Alternative investments Warten auf den Aufschwung

Warten auf den Aufschwung

Rohstoffpreise haben sich im vergangenen Jahr unterschiedlich entwickelt, wobei zyklische Güter im Zuge der sich verlangsamenden Industrieproduktion den Edelmetallen hinterherhinkten. Für die Zukunft rechnen wir mit einer Verringerung dieser Unterschiede.

2019 stieg der Goldpreis, während sich die Industriemetalle verhalten entwickelten. Falls unser Basisszenario einer Stabilisierung des globalen Wachstums und unveränderter bis leicht höherer Anleihenrenditen zutrifft, haben Industriemetalle ein geringfügiges Aufwärtspotenzial, während der Goldpreis voraussichtlich in eine Konsolidierung eintreten wird. Den Ölpreisen könnte eine Schwäche bevorstehen, welche die Produzenten zwingt, ihr Angebot anzupassen, bevor zu einem späteren Zeitpunkt eine Erholung eintritt. 

Zyklische Rohstoffe von Verbesserung der Industrieproduktion abhängig 

Die Aussichten für zyklische Rohstoffe sind gedämpft, solange die Flaute in der Industrieproduktion anhält. Eine Entspannung bei den Handelskonflikten und eine Stimmungsaufhellung sind Voraussetzungen für eine Erholung. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob dies schon im 1. Halbjahr eintrifft. Ein negatives Wachstumsszenario für China würde für zusätzliche Preisabschläge bei den Industriemetallen sorgen. Sollte sich das Wachstum stabilisieren, wäre unserer Meinung nach eine positive Überraschung möglich. Der wahrscheinlichste Kandidat dafür wäre Kupfer, während der Ausblick für andere Metalle eher verhalten anmutet, sofern die Industrieproduktion sich nicht deutlich erholt.

Öl: Überangebot versus Spannungen im Nahen Osten

Das schwache Nachfragewachstum im Zusammenspiel mit der robusten Versorgung durch Länder, die nicht Mitglieder der Organisation erdölexportierender Staaten (OPEC) sind, insbesondere US-Produzenten von Schieferöl, weist auf eine Übersättigung der Ölmärkte im Jahr 2020 hin. Um einen Angebotsüberhang zu vermeiden, muss die OPEC+ (einschliesslich Russland) die bereits umgesetzten Produktionskürzungen verlängern oder sogar ausweiten. Die US-Schieferölproduktion muss gedrosselt werden. In unserem Basisszenario rechnen wir mit einem vorübergehenden Rückgang der Ölpreise, der die Produzenten zu Angebotsanpassungen zwingt, die wiederum den Weg für eine Erholung bereiten. Von militärischen Auseinandersetzungen in der Golfregion würde ein Aufwärtsrisiko für den Preis ausgehen. Allerdings streben die Regionalmächte und die USA derzeit eine Entschärfung der Lage an. 

Gold: Niedrige Renditen erweisen sich weiterhin als Stütze

Die Preise von Gold und anderen Edelmetallen dürften weiterhin gut unterstützt bleiben, solange die (realen) Renditen niedrig bleiben oder sogar in den negativen Bereich fallen und die wirtschaftliche Unsicherheit fortbesteht. Obwohl spe- kulative Long-Positionen in Gold Höchststände erreicht haben, ist unserer Ansicht nach kein Ereignis in Sicht, das eine Liquidierung dieser Positionen im grossen Stil nach sich ziehen würde. 

Zwei Risikoszenarien

Eine stärkere oder frühere Erholung der Industrieproduktion würde den Industriemetallen am stärksten zugutekommen und Edelmetalle belasten. Energierohstoffe würden ebenfalls gestützt, allerdings geringer angesichts der guten Ver- sorgungslage. Falls es zu einer handfesten Rezession käme, würden Edelmetalle weitere Kursgewinne verzeichnen, während die Energiepreise besonders anfällig wären.

Niedrige Realrenditen stützen Gold

Niedrige Realrenditen stützen Gold

Realrendite von US-Treasurys (in %) und Goldpreis (in USD/Unze)