Rechtliche Dokumente und Hinweise Neue Vorschriften im Überblick

Neue Vorschriften im Überblick

Zweck dieser Seite ist die Bereitstellung einer Zusammenfassung ausgewählter neuer Vorschriften, Richtlinien und Initiativen mit Relevanz für Bankbeziehungen in der Schweiz. Ziel ist es, jeweils zum Zeitpunkt der Veröffentlichung gültige Informationen über die neuesten Entwicklungen bereitzustellen. Bitte beachten Sie, dass dieser Abschnitt inhaltlich nicht sämtliche Informationen zu allen für den Schweizer Finanzmarkt geltenden Vorschriften abdeckt. Als verlässlicher Partner treten wir in direkten Kontakt mit unseren Kunden, wenn von deren Seite Massnahmen erforderlich sind.

Das Parlament und der Rat der Europäischen Union haben die Aktionärsrechterichtlinie II verabschiedet, deren Bestimmungen seit dem 3. September 2020 anzuwenden sind. Die Richtlinie soll die Mitwirkungsrechte der Aktionäre sowie die Interaktion zwischen Gesellschaften und ihren Aktionären langfristig fördern.

Relevanz für die Credit Suisse

Die Bestimmungen der Richtlinie gelten allgemein für Aktien und aktienähnliche Instrumente, die (1) von Gesellschaften mit Sitz im Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) ausgegeben wurden, und die (2) für den Handel auf einem regulierten Markt innerhalb des EWR zugelassen sind (nachfolgend «Aktien im Geltungsbereich»). Die Credit Suisse ist als Intermediär verpflichtet die geltenden Bestimmungen der Richtlinie zu befolgen.

Relevanz für die Kunden der Credit Suisse

Für Kunden der Credit Suisse bedeutet dies:

  • Kunden mit relevanten Aktien erhalten Informationen wie Ankündigungen über Generalversammlungen und Abstimmungsmöglichkeiten. Darüber hinaus können sich unsere Kunden für bevorstehende Generalversammlungen registrieren und das jeweilige Stimmrecht ausüben.
  • Gesellschaften haben, vorbehaltlich eventueller Beteiligungsschwellen, sofern diese auf lokaler Ebene festgelegt sind, das Recht, Informationen über ihre Aktionäre einzuholen, um die Kommunikation zwischen dem Unternehmen und seinen Aktionären zu verbessern. Die Credit Suisse ist daher unter Berücksichtigung der allgemeinen Geschäftsbedingungen verpflichtet, Informationen wie Name des Aktionärs, Anschrift und Anzahl der gehaltenen Aktien auf Anfrage den Gesellschaften weiterzugeben.

Am 1. Januar 2020 trat das Schweizer Finanzdienstleistungsgesetz (FIDLEG) in Kraft. Für die meisten seiner Bestimmungen gilt eine zweijährige Übergangsfrist bis zum 1. Januar 2022. Das Gesetz hat zum Ziel, die Finanzmärkte zu regulieren, den Anlegerschutz zu verbessern und die Transparenz von in der Schweiz angebotenen Finanzprodukten sowie für Kunden mit Domizil in der Schweiz zu erhöhen.

Relevanz für die Credit Suisse

Die Credit Suisse ist als Bank in der Schweiz zugelassen und wir sind bestrebt, die Einhaltung des FIDLEG per Ende 2021 sicherzustellen.

Relevanz für die Kunden der Credit Suisse

Die Kunden werden innerhalb der Übergangsfrist vom 1. Januar 2020 bis 31. Dezember 2021 über ihre Klassifizierung gemäss den Bestimmungen des FIDLEG informiert. Beachten Sie bitte, dass die Credit Suisse Kunden als «Privatkunden (nicht professionelle Anleger)» einstuft, sofern bis 31. Dezember 2021 keine gesonderten Angaben gemacht werden. «Privatkunden (nicht professionelle Anleger)» profitieren von einem umfassenden Anlegerschutz. Zudem gewährleistet dieser Status, dass die erforderlichen Informationen über Produktmerkmale und -risiken bereitgestellt werden. In Bezug auf diesen Punkt können bereits jetzt auf Anfrage Basisinformationsblätter zu Anlageprodukten bereitgestellt werden; ab 2022 ist deren Bereitstellung verpflichtend.

Weitere Informationen über das FIDLEG, sein Rahmenwerk für die Kundenklassifizierung sowie das Factsheet stehen unter credit-suisse.com/fidleg zur Verfügung.

Das Bundesgesetz zur Umsetzung von Empfehlungen des Globalen Forums über Transparenz und Informationsaustausch für Steuerzwecke trat am 1. November 2019 in Kraft. Es regelt die neuen Anforderungen bezüglich Inhaberaktien und Inhaber-Partizipationsscheinen von Gesellschaften in der Schweiz (nachfolgend «Schweizer Inhaberpapiere»).

Relevanz für die Credit Suisse

Das Gesetz erlegt Banken keine grundsätzlichen Verpflichtungen auf, da es die konkreten neuen Anforderungen für Gesellschaften regelt, die über Schweizer Inhaberpapiere verfügen. Darüber hinaus definiert es die Auswirkungen für Inhaber solcher Schweizer Inhaberpapiere, die ihrer Meldepflicht nicht nachgekommen sind.

Relevanz für die Kunden der Credit Suisse

Seit dem 1. November 2019 können Gesellschaften nur dann Schweizer Inhaberpapiere ausgeben, wenn diese an einer Börse kotiert sind oder als sogenannte Bucheffekten ausgestaltet sind. Alle Emissionsgesellschaften müssen bis zum 30. April 2021 entscheiden, ob sie ihre Schweizer Inhaberpapiere in zulässiger Form behalten oder in Namenaktien/Namen-Partizipationsscheine umwandeln. Wenn eine Gesellschaft mit Schweizer Inhaberpapieren nicht bis zum 30. April 2021 tätig wird, werden ihre Schweizer Inhaberpapiere am 1. Mai 2021 automatisch in Namenaktien/Namen-Partizipationsscheine umgewandelt. Aktien, deren Inhaber nicht im Aktienbuch eingetragen sind, werden per 1. November 2024 nichtig, wenn der jeweilige Inhaber bis dahin nicht die erforderlichen Schritte unternommen hat, um ihre Eintragung zu erwirken.

Nach portugiesischem Recht müssen in Portugal ansässige Firmenkunden, die Zinszahlungen an nicht in Portugal ansässige Unternehmen (z. B. die Credit Suisse) tätigen, Körperschaftssteuer in Portugal deklarieren und zahlen. Die Körperschaftssteuer wird auf Zinserträge erhoben, die Zahlung/Meldung muss jährlich erfolgen.

Relevanz für die Credit Suisse

Falls die Credit Suisse einem in Portugal ansässigen Unternehmen ein Darlehen gewährt hat, unterliegen die von einem solchen Unternehmen erhaltenen Zinszahlungen der Körperschaftssteuer. Nach portugiesischem Recht muss der Firmenkunde die Körperschaftssteuer im Namen der Credit Suisse deklarieren und zahlen.

Relevanz für Firmenkunden der Credit Suisse

Firmenkunden mit Darlehensverträgen und Ansässigkeit in Portugal müssen sicherstellen, dass die Körperschaftssteuer jährlich im Namen der Credit Suisse gegenüber der portugiesischen Steuerbehörde deklariert und bezahlt wird. Den Firmenkunden werden diese Beträge zurückerstattet, sobald sie der Credit Suisse die entsprechende Steuerzahlungsbestätigung übermittelt werden.

Die spanische Finanztransaktionssteuer (FTT) gilt ab dem 16. Januar 2021 für alle neuen Käufe von Aktien, die an einem geregelten Markt kotiert sind und von einem Unternehmen mit Sitz in Spanien und einer Marktkapitalisierung von über EUR 1 Milliarde emittiert werden. Die Marktkapitalisierung muss jedes Jahr am 1. Dezember beurteilt werden und wird voraussichtlich auf der Website der spanischen Steuerverwaltungsbehörde veröffentlicht. Die Steuer in Höhe von 0,2 % wird beim Kauf von Aktien von diesen Unternehmen fällig.

Relevanz für die Credit Suisse

Die Credit Suisse muss als Vermittlerin, die den Kaufauftrag übermittelt oder im Namen des Kunden ausführt, die Steuer einbehalten, bezahlen und die Transaktionen monatlich an die spanische Steuerbehörde melden.

Relevanz für die Kunden der Credit Suisse

Die spanische FTT gilt für neue Transaktionen und hat keine Auswirkungen auf vor dem 16. Januar 2021 erworbene und abgewickelte Kundenpositionen. Wenn Kunden im Zusammenhang mit dem Kaufauftrag die spanische Finanztransaktionssteuer berechnet wird, wird der einbehaltene Steuerbetrag auf der jeweiligen Kundenabrechnung angezeigt.