Wir wollen Standards setzen. Hier in Einsiedeln und weltweit. Heinz Leuthold, CEO und Verwaltungsratspräsident der Leuthold Mechanik AG, Preisträger Prix SVC Wirtschaftsraum Zürich

Mit Millimeterarbeit an die Weltspitze: Die Leuthold Mechanik AG

Gut war Heinz Leuthold nie gut genug. Schon immer wollte er besser sein als alle anderen. Präziser. Innovativer. Schneller. Und das will er auch heute noch – obwohl er sich inzwischen entspannt zurