SVC AG: «Wir wollen Entwicklungspotenzial sehen»

SVC AG: «Wir wollen Entwicklungspotenzial sehen»

Beat Brechbühl ist seit der Gründung der SVC – AG für KMU Risikokapital (SVC AG) vor sechs Jahren Verwaltungsratsmitglied. Im Gespräch erklärt er, wie für die SVC AG das perfekte Investment aussieht.

Beat Brechbühl, Verwaltungsratsmitglied der SVC AG und Managing Partner bei Kellerhals Carrard

Die SVC – AG für KMU Risikokapital ist eine Investmentgesellschaft. Was unterscheidet sie von vergleichbaren Unternehmen?

Beat Brechbühl: Uns geht es nicht darum, eine möglichst hohe Rendite zu erwirtschaften. Die SVC AG wurde nach der Finanzkrise in Kooperation mit dem Swiss Venture Club im Mai 2010 als Tochtergesellschaft der Credit Suisse gegründet. Dies mit dem gemeinsamen Ziel, den Werk- und Arbeitsmarkt Schweiz zu stärken.

Im Mittelpunkt steht also die Förderung des Unternehmertums in der Schweiz?

So ist es, deshalb versuchen wir möglichst nachhaltig zu investieren. Das Kapital soll erhalten bleiben, damit die Finanzierungen immer weitergehen können. Uns interessiert aus diesem Grund die Finanzierung etablierter Unternehmen stärker als die klassische Start-up-Finanzierung.

Wodurch zeichnen sich die Firmen im Portfolio der SVC AG aus?

Entscheidend ist: das KMU muss einen Sitz in der Schweiz haben. In Bezug auf die Branchen und Regionen sind wir sehr breit diversifiziert. Andere wichtige Kriterien sind: Wir möchten ein starkes Managementteam und ein stabiles Aktionariat. Der Businessplan muss auf einer ausgereiften Geschäftsidee mit einer Innovation basieren und sich validieren lassen. Zudem muss schon eine gewisse Marktakzeptanz ersichtlich sein.

Wie engagiert sich die SVC AG neben dem Einschiessen von Kapital in ihren Portfoliogesellschaften? Bringt sie sich beispielsweise auch als Aktionärin ein?

Das ist ein weiterer wichtiger Unterschied zu klassischen Venture Capital- oder Private Equity Gesellschaften. Wir betreiben normalerweise kein aktives Beteiligungsmanagement und sind sehr zurückhaltend mit Verwaltungsratsmandaten, denn solche Engagements würden wesentlich höhere Kosten generieren und auch verantwortungsrechtliche Fragen mit sich bringen. Diese müsste man wiederum mit einer höheren Rendite bezahlen.

Wie sieht für Sie das perfekte ­Investment aus?

Wir wollen Entwicklungspotenzial sehen. Wir investieren auch dann, wenn niemand sonst es tut, weil beispielsweise das Risiko zu hoch oder die mögliche Rendite zu klein ist. Das perfekte Investment kann ein Finanzierungsbedarf sein, sagen wir für die Entwicklung eines neuen Produktes, dessen Patent bereits vorliegt. Das Unternehmen erhält keine traditionelle Bankfinanzierung und wir investieren eine Summe für die Realisierung des neuen Produktes. Nach vier bis fünf Jahren zeigt sich ein gewisser Markterfolg: Umsatz und Gewinn konnten gesteigert werden, vielleicht hat man neue Mitarbeiter angestellt und nun zeigt ein strategischer Investor Inte­resse, will sich beteiligen oder die Firma gar kaufen. Das ist dann für uns der ideale Zeitpunkt, wieder auszusteigen – eine klassische Win-win-Situation: Wir konnten zu einem Zeitpunkt helfen, als niemand anderes dazu bereit war, wir konnten durch unsere Beteiligung eine Rendite erzielen, es wurde ein neues Produkt lanciert und neue Arbeitsplätze wurden geschaffen.