Investment Outlook 2020 Anlagestrategie 2020

Anlagestrategie 2020

Anlegen in einer Welt niedriger Zinsen

Weltweit haben die Zinsen Rekordtiefs erreicht oder sind sogar in den negativen Bereich abgerutscht. Selbst risikoscheue Anleger müssen sich daher in risikoreicheren Anlagen engagieren, um positive Renditen zu erzielen. Wir sehen zahlreiche Möglichkeiten zur Generierung zusätzlicher Renditen ohne allzu grosse Risiken.

Renditekurve erholt sich

Verschiedene makroökonomische Entwicklungen werden 2020 das Anlageumfeld beeinflussen. Wir gehen davon aus, dass die Geldpolitik akkommodierend bleibt. Die US-Notenbank (Fed) wird die Zinsen nach mehreren vorzeitigen Zinssenkungen im Jahr 2019 nun voraussichtlich stabil halten. Dies dürfte dazu beitragen, dass die Wirtschaft weiter leicht wächst. Die derzeitigen Rezessionsängste werden wahrscheinlich nachlassen, denn für das erste Halbjahr 2020 ist mit einer Erholung des verarbeitenden Gewerbes zu rechnen. Dadurch sollte sich die Renditekurve etwas versteilern.

Zukünftige Inflationsrisiken dürfen nicht vernachlässigt werden

Angesichts der eher moderaten Wachstumsaussichten mag es wenig sinnvoll erscheinen, bei Anlagen ein stark zyklisches Engagement einzugehen. Wir halten diese Einschätzung aufgrund der sehr schwachen oder sogar negativen Renditeaussichten bei Anlagen in Bargeld und risikoarmen Investment-Grade-Anleihen jedoch für falsch.

Ein Fazit der jüngsten jährlichen Aktualisierung unserer Fünf-Jahres-Renditeprognose für unser Anlageuniversum lautet, dass Anlegern bei risikoarmen Vermögenswerten zukünftig sehr niedrige Erträge drohen (vgl. Abb.). Selbst traditionelle Fixed-Income-Anleger riskieren wegen der Inflation reale Vermögensverluste.

Massvolle Diversifizierung

Unseres Erachtens sollten Anleger ihre Mittel im Rahmen einer Multi-Asset-Strategie auf mehrere Anlageklassen verteilen und so auf massvolle und diversifizierte Weise Risiken eingehen. Bei einer derartigen Anlagestrategie können die in risikoarmen Märkten noch vorhandenen Nischen mit Wertpotenzial genutzt werden. Gleichzeitig lassen sich die erwarteten Erträge durch Anlagen in Aktien und das Engagement in weniger konventionellen Fixed-Income-Werten steigern.

Erstklassige Anleihen spielen bei der Risikodiversifikation nach wie vor eine wichtige Rolle. Anleger müssen jedoch eine breitere Palette an Renditequellen in Betracht ziehen, um positive Erträge zu erzielen. Bei forderungsbesicherten Krediten (Asset-backed Securities) bevorzugen wir das Segment europäischer Covered Bonds, die sich durch ein hohes Rating auszeichnen. Anleger, die einen Schutz vor der negativen Auswirkung steigender Anleihenrenditen (Durationsrisiko) suchen, sollten mit den Senior- und Mezzanine- Tranchen von Collateralized Loan Obligations attraktive Möglichkeiten haben, um ihr Portfolio zu ergänzen und renditeschwächere kurzlaufende Anleihen zumindest teilweise zu ersetzen.

Geringe Renditen bei erstklassigen Anleihen

Geringe Renditen bei erstklassigen Anleihen

Engagement in Schwellenländeranleihen

Zudem vertreten wir die Auffassung, dass Anleger sich auch in Schwellenländeranleihen in Hartwährung engagieren sollten. Diese bieten ähnliche Renditeaussichten wie die traditionelleren High-Yield-Anleihen, weisen aber ein besseres Rating auf. Schwellenländeranleihen in Lokalwährung könnten ebenfalls eine Option sein, allerdings muss hierbei die Portfoliogewichtung wegen des Währungsrisikos besonders sorgfältig austariert werden. Insgesamt sind wir der Ansicht, dass die Einbeziehung von Schwellenländeranleihen, darunter auch solchen aus Frontier-Märkten, in den festverzinslichen Teil des Portfolios zur Diversifizierung einer Multi-Asset- Strategie beiträgt.

Aktien bieten Renditepotenzial

Aktien und alternative Anlagen bieten mehr Potenzial zur Renditesteigerung. Unseres Erachtens zeichnen sich Aktien gegenüber renditeschwachen Anleihen durch eine attraktive erwartete Durchschnittsrendite aus. Eher einkommensorientierte Anleger sollten sich auf Unternehmen mit stabilen Dividenden konzentrieren. Auf Sektorebene bevorzugen wir die Informationstechnologie als einen der wenigen wachstumsstarken Sektoren. Zudem gefällt uns der Finanzsektor. Wir rechnen mit einer gewissen Verbesserung des zyklischen Ausblicks; dadurch dürfte es im ersten Halbjahr 2020 zu einer weiteren Umschichtung in diesen Sektor kommen.

Alternative Anlagemöglichkeiten

Innerhalb der alternativen Anlagen schaffen Immobilien eine weitere Portfoliodiversifizierung und steigern das Ertragspotenzial. In Multi-Asset-Portfolios gehen wir zu Diversifizierungszwecken in der Regel auch ein Engagement in Hedge-Fonds ein. Anleger, die bereit sind, Geld über einen längeren Zeitraum anzulegen, um so eine Liquiditätsprämie zu erhalten, haben die Möglichkeit, ihre Renditen langfristig mit Private Equity zu erhöhen.