Aktien Grosse Märkte im Überblick

Grosse Märkte im Überblick

USA: Gut trotz Hürden 

Seit Beginn der Hausse hat sich der S&P 500 deutlich besser entwickelt als andere Märkte (rund 210% gegenüber dem MSCI EMU und rund 245% gegenüber dem MSCI Japan). Unser Basisszenario geht aufgrund eines stärkeren Wirtschaftswachstums als in anderen Ländern und der hohen Bedeutung des Informatiksektors von einer anhaltend guten Performance des US-Marktes aus. Begrenzt wird sein Potenzial allerdings durch steigende Löhne, die nachlassenden Auswirkungen der Steuersenkungen aus dem Jahr 2018, eine weniger akkommodierende Geldpolitik und die Unsicherheit rund um die Präsidentschaftswahl. 

Eurozone: EZB und Handelskrieg

Die Aktien der Eurozone konnten sich 2019 trotz politischer Sorgen und der Schwäche im verarbeitenden Gewerbe überraschend gut behaupten. Die Rückkehr zu Lockerungsmassnahmen und die damit einhergehende Abwertung des EUR sorgten für Unterstützung. Auf USD-Basis blieb der Markt jedoch um 4.3% hinter dem S&P 500 zurück. 2020 dürften unter anderem die lockere Geldpolitik der EZB, eine wahrscheinliche Lösung der Brexit- Frage und die wenig anspruchsvollen Bewertungen den Markt unterstützen. Die grössten Risiken wären eine Eskalation des Handelskriegs zwischen den USA und China sowie die Verhängung von US-Zöllen auf Autoimporte aus Europa. 

Grossbritannien: Brexit dominiert

Der britische Markt lag 2019 deutlich hinter den globalen Aktienmärkten zurück. Dies war nicht in erster Linie auf den Brexit zurückzuführen, sondern vielmehr die Folge des schwachen Materialsektors, der einen grossen Teil des britischen Aktienmarktes ausmacht. Der britische Markt wird nach unserer Einschätzung 2020 zu den Schlusslichtern gehören, denn das unvermindert lustlose Wachstum in China belastet den Materialsektor nach wie vor. Ein reibungsloser Brexit würde den Druck auf exportorientierte Sektoren paradoxerweise noch erhöhen, da das GBP dann deutlich aufwerten würde. Allerdings käme dies binnenwirtschaftlich orientierten, kleineren Unternehmen zugute. Für den unwahrscheinlichen Fall eines ungeregelten Brexit prognostizieren wir entschlossene geldpolitische Lockerungsmassnahmen der Bank of England und ein viel schwächeres GBP. 

Schweiz: Weiterhin stabil

Schweizer Aktien zeigten auch 2019 eine sehr starke Performance, teilweise aufgrund des Basiskonsumgüterriesen dieses Marktes. Für 2020 erwarten wir eine stetige, wenn auch unspektakuläre Performance, denn der defensive Markt wird hinter eher zyklischen Märkten zurückbleiben, wenn das globale verarbeitende Gewerbe wieder an Stärke gewinnt. Falls die SNB eine Aufwertung des CHF verhindern kann, würde sich dies positiv auswirken. Ein schwächerer CHF würde in Verbindung mit einer steileren Renditekurve insbesondere Finanztitel stützen. Eine Änderung in der US-Gesundheits- politik nach den US-Präsidentschaftswahlen 2020 stellt für Schweizer Pharmafirmen ein gewisses Risiko dar.

China/Schwellenländer: Deeskalation ist der Schlüssel

Schwellenländeraktien haben sich seit Anfang 2018 unterdurchschnittlich entwickelt. Anfangs litten mehrere von USD-Finanzierungen abhängige Länder unter der Straffung der Zins- zügel durch die Fed. Der Handelskrieg zwischen den USA und China verschlimmerte die Lage noch; schliesslich machen China und andere nordasiatische Märkte über 55% des MSCI EM Index aus. Eine Deeskalation des Handelskriegs dürfte für Schwellenländeraktien daher von Vorteil sein, selbst wenn andere Faktoren wie ein schwächeres Wachstum in China die Erholung dämpfen könnten. Eine geringere Inflation und eine lockerere Geldpolitik sollten Schwellenländer wie Brasilien auch in Zukunft unterstützen. 

Japan: Hoffen auf den Industrieproduktionszyklus

Wer in japanischen Aktien engagiert war, musste Enttäuschungen hinnehmen. Wegen des Handelsstreits zwischen den USA und China schwächte sich auch die japanische Wirtschaft ab. Wir gehen davon aus, dass der Markt 2020 wieder nach oben tendiert, denn eine Erholung des globalen Industrieproduktionszyklus und vor allem steigende Investitionen werden dem zyklischen japanischen Markt unverhältnismässig stark zugutekommen. Zudem ist der Markt attraktiv bewertet, und das zukunftsgerichtete Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei 13. Positiv ist auch, dass die Bank of Japan an ihrem akkommodierenden Kurs festhalten und eine Aufwertung des JPY begrenzen will.