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50 Jahre Walliser Wirtschaft – zwischen Tradition und Moderne

Studie der Credit Suisse anlässlich der Feier zur 50-jährigen Präsenz der Bank im Kanton Wallis

In diesem Jahr feiert die Credit Suisse ihre 50-jährige Präsenz im Kanton Wallis – ein halbes Jahrhundert Erfolgsgeschichte. Mit anfänglich drei Filialen in Martigny, Sion und Brig nahm die Bank 1961 das Geschäft im Wallis auf. Im Verlauf der letzten 50 Jahre hat die Credit Suisse ihr Geschäftsstellennetz deutlich ausgebaut und ist heute mit über 170 Mitarbeitenden in 9 Filialen im Wallis vertreten. Aus diesem Anlass blickt das Economic Research im Rahmen der Jubiläumsstudie "50 Jahre Walliser Wirtschaft – zwischen Tradition und Moderne" auf ein halbes Jahrhundert bewegter wirtschaftshistorischer Entwicklung zurück.

Das Wallis – Heimat des Matterhorns, Obst-, Weinkammer und Wasserschloss der Schweiz. Dies sind nur einige der Wahrzeichen, die typischerweise mit dem Bergkanton in Verbindung gebracht werden. Obschon das Wallis in den Köpfen vieler Touristen – gewiss aber auch manch eines Eidgenossen – ein traditionelles, gelegentlich gar leicht verstaubtes Dasein fristet, gleicht seine wirtschaftliche Realität doch vielmehr einem Spagat zwischen Tradition und Moderne. Dass der Kanton noch heute in den jährlich wiederkehrenden traditionellen Kuhkämpfen seine "Königin" kürt und gleichzeitig für die neuste iPhone App "Vins du Valais" wirbt, bringt diesen Dualismus deutlich zum Ausdruck.

Walliser Wirtschaft – vorwiegend wertschöpfungsschwache Branchen
Als traditioneller Bergkanton war das Wallis lange Zeit von der Landwirtschaft geprägt. Die Industrialisierung setzte im Vergleich zum Rest der Schweiz erst spät ein. Trotz oder vielleicht gerade wegen dieses Umstands ist der Kanton Wallis noch heute etwas stärker industriell geprägt als der Schweizer Durchschnitt. Die vielfach als "die Grossen Drei der Industrie" bezeichneten Unternehmen Lonza, Alusuisse und Ciba, die sich um 1900 im Zuge der industriellen Entwicklung im Wallis ansiedelten, haben die Wirtschaftsstruktur des Alpenkantons nachhaltig geprägt und sind noch heute – wenn auch teilweise unter anderem Namen – im Wallis präsent. Längst hat aber auch im Wallis die Tertiarisierung und damit die Verschiebung hin zur modernen Dienstleistungsgesellschaft stattgefunden. Im Dienstleistungssektor gehört der Tourismus zu den bedeutendsten Branchen des Alpenkantons. Aufgrund der starken Ausrichtung auf den Tourismus ist auch das Baugewerbe im Kanton Wallis überdurchschnittlich stark vertreten. Der Umstand, dass es sich bei beiden Branchen um stark konjunkturabhängige und vorwiegend wertschöpfungsschwache Wirtschaftszweige handelt, gehört zu den Herausforderungen des Kantons hinsichtlich seiner wirtschaftlichen Entwicklung in der Zukunft.

Tourismus – Chancen und Risiken
Dank seinen topographischen Gegebenheiten, idealen klimatischen Bedingungen und einer einmaligen Bergkulisse verfügt das Wallis über optimale Voraussetzungen für einen ganzjährig profitablen Tourismus.
Die verkehrstechnische Erschliessung war und ist für die Entwicklung des Bergkantons daher ein zentrales Thema.

Die Eröffnung des Lötschberg-Basistunnels und die damit massiv verkürzte Reisezeit haben die Attraktivität des Wallis als Tourismusregion entscheidend erhöht. Die Bedeutung des Tourismus zeigt sich besonders deutlich an der Anzahl Beschäftigten. Alleine die Gastronomie und die Hotellerie zusammen beschäftigen im Wallis über 10% aller Erwerbstätigen. Neben der starken konjunkturellen Abhängigkeit und der niedrigen Wertschöpfungsintensität liegen die Risiken bzw. Herausforderungen des ausgeprägten Tourismussektors in der Erhaltung von Natur und Landschaft sowie in einer verantwortungsvollen und nachhaltigen Zweitwohnungspolitik.

Walliser Wasser – Fluch und Segen zugleich
Wasser ist für den Kanton Wallis in vielerlei Hinsicht von besonderer Bedeutung. Nicht umsonst wird die Region auch als "Wasserschloss der Schweiz" bezeichnet. Die Rhone und ihre zahlreichen Seitenbäche waren und sind dem Wallis jedoch stets Segen und Fluch zugleich. Einerseits erschütterten zahlreiche Hochwasser immer wieder die Region und zerstörten dadurch die Existenzgrundlage der Bevölkerung. Andererseits war die Nutzung der Wasserkraft ein Kernelement der Industrialisierung und somit wichtiger Treiber der wirtschaftlichen Entwicklung des Kantons. Die ersten Korrekturen am Verlauf der Rhone fanden zwischen 1863 und 1894 statt, die jüngste Korrektion ist derzeit im Gange und wird voraussichtlich bis ins Jahr 2030 andauern. Die Verfügbarkeit der Wasserkraft stellt auch heute noch einen bedeutenden Standortfaktor des Wallis dar, ist sie doch die wichtigste erneuerbare Energiequelle der Schweiz. Nicht weniger als 30% der gesamten schweizerischen Stromproduktion aus Wasserkraft stammen aus dem Wallis. Zu den grossen Herausforderungen des Kantons in den kommenden Jahren gehört in diesem Zusammenhang unweigerlich der Heimfall der Wasserkonzessionen und die damit den Gemeinden – wenn auch nur einzelnen – zufallenden Beträge in Milliardenhöhe.