulbildung zu beteiligen und gleichzeitig Erträge zu erzielen. Beispielsweise erhalten Studierende Zugang zu Finanzierungsmitteln zu moderaten Konditionen und können an namhaften Universitäten studieren.

Impact Investing macht den Unterschied

Marisa Drew, Chief Executive Officer des Impact Advisory & Finance Department (IAF) der Credit Suisse, ist verantwortlich für die Festlegung der Strategie sowie für die Steuerung, Koordination und Förderung von Aktivitäten in der gesamten Bank, die auf Impact Investing für vermögende Privatkunden, institutionelle Kunden und Firmenkunden der Bank ausgerichtet sind. Sie erklärt, wie Anleger mittels Impact Investing einen positiven Beitrag für mehr Bildung leisten können.

Welcher Bedarf besteht an privaten Bildungsinitiativen?

Ein Engagement des Privatsektors ist von wesentlicher Bedeutung. Einem Bericht der UNESCO von 2015 zufolge beläuft sich die jährliche Finanzierungslücke für Bildung zwischen 2015 und 2030 auf mindestens 39 Milliarden US-Dollar. Die UNESCO fordert mehr und bessere Finanzierung: eine hochwertige Bildung in allen Ländern der Welt und in allen Bildungsbereichen, und zwar unabhängig vom Geschlecht.

Wie gut ist der Gesamtmarkt für Impact Investing im Bildungsbereich entwickelt?

Der Markt für Bildungsprojekte steckt noch in den Kinderschuhen. In der Vergangenheit waren die Träger von Bildungsprojekten vor allem karitative und gemeinnützige Organisationen. Eine 2018 durchgeführte Umfrage des Global Impact Investing Network (GIIN) zeigt, dass lediglich 4 Prozent des verwalteten Vermögens im Bereich Impact Investing in Bildungsprojekte fliessen. Gleichzeitig wächst jedoch im Privatsektor das Bewusstsein dafür, dass dieser Bereich extrem unterfinanziert ist. Angaben des GIIN zufolge engagierten sich 2017 rund 20 Prozent aller Anleger im Impact Investing im Bereich Bildung, und 36 Prozent planten für 2018 eine Ausweitung ihres Engagements.

Welche Motivation sehen Sie für eine Anlage in Bildungsprojekte?

Für viele Privatanleger besteht eine grosse Motivation darin, dass sie selbst vom Zugang zu hochwertiger Bildung profitiert haben. Dies gilt insbesondere für diejenigen unserer Kunden, die aus Entwicklungsländern stammen, in denen Bildung kein Grundrecht, sondern ein Privileg ist. Für diese Menschen war ihre Bildung wie ein Lottogewinn, der ihnen ein glückliches Leben ermöglicht hat; und nun möchten sie auch anderen diese Chance eröffnen.

Welche finanziellen Erträge und Risiken stehen sich bei Impact Investing gegenüber?

Eine wichtige Komponente beim Impact Investing ist die Messbarkeit des erzielten Effekts. Dies ist für Anleger von zentraler Bedeutung. Grundsätzlich existieren zwei Strategien: Investoren können Erträge im Einklang mit traditionellen Anlagen anstreben, oder sie können bei den erzielten Erträgen Abstriche machen, und ein Teil der Rendite erfolgt in Form des angestrebten Effekts. Die Risiken sind identisch mit den Risiken bei traditionellen Anlageklassen, wobei Impact Investments tendenziell in privaten Märkten angesiedelt sind, die von einer längeren Duration und einer geringeren Liquidität geprägt sind.

Warum hält die Credit Suisse Bildungsprojekte für attraktiv?

Bei der Credit Suisse erkennen wir den Multiplikatoreffekt von Investitionen in Bildungsprojekte. Laut einem Bericht der Bill & Melinda Gates Foundation haben Investitionen in die Bildung und Gesundheit junger Menschen das grösste Potenzial, weltweit positive Veränderungen zu bewirken. Die Attraktivität des Konzepts spricht unserer Meinung nach für sich: Die Investition einer einzelnen Person kann einen finanziellen Ertrag erwirtschaften und gleichzeitig dazu beitragen, die Sterblichkeitsrate zu senken, mehr Frieden und Sicherheit zu gewährleisten, dem Klimawandel entgegenzuwirken, Menschen aus der Armut zu befreien oder eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung zu fördern.