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Wachstum des weltweiten Vermögens auch 2016 begrenzt – Brexit-Votum vernichtet Vermögen britischer Privathaushalte in Höhe von USD 1,5 Billionen

Credit Suisse Research Institute veröffentlicht Global Wealth Report 2016

Das Credit Suisse Research Institute (CSRI) veröffentlichte heute die siebte Ausgabe seines jährlich erscheinenden Global Wealth Report. Dem Bericht zufolge blieb das Wachstum des weltweiten Vermögens auch 2016 begrenzt. Damit setzte sich der seit 2013 bestehende Trend fort. Im Kontrast dazu wurden vor der weltweiten Finanzkrise von 2008 zweistellige Wachstumsraten verzeichnet.
Mittelfristig wird lediglich mit einer moderaten Beschleunigung gerechnet. Die Schweiz belegte 2016 beim durchschnittlichen Vermögen pro Erwachsenen erneut den weltweiten Spitzenplatz.

Wie die neueste Ausgabe des Global Wealth Report des CSRI zeigt, stieg das weltweite Gesamtvermögen 2016 um USD 3,5 Billionen (bzw. 1,4 %) auf USD 256 Billionen. Dieser Anstieg deckt sich recht genau mit der Zunahme der erwachsenen Weltbevölkerung. Damit blieb das Durchschnittsvermögen pro Erwachsenen mit USD 52’800 gegenüber dem Vorjahr unverändert.

Tabelle 1: Veränderungen der Vermögen privater Haushalte Mitte 2015 bis Mitte 2016 nach Region (Gesamttabelle siehe Bericht)

Region

Gesamtvermögen 2016
in USD Mia.

Veränderung des Gesamtvermögens in USD Mia.

Veränderung in %

Afrika

2’503

–132

–5,0

Asien-Pazifiki

53’465

4’117

8,3

China

23’393

–679

–2,8

Europa

73’305

–1’300

–1,7

Indien

3’099

–26

–0,8

Lateinamerika

7’561

–322

–4,1

Nordamerika

92’381

1’796

2,0

Welt

255’708

3,455

1,4

Quelle: James Davies, Rodrigo Lluberas und Anthony Shorrocks, Credit Suisse Global Wealth Databook 2016

Brexit-Votum schmälert Vermögen

Grossbritannien erlitt 2016 erhebliche Vermögenseinbussen: Durch das Brexit-Votum, das zu einem starken Verfall der Wechselkurse und des Aktienmarktes führte, verloren private Haushalte USD 1,5 Billionen.

Michael O’Sullivan, Chief Investment Officer der Division International Wealth Management bei der Credit Suisse: «Bei den Brexit-Folgen denkt man meistens an das BIP, aber auch die Folgen für das Vermögen der Privathaushalte muss man im Auge behalten. Seit der Brexit-Abstimmung ist das Vermögen der britischen Haushalte um USD 1,5 Billionen gesunken. Das Vermögen pro Erwachsenen ist seit Ende Juni bereits um USD 33’000 auf USD 289’000 gefallen. Tatsächlich sind, in US-Dollar gemessen, 406’000 Menschen in Grossbritannien keine Millionäre mehr.»

Japan legt zu, Verteilung des Vermögenswachstums in China wird ungleicher Der Global Wealth Report verdeutlicht auch die Auswirkungen unterschiedlicher nachteiliger Wechselkursentwicklungen. Durch sie nahm das Vermögen in allen Regionen ausser Asien-Pazifik ab1. Den höchsten Vermögenszuwachs in einem einzelnen Land verzeichnete Japan mit einem Gesamtanstieg um USD 3,9 Billionen, gefolgt von den USA mit einem Plus von USD 1,7 Billionen. Die Schweiz belegte beim durchschnittlichen Vermögen pro Erwachsenen erneut den Spitzenplatz. Trotz eines Rückgangs des durchschnittlichen Vermögens pro Erwachsenen behauptet sie ihre führende Position unangefochten.

