Unternehmen Press Release

Press Release

Konjunkturumfrage der Credit Suisse in Zusammenarbeit mit ZEW

Pessimismus hält an

Die Konjunkturerwartungen sind gemäss dem Credit Suisse ZEW Indikator stark gefallen. Der Index fiel im August um 12,5 auf -71,4 Punkte. Der Index zur Einschätzung der aktuellen Konjunkturlage verzeichnete ebenfalls einen deutlichen Rückgang, er fiel um 18,6 Punkte auf 34,3 Punkte. Auch die Salden für die Inflations- und Zinserwartungen notierten im August erneut deutlich tiefer. Der Index der Inflationserwartungen fiel um 22,8 Punkte. Nur noch 14,3% der befragten Finanzmarktexperten erwarten über die kommenden sechs Monate eine ansteigende Inflationsrate. Der Saldo der Erwartungen bezüglich des kurzfristigen Zinsumfelds fiel um 29,6 Punkte auf -11,4 Punkte. Gleichzeitig erwartete im August aber ein um 8,8 Prozentpunkte angestiegener Anteil der befragten Experten (64,7%), dass sich der Franken gegenüber dem Euro im kommenden Halbjahr abwerten wird.

Der Credit Suisse ZEW Indikator der Erwartungen verzeichnete im August erneut einen deutlichen Rückgang. Er fiel um 12,5 Punkte und erreichte mit -71,4 Punkten ein ausserordentlich tiefes Niveau. Nur eine kleine Minderheit von 5,7% der befragten Finanzmarkexperten erwartet, dass sich die Konjunktur¬dynamik in den kommenden sechs Monaten verbessern wird. Dagegen erwartet eine deutliche Mehrheit von 77,1% (+15,3 Prozentpunkte) eine Verschlechterung der Konjunkturdynamik. 17,2% (-18,1 Prozentpunkte) gehen von einer stabilen Entwicklung auf den gegenwärtigen Niveaus aus.

Die Einschätzung der aktuellen Konjunktursituation hat sich bereits letzten Monat verschlechtert. Im August setzt sich dieser Trend fort. Der entsprechende Saldo fiel nochmals etwas stärker (um 18,6 Punkte) und lediglich noch 37,1% der Befragten halten die aktuelle Konjunkturlage für «gut». Ein Anteil von 60,0% (+12,9 Prozentpunkte) hält die Situation für «normal». Dennoch fällt für die Schweiz die Beurteilung der Wirtschaftslage weiterhin positiv aus. Alle anderen Länder weisen hingegen teils deutlich negative Konjunktureinschätzungen auf.

Die Inflationserwartungen sind im August ebenfalls erneut deutlich gefallen. Der Anteil der Befragten, die auf 6-Monats-Sicht einen Inflationsanstieg erwarten, beträgt nur noch 14,3% (Vormonat: 23,5%). Demgegenüber erwarten 37,1% der Umfrageteilnehmer (+13,6 Prozentpunkte), dass die Inflationsrate im kommenden Halbjahr zurückgehen wird. Etwas weniger als die Hälfte (48,6%) erwartet, dass die Inflation auf den aktuell niedrigen Niveaus verharren wird.

Der Index der Erwartungen für die kurzfristigen Zinsen ist im August stark gefallen und erreicht mit einer Abnahme um 29,6 Punkte ein negatives Niveau bei -11,4 Punkten. Der Anteil der Befragten, die in den kommenden sechs Monaten mit einem Zinsanstieg rechnen, fiel auf null. Indessen erwarten 11,4% (+2,3 Prozentpunkte) der Experten ein sinkendes Zinsumfeld über diesen Zeithorizont.

Der Saldo der Erwartungen zur Entwicklung des Schweizer Aktienmarktes zeigt nach dem Rückgang im Vormonat um 31,1 Punkte nun wieder einen Anstieg um 7,1 Punkte. Die Einschätzungen über die vergangenen Monate schwankten damit erheblich, insgesamt wird aber von einer positiven Aktienmarktentwicklung ausgegangen.

Vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Überbewertung des Frankens gegenüber den meisten Währungen gehen die befragten Finanzmarktexperten von einer schwächeren Tendenz des Frankens aus. Insbesondere der Index des Frankens gegenüber dem EUR fiel im August um 29,4 Punkte auf -50,0 Punkte.

Ablauf der Umfrage und Methodologie
Eine analoge monatliche Untersuchung für Deutschland führt das ZEW seit 1991 durch. Ziel der Schweizer Umfrage ist, Indikatoren sowohl für das allgemeine Konjunkturklima der Schweiz als auch für den schweizerischen Dienstleistungssektor zu entwickeln.

Im Einzelnen werden die Finanzexperten nach ihren mittelfristigen Erwartungen befragt, die sie für wichtige internationale Finanzmärkte hinsichtlich der Entwicklung der Konjunktur, der Inflationsrate, der kurz- und langfristigen Zinsen, der Aktienkurse und der Wechselkurse haben. Zusätzlich werden die Finanzexperten um eine Einschätzung der Ertragslage der Unternehmen in folgenden schweizerischen Dienstleistungsbranchen gebeten: Banken, Versicherungen, Konsum/Handel, Telekommunikation und gesamthaft.

Die Salden ergeben sich aus der Differenz der positiven und der negativen Anteile. Die Werte in Klammern zeigen die Veränderungen jedes Indikators gegenüber dem Vormonat.