Investment Outlook 2020 Hauptanlageklassen

Hauptanlageklassen

Bescheidenere Renditen

Die meisten Anlageklassen zeichneten sich 2019 durch eine überaus starke Performance aus. Anleger sollten nicht davon ausgehen, dass sich dieses Kunststück 2020 wiederholen wird.

Trotz verschärftem Handelskrieg und schwächelnder Weltwirtschaft überzeugten die meisten Anlageklassen 2019 mit einer hervorragenden Performance. Gründe dafür waren die Aufhellung der Anlegerstimmung nach dem Ausverkauf Ende 2018 und die Kehrtwende der US-Notenbank (Fed) zugunsten einer lockereren Geldpolitik. Für 2020 erwarten wir für die meisten Anlageklassen nun niedrigere Renditen. Obwohl wir von einer Stabilisierung im verarbeitenden Gewerbe und nachlassenden Handelsspannungen ausgehen, belasten mehrere Faktoren die Performance. 

Die stärksten Triebkräfte für die Finanzmärkte 2019, nämlich Geopolitik, Konjunkturdynamik und Geldpolitik, werden zweifellos auch 2020 ihren Einfluss geltend machen, wobei einige wahrscheinlich die Richtung ändern werden. Andere Faktoren, darunter die Fundamentaldaten der Unternehmen und die Anlegerstimmung, sind ebenfalls zu beachten. 

Konjunkturdynamik auf Stabilisierungskurs

Obwohl wir von einem leicht schwächeren BIPWachstum im Jahr 2020 ausgehen, prognostizieren wir eine moderate Verbesserung der Industrieproduktion. Unser Research zeigt eine enge Verbindung zwischen der Dynamik der Industrieproduktion und den Finanzmärkten. Meist wirkt sich eine höhere Dynamik positiv auf Risikowerte aus und setzt hochwertige Anleihen unter Druck. 

Zurückhaltendere Zentralbanken

Unser Basisszenario für die Weltwirtschaft legt nahe, dass die geldpolitische Unterstützung weniger ausgeprägt sein wird als 2019. Unsere Experten rechnen damit, dass die Fed und die Europäische Zentralbank die Zinsen unverändert lassen werden, obwohl Letztere ihr Anleihenkaufprogramm fortführen wird. Die weniger entgegenkommende Geldpolitik dürfte die Renditen der meisten Vermögenswerte begrenzen. 

(Geo)politische Unsicherheitsfaktoren

Prognosen zur geopolitischen Entwicklung sind unsicher, aber gemäss unserem Basisszenario wird sich die US-Regierung bemühen, eine Art von Handelsabkommen mit China unter Dach und Fach zu bringen. Im Erfolgsfall würde ein solches Ergebnis Risikoanlagen begünstigen, insbesondere asiatische Aktien. Allerdings könnte in den USA der Präsidentschaftswahlkampf stark polarisieren, was der Anlegerstimmung abträglich sein dürfte. Hingegen würde ein Ende der Unsicherheit rund um den Brexit europäische Risikowerte und das GBP beflügeln. Weitere Konflikte im Nahen Osten können nicht ausgeschlossen werden, obwohl eine grössere militärische Auseinandersetzung eher unwahrscheinlich ist. 

Stärkerer Margendruck 

In den letzten Jahren zeichneten sich US-Unternehmen durch hohe Profitabilität aus: Angesichts steigender Umsätze trieb die gedämpfte Lohnentwicklung die Gewinne nach oben. Die Steuersenkungen für US-Unternehmen begünstigten die Gewinne ebenfalls. Doch das Ende dieser Zustände ist abzusehen, und wir erwarten künftig stärkeren Druck auf die Margen. Obwohl die Zinsaufwendungen weiter eher gering bleiben, sollten die Lohnkosten ihren Anstieg fortsetzen. Eine weitere mögliche Belastung für die Profitabilität sind die Zölle auf Importen aus China, welche die Inputkosten vieler Unternehmen erhöhen werden.

Bewertungen begünstigen weiterhin Aktien 

Die relativen Bewertungen sprechen nach wie vor eindeutig für Aktien. Obwohl sich das Kurs- Gewinn-Verhältnis globaler Aktien im vergangenen Jahr leicht erhöht hat, ist die Bewertung von hochwertigen Anleihen noch deutlicher gestiegen, da die Realrendite gesunken ist. Angesichts der vielfältigen Belastungen erwarten wir niedrigere absolute Renditen als 2019 in den wichtigsten Aktienmärkten. 

Risiko Unternehmensverschuldung 

Der Verschuldungsgrad von Nichtfinanzunternehmen ist in den vergangenen Jahren gestiegen und fällt nun laut einigen Kennziffern höher aus als vor dem Ausbruch der globalen Finanzkrise. Andererseits sind Schulden angesichts der niedrigen Zinsen heutzutage wesentlich einfacher zu finanzieren. Unserer Meinung nach haben die Risiken für Unternehmensanleihen geringerer Qualität zugenommen. Wir bevorzugen daher ein mittleres Kreditrisiko, einschliesslich verschiedener Anleihensegmente aus Schwellenländern.