Loris Centola, globaler Leiter Research in der Division International Wealth Management: «Die Folgen der Rezession von 2008–2009 werden das Wachstum weiterhin stark belasten. Immer mehr deutet auf eine langfristige Stagnation hin. Die Entstehung einer multipolaren Welt, die von den Folgen des Brexit-Votums in Grossbritannien und von der US-Präsidentschaftswahl bestätigt wird, dürfte diesen Trend noch verschärfen. Dies könnte dazu führen, dass ein geringeres Vermögenswachstum zum neuen Normalfall wird.»

Der Global Wealth Report behandelt unter anderem folgende Themen:

 

Vermögensausblick

  • Das Vermögenswachstum ist zurückgegangen, aber wir rechnen mit einer moderaten Beschleunigung und gehen davon aus, dass das weltweite Gesamtvermögen bis 2021 auf USD 334 Billionen steigen wird.
  • Dabei dürften die Entwicklungsländer höhere Zuwächse verzeichnen als die Industrieländer. Auf sie wird jedoch nur knapp ein Drittel des Wachstums während der nächsten fünf Jahre entfallen. Zurzeit vereinen sie auf sich rund 18 % des weltweiten Vermögens der Privathaushalte, im Jahr 2000 waren es nur 12 %.
  • China dürfte mehr als die Hälfte zum prognostizierten Wachstum in den Schwellenländern beitragen, und aus Indien werden mehr als 7 % kommen.

Trends bei der Zahl der Millionäre

  • Die Zahl der Millionäre erhöhte sich weltweit um 155 %, während die Zahl der UHNWIs um 216 % stieg, womit sie die bei Weitem wachstumsstärkste Gruppe unter den Vermögensbesitzern sind.
  • Die weltweit 12,4 Millionen Millionäre im Jahr 2000 waren stark (96 %) in Ländern mit hohem Einkommen konzentriert. Seither sind 20 Millionen «neue Millionäre» hinzugekommen, von denen rund 2,6 Millionen bzw. 13 % aus Schwellenländern kommen.
  • In diesem Jahrhundert hat sich kein anderes Segment der Vermögenspyramide so stark entwickelt wie das Millionärs- und das UHNWI-Segment.
  • Die Zahl der Millionäre wird bis 2021 voraussichtlich 45,1 Millionen erreichen, während die Zahl der UHNWIs von 141’000 auf 208’000 steigen könnte.

Tabelle 2: Zahl der Millionäre 2016 und 2021 nach Regionen

Region

Anzahl (’000) 2016 Anzahl (’000) 2021

Veränderung

Afrika

136

196

44%

Asien-Pazifiki

6’043

8’372

39%

China

1’590

2’749

73%

Europa

9’804

13’007

33%

Indien

178

280

57%

Lateinamerika

502

708

41%

Nordamerika

14’678

19’747

35%

Quelle: James Davies, Rodrigo Lluberas und Anthony Shorrocks, Credit Suisse Global Wealth Databook 2016, Credit Suisse Research

Die Vermögenspyramide

  • Diskussionen über den Vermögensbesitz beschäftigen sich meist vor allem mit dem obersten Segment. Der Global Wealth Report zeichnet ein vollständigeres und ausgewogeneres Bild, denn ihm liegt die Überzeugung zugrunde, dass die Basis und die mittleren Segmente ebenfalls interessant sind.
  • Ein Grund ist die schiere Grösse der Zahlen innerhalb dieser Teile der Vermögenspyramide und ihre politische Macht. Ihr Gesamtvermögen von USD 35 Billionen bietet zudem beträchtliche wirtschaftliche Möglichkeiten, die oft übersehen werden. Durch Angebote, die den Bedürfnissen dieser Vermögensbesitzer Rechnung tragen, können in der Konsumgüter- und der Finanzindustrie neue Trends entstehen.
  • Eine vollständige Vermögenspyramide erfasst die gegensätzlichen Verhältnisse der Menschen mit einem Nettovermögen von USD 1 Million oder mehr an der Spitze und derjenigen, die sich in der Vermögenshierarchie weiter unten befinden.
  • China, Korea und Indonesien sind Beispiele für Länder, in denen ein schneller Aufstieg in der Vermögenspyramide möglich ist.
  • Indien macht bisher keine solchen Fortschritte, hat aber das Potenzial, von seinem niedrigen Niveau aus künftig rasch zu wachsen.

