Standort ändern

Sie sind dabei, die Herkunftsregion von dem Ort, an dem Sie Credit-Suisse.com besuchen, zu ändern.

*Die Herkunftsregion ist in Ihren Browser-Einstellungen festgelegt und kann sich von Ihrer Staatsangehörigkeit und/oder ihrem Wohnsitz unterscheiden.

 

Credit Suisse Sorgenbarometer 2021. Was die Schweiz beschäftigt.

Die Corona-Pandemie und ihre Folgen stehen auch 2021 an erster Stelle der Sorgen der Schweizerinnen und Schweizer – allerdings dicht gefolgt vom Thema Umwelt- und Klimaschutz und der Sorge um die AHV/Altersvorsorge. Nur noch 14 Prozent erachten die Arbeitslosigkeit als Problem.

Alle Schlussberichte und Infografiken zum Download

Das Forschungsinstitut gfs.bern hat auch dieses Jahr im Auftrag der Credit Suisse die Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger nach ihren Sorgen und nach wesentlichen Identitätsmerkmalen des Landes befragt. Auch 2021 ist die Corona-Pandemie und ihre Folgen die Top-Sorge (die Befragten konnten jeweils fünf Top-Sorgen nennen). Jedoch hat sich das Problem dieses Jahr etwas entschärft. Statt einer Mehrheit (51%) wie im letzten Jahr, zählen nun noch 40 Prozent die Pandemie zu den fünf Hauptsorgen. Für jeweils 39 Prozent der Befragten sind der Klimawandel (+11 Prozentpunkte, pp) und die Altersvorsorge (+2 pp) ebenfalls Hauptsorgen, womit sich erstmals ein Sorgen-Trio an der Spitze der Sorgenrangliste festsetzt.

Ebenfalls unter den fünf dringlichsten Themen für das Jahr 2021 findet sich die Ausgestaltung der Beziehungen zu Europa (33 Prozent) und die Entwicklung (der Kosten) im Gesundheitswesen und bei Krankenkassen (25 Prozent).

Die zehn Top-Sorgen der Schweizer 2021

Einschätzungen und Hintergründe zum Sorgenbarometer in der Publikation «Kompass für die Schweiz»

Einschätzungen und Hintergründe zum Sorgenbarometer in der Publikation «Kompass für die Schweiz»
 

Resilienz in der zweiten Phase der Pandemie

Zum Zeitpunkt der Befragung im Juli und August 2021 gab – genau gleich wie im letzten Jahr – eine Mehrheit von 65 Prozent der Stimmberechtigten an, dass es ihnen zum aktuellen Zeitpunkt wirtschaftlich gesehen sehr oder eher gut ging. In den letzten 25 Jahren sind es nur 2016 (68%) mehr gewesen. Auch auf die Zukunft angesprochen bleibt eine klare Mehrheit der Stimmberechtigten optimistisch, dass sie ihren aktuellen Wohlstand mindestens halten (75%) oder sogar verbessern (12%) kann. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Anteil Stimmberechtigter, die von einer Verschlechterung der eigenen Wirtschaftslage ausgehen, wieder auf das Niveau vor der Pandemie gesunken (10%). Die Zuversicht über die Sicherheit des eigenen Arbeitsplatzes steigt im Vergleich zum Vorjahr erneut an. Aktuell sind 87 Prozent der berufstätigen Stimmberechtigten überzeugt, ihr Arbeitsplatz sei sicher – 34 Prozent davon empfinden ihn sogar als sehr sicher.

Trend aktuelle individuelle wirtschaftliche Lage
 

Auch in der Krise soweit gute Noten für die Schweiz – aber keine Profilierung

Nach einer deutlichen Zunahme des Vertrauens in praktisch alle Akteure im Bereich Behörden und Politik im letzten Jahr, nimmt das Vertrauen 2021 wieder etwas ab. Das grösste Vertrauen von allen abgefragten Akteuren geniesst zum vierten Mal in Folge die Polizei (63% der Befragten äussern ihr Vertrauen; -7 pp), neu gleichauf mit dem Bundesrat (-5 pp). Dahinter folgt das Bundesgericht (60%) und die Schweizerische Nationalbank (51%). Neben dem Vertrauen in den Bundesrat nimmt auch jenes in das eidgenössische Parlament (Ständerat: 42%, -9 pp; Nationalrat: 42%, -6 pp) sowie in die staatliche Verwaltung (39%, -9 pp) deutlich ab. Sehr wenig Vertrauen geniessen nach wie vor die Kirchen und die EU (beide 19%).

