Erfolgsfaktoren für Schweizer KMU 2016 CS Publikation Studie Unternehmen Unternehmer

Erfolgsfaktoren für Schweizer KMU 2016: Digitalisierung als Chance für KMU

Trotz der insgesamt positiven Bewertung des Standorts Schweiz durch die KMU gibt es Herausforderungen. Seit der Aufhebung des EUR/CHF-Mindestkurses am 15. Januar 2015 steht die Schweiz als Industrie- und Wirtschaftsstandort zunehmend zur Debatte. Von den fünf abgefragten Massnahmen zur Bekämpfung von Standortnachteilen bezeichnen die KMU die Einführung neuer Technologien als die wichtigste. Dies ergab die Umfrage des Credit Suisse Economic Research.

2016 haben wir zum fünften Mal die Schweizer KMU zu den Erfolgsfaktoren am Standort Schweiz befragt. An dieser Jubiläumsumfrage nahmen 2'000 Schweizer KMU teil. Insgesamt bezeichnen sie den Standort Schweiz als erfolgsfördernd, was sich zum einen an unserem Standortindikator ablesen lässt. Zum anderen schreiben die KMU nur zweien aus neun von uns definierten Erfolgsfaktoren einen negativen Effekt auf ihren Geschäftserfolg zu – dem wirtschaftlichen Umfeld und den Auslandsverflechtungen. Diese pessimistische Beurteilung der beiden Faktoren dürfte wesentlich auf die Frankenstärke zurückzuführen sein. Durch die Frankenaufwertung 2015 büssten viele KMU erneut an preislicher Wettbewerbsfähigkeit im In- und Ausland ein. Dies bremste letztlich auch das Wachstum der Schweizer Binnenwirtschaft, was die stark binnenorientierten Unternehmen belastete.

Entscheidend für die trotz dieser Herausforderung positive Gesamtbeurteilung des Standorts Schweiz im Jahr 2016 ist die Bewertung des für die befragten KMU wichtigsten Erfolgsfaktors Mitarbeitende und Qualifikationen. Die Unternehmen schreiben diesem Faktor den mit Abstand positivsten Einfluss auf ihren Erfolg zu. Ein wichtiger Grund dafür dürfte das international als Erfolgsmodell anerkannte Schweizer Bildungssystem sein.

In Zukunft wird das Forschungsumfeld für den Erfolg der KMU am stärksten an Bedeutung gewinnen. Zudem dürfte es sich laut Umfrage noch positiver auf den Unternehmenserfolg auswirken als bisher. Die weitere Entwicklung des Forschungs- und Innovationsstandorts Schweiz wird demnach für die KMU wegweisend sein. Die Unternehmen sehen die Zukunft des Standorts Schweiz im Vergleich zur heutigen Situation jedoch etwas skeptischer. So dürfte sich der Einfluss der regulatorischen Rahmenbedingungen auf den zukünftigen Erfolg der KMU deutlich verschlechtern. Angesichts der in den vergangenen Jahren erhöhten Regulierungsdichte überrascht dies kaum. Zudem erwarten die KMU, dass sich das wirtschaftliche Umfeld in Zukunft noch negativer auf ihren Geschäftserfolg auswirken wird.

Trotz der insgesamt positiven Bewertung des Standorts Schweiz durch die KMU gibt es Herausforderungen. Seit der Aufhebung des EUR/CHF-Mindestkurses am 15. Januar 2015 steht die Schweiz als Industrie- und Wirtschaftsstandort zunehmend zur Debatte. Deshalb haben wir die Umfrageteilnehmer auch zu den Standortnachteilen der Schweiz im Vergleich zum Ausland und zu möglichen Lösungsansätzen befragt.

Auf die Frage, wie gross die Nachteile des Standorts Schweiz gegenüber dem Ausland in den drei Bereichen Erstellungskosten, Verfügbarkeit von Fachkräften und Strenge bzw. Komplexität gesetzlicher Vorschriften sind, fällt die Antwort der KMU klar aus: Das Nachsehen hat die Schweiz in erster Linie bei den Erstellungskosten. Von den fünf abgefragten Massnahmen zur Bekämpfung von Standortnachteilen bezeichnen die KMU die Einführung neuer Technologien als die wichtigste, gefolgt von der Entwicklung neuer Produkte oder Dienstleistungen, Investitionen in Mitarbeiter, verstärktem Import von Vorleistungen und schliesslich Auslagerung ins Ausland.

Bei der gemäss Umfrage wichtigsten Massnahme gegen Standortnachteile der Schweiz – die Einführung neuer Technologien – dürfte insbesondere die Digitalisierung eine bedeutende Rolle spielen. Die grosse Mehrheit der befragten KMU vertritt nämlich die Meinung, dass Schweizer Unternehmen ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit durch die sehr starke Nutzung neuster digitaler Technologien deutlich erhöhen können.