Die unterste Milliarde

  • Das diesjährige Schwerpunktthema ist die Basis der Vermögenspyramide. Über diese Gruppe ist relativ wenig bekannt, einerseits weil die Daten unvollständig sind, andererseits aber auch weil es bei Diskussionen über das Vermögen meist vor allem um die Spitze der Pyramide geht.
  • In der unteren Hälfte der globalen Vermögensverteilung finden sich vorwiegend Erwachsene aus Indien, Afrika und Teilen der Region Asien-Pazifik1. Doch seit 20 Jahren nimmt das Vorkommen von geringen Vermögen in Ländern mit hohem Einkommen immer mehr zu.
  • Geschätzte 9 % der Erwachsenen weltweit sind Nettoschuldner – eine besorgniserregende Zahl angesichts der Tatsache, dass die Zinsen so tief sind wie selten in den letzten Jahren.

Ungleichheit

  • Der Global Wealth Report geht davon aus, dass dem obersten Perzentil der Vermögensbesitzer jetzt 50,8 % des weltweiten Haushaltsvermögens gehören. Dies liegt über dem Niveau des Jahres 2000.
  • Veränderungen der Vermögensungleichheit vollziehen sich so langsam, dass die Gründe für diese Trends schwer auszumachen sind. Der Wert der Finanzanlagen – insbesondere der Wertschriften von Unternehmen – dürfte jedoch eine wichtige Rolle spielen, denn vermögendere Menschen halten einen überproportionalen Anteil ihres Vermögens in Form von Finanzanlagen.
  • Die künftigen Folgen dieser Korrelation sind von besonders grosser Tragweite. Wenn die Aktienkurse in den kommenden Jahren nicht so schnell steigen und der Anteil des Finanzvermögens sich stabilisiert oder sogar sinkt, könnte die Zunahme der Vermögensungleichheit, zu der es in den letzten Jahren gekommen ist, zum Stillstand kommen und sich möglicherweise sogar umkehren.

Über den Global Wealth Report des CSRI

Die siebte Ausgabe des vom Credit Suisse Research Institute publizierten Global Wealth Report stellt die umfassendsten und verlässlichsten Informationen bereit, die zum Vermögen der privaten Haushalte verfügbar sind. Trotz der Bedeutung des weltweiten Vermögens der Privathaushalte für die Konjunktur sind die Daten über dessen Höhe und Verteilung erstaunlich unvollständig. Diese Lücke schliesst der Bericht mit einer einzigartigen Datenbank, die sowohl publizierte Informationen als auch – wo keine Daten vorliegen – bestmögliche Schätzungen enthält. Der Global Wealth Report beruht auf Daten zum Vermögen von 4,8 Milliarden Erwachsenen aus über 200 Ländern – von den Milliardären an der Spitze bis zum mittleren und unteren Teil der Vermögenspyramide, welche andere Studien oft nicht berücksichtigen. Die robuste, über viele Jahre etablierte Methodik bietet transparente Informationen zu den Quellen, die dem Global Wealth Report zugrunde liegen, und deren Qualität.

Über das Credit Suisse Research Institute

Das Credit Suisse Research Institute ist der hauseigene Thinktank der Credit Suisse. Das Institut wurde nach der Finanzkrise 2008 eingerichtet, um langfristige wirtschaftliche Entwicklungen zu untersuchen, die nicht nur im Bereich Finanzdienstleistungen sondern auch darüber hinaus weltweite Auswirkungen haben könnten.
Weitere Informationen finden Sie hier: www.credit-suisse.com/researchinstitute

Druckexemplare des Global Wealth Report 2016 sind bestellbar unter www.credit-suisse.com/gwr
Detaillierte Informationen zu den Quellen und zur Methodik liefert auch das Global Wealth Databook 2016.

[1]  Asien-Pazifik (ohne China und Indien)