Vertrauen in Schweizer Institutionen 2021

Dennoch: Die Eidgenossenschaft erhält selbst in dieser fundamentalen Krise noch recht gute Noten. 57 Prozent der Stimmberechtigten sind der Meinung, dass es die Schweiz während der Pandemie besser macht als alle anderen Staaten. Und 69 Prozent finden, die Schweiz sei in der Krise solidarisch zusammengestanden. Zweifel herrscht jedoch darüber, inwiefern der Föderalismus in Zeiten von Krisen und Unsicherheit die richtige Organisationsform ist. Immerhin 63 Prozent wünschen sich unter solchen Umständen mehr Kompetenzen beim Bund und weniger bei den Kantonen. Auch beurteilt eine Mehrheit von 55 Prozent das staatliche Krisenmanagement beim Ausbruch der zweiten Welle im Herbst 2020 als ungenügend. Und gar 79 Prozent sind der Meinung, die Pandemie habe gezeigt, dass die Digitalisierung in der Politik vorangetrieben werden muss.

 

Gelassenheit und Selbstsicherheit gegenüber Europa

Im Mai 2021 erklärte der Bundesrat die ins Jahr 2014 zurückgehenden Gespräche über ein institutionelles Rahmenabkommen zwischen der Schweiz und der EU einseitig als beendet. Die grosse Mehrheit glaubt deswegen jedoch nicht an tiefgreifende Ressentiments gegenüber der Schweiz: Nicht weniger als 90 Prozent der Bevölkerung stuft das Schweizer Image im Ausland als eher/sehr gut ein. 35 Prozent (–1 pp) sind sogar der Meinung, das Image habe sich in den letzten zwölf Monaten eher/viel verbessert. Konkret auf den Verhandlungsabbruch bezogen, können die Resultate des Sorgenbarometer als Rückendeckung für die schweizerische Aussenpolitik interpretiert werden: Einer knappen Mehrheit von 51 Prozent, für welche der Entscheid sehr richtig (21%) oder eher richtig (30%) ist, steht eine Minderheit von 40 Prozent gegenüber, welche das Vorgehen des Bundesrats als sehr falsch (16%) oder eher falsch (24%) beurteilen.

Aussagen zur Beziehung Schweiz-EU

Der Verhandlungsabbruch wird von den Befragten jedoch nicht als offensiver Akt eingestuft: 66 Prozent (–3 pp) der Stimmbürger taxieren die Schweizer Aussenpolitik als eher oder sehr defensiv, wobei sich dies natürlich nicht nur auf die Verhandlungen mit der EU bezieht. Generell wünschen sich 75 Prozent (+2 pp) der Schweizerinnen und Schweizer eine offensivere Aussenpolitik. In den letzten zwölf Jahren ergab die Sorgenbarometerumfrage diesbezüglich nur 2014 einen höheren Wert. Der Abbruch der Verhandlungen hat an der Grundkonstellation jedoch nichts verändert: Nach wie vor eine deutliche Mehrheit von 76 Prozent (–1 pp) erachtet eine stabile Beziehung der Schweiz zur EU als eher oder sehr wichtig.

Das Ziel der nächsten Gesprächsrunde mit der EU ist für die Bevölkerung klar: Das Institutionelle Rahmenabkommen muss erneut verhandelt werden. Bei sieben zur Auswahl stehenden Optionen bezeichnen 33 Prozent das Institutionelle Rahmenabkommen als bevorzugte Variante. Nimmt man die ersten drei präferierten Optionen zusammen, votieren sogar drei Viertel der Schweizer (74%) für diese Lösung. Denkbar wären für eine Mehrheit auch die Fortführung der Bilateralen Verträge ohne Weiterentwicklung (63%) oder der Beitritt zum EWR (52%). Kein Thema ist zurzeit der Beitritt zur EU (20%) sowie der Alleingang unter Kündigung der Bilateralen Verträge (22%).

Lesen Sie den Schlussbericht zum Sorgenbarometer 2021

Über das Sorgenbarometer

Welches sind die grössten Sorgen der Schweizerinnen und Schweizer? Und wie steht es um das Vertrauen in die Akteure aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft? Diesen Fragen geht die Credit Suisse seit nunmehr 45 Jahren in ihrer jährlichen Sorgenbarometer-Umfrage nach. Mit dem Sorgenbarometer will die Credit Suisse einen Beitrag zur öffentlichen Diskussion zu gesellschaftspolitisch relevanten Themen leisten. Im Jahr 2021 befragte das Forschungsinstitut gfs.bern im Auftrag der Credit Suisse 1‘722 Stimmberechtigte in der ganzen Schweiz zwischen Juli und August. Der statistische Stichprobenfehler liegt bei ±2,3 Prozentpunkten.