Stephan Lichtsteiner; Credit Suisse National Teams; Nationalmannschaft; Nati; Fussball
Insights und Stories

Stephan Lichtsteiner

Stephan Lichtsteiner; Credit Suisse National Teams; Nationalmannschaft; Nati; Fussball

Stephan Lichtsteiner, Sie haben von der U15 bis U21 insgesamt 63 Spiele für Schweizer Nachwuchsteams bestritten: Erinnern Sie sich an Ihr allererstes Spiel im Nati-Dress?
Ich erinnere mich weder an den Gegner noch an das Resultat. Ich weiss nur noch, wie ich mich über das Aufgebot freute. Und dass es mich nicht überraschte. Denn ich habe schon als Kind keine Sekunde daran gezweifelt, dass ich Profi werde. Sie waren im SFV-Footuro-Programm für potenzielle A-Nati-Spieler.

Was hat Ihnen diese individuelle ­Förderung gebracht?
Dank den Medizin- und Leistungstests von Footuro wusste ich immer, wo ich stand. So konnte ich mit Spezialübungen sehr präzis an meinen Schwächen im Kraftbereich arbeiten und damit die Basis für eine lange Karriere legen.

Sie haben einst bei der Credit Suisse die KV-Lehre absolviert. Lässt sich auch heute noch eine Lehre mit Spitzensport vereinbaren?
Absolut. Es ist nur eine Frage der Disziplin. Ich habe dort viel fürs Leben gelernt und kann es nur empfehlen.

Fussball wird im Kopf entschieden, heisst es. Gehört Mentaltraining zur Ausbildung, oder ist das Hokuspokus?
Ganz ehrlich: Ich glaube, mentale Stärke lässt sich nicht lernen. Entweder man hat sie oder eben nicht. Was ich hingegen für sehr nützlich halte, ist Medientraining.

Wie behält man die Bodenhaftung?
Indem man sich nicht nur mit Schulterklopfern umgibt. Es braucht gute Freunde und eine Familie, die zwischendurch mal sagen: «Hey Stephan, brems dich mal wieder ein.»

Sie wechselten mit 21 zu Lille. Wann ist der richtige Zeitpunkt für einen Wechsel ins Ausland?
Wenn man sich in der Super League durchgesetzt und dort auch einmal eine Krise durchgestanden hat. Und wichtig: Der Trainer muss dich wirklich wollen. Denn im Ausland wartet keiner auf dich.

Das Fussballbusiness gilt als Haifischbecken. Braucht man als junges Talent einen Agenten?
Ja, denn die Eltern kennen die Branchenregeln nicht und sind überfordert. Mein Glück ist es, dass mein Bruder Spielerberater ist. Da kann ich sicher sein, dass er an das Beste für meine Karriere denkt und nicht an sein eigenes Portemonnaie.