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Firmenbörse für KMU

Vermittlungsplattformen gibt es nicht nur für private Beziehungen, sondern auch für Unternehmen. Die Credit Suisse betreibt mit Opportunity Net eine der grössten Datenbanken dieser Art in der Schweiz.

Über drei Jahrzehnte hinweg hatte M. Müller sein Unternehmen durch unterschiedlichste Gezeiten navigiert. Bis zu seinem 60. Geburtstag schob er die Frage nach der Unternehmensnachfolge immer wieder hinaus: «Insgeheim hatte ich gehofft, dass eine meiner beiden Töchter sich doch noch interessieren könnte», erzählt er. Es sei sein Bankberater gewesen, der die Tatsachen irgendwann klar formuliert habe und ihm die Augen öffnete: Die Töchter würden die Firma nicht übernehmen. «Mir wurde bewusst, dass ich jetzt handeln musste – schliesslich hatte ich 32 Angestellte, die mir sehr am Herzen lagen, genau wie die Zukunft meines Lebenswerks.» Sein Wunsch war es, einen Käufer zu finden, gleichzeitig vorläufig noch einen Teil der Aktien zu behalten und als Berater die Firma noch eine Zeit lang zu begleiten. Es widerstrebte ihm, seine Verkaufsabsichten an die grosse Glocke hängen zu müssen, denn er fürchtete, dass dies dem Geschäft schaden könnte. Doch wie den passenden Käufer finden?

Fakten, Daten und Intuition

Müllers Kundenberater vermittelte ihn an Paul Monn, der bei der Credit Suisse für die Plattform Opportunity Net verantwortlich zeichnet. «Opportunity Net, das ist eine Vermittlungsplattform für Unternehmen», sagt Paul Monn. Sie bringt potenzielle Käufer und Verkäufer von Unternehmen sowie Investoren mit wachsenden Unternehmen und Finanzierungsbedürfnissen zusammen. Bei M. Müller machte sich Paul Monn erst ein Bild der Firma und füllte ein anonymisiertes Profil aus, um es Credit Suisse Kundenberatern von möglichen Käufern zukommen zu lassen. Einzig Mitarbeitende der Credit Suisse haben Zugang zu diesen anonymisierten Daten, und zu erfahren sind Branche, Umsatz, Anzahl Mitarbeitende, Gewinn, allenfalls die Preisvorstellung und die Region. «Meine Arbeit besteht zuerst darin, Daten zu sammeln und das Unternehmen gut kennenzulernen. Dann kommt der Teil, im dem auch Intuition eine wichtige Rolle spielt. Es kam schon vor, dass ich einem Kunden etwas ganz anderes vorschlug, als er ursprünglich gesucht hatte – und trotzdem den Nagel auf den Kopf traf», erzählt Paul Monn.

Arbeitsplätze sichern

Opportunity Net wurde 2007 als Dienstleistung für Kunden der Credit Suisse geschaffen. Jährlich entstehen durch sie bis 20 Matches mit einem Finanzierungs- oder Anlagevolumen von über 100 Millionen Schweizer Franken, Tendenz steigend. Gemäss Paul Monn ist bei externen Nachfolgelösungen kleinerer Unternehmen die grösste Herausforderung das Finden eines geeigneten Nachfolgers. Kann er nicht gefunden werden, gehen in der Schweiz oftmals Arbeitsplätze verloren. Genau das wäre im Fall von M. Müller vermutlich auch passiert, hätte er nicht über Opportunity Net den perfekten Käufer gefunden: «Über Opportunity Net konnte mir zwar nur ein einziger geeigneter Kandidat vorgeschlagen werden, dafür hat dieser gepasst wie der Deckel auf den Topf», konstatiert Müller. Und es ist gekommen, wie er es sich gewünscht hatte: Der ehemalige Patron konnte einen Teil seiner Aktien behalten und hat nun ein limitiertes Beratermandat in seinem ehemaligen Unternehmen. Daneben ist er auf der Suche nach einer neuen Investitionsmöglichkeit – natürlich über Opportunity Net.

Credit Suisse Opportunity Net: So funktioniert’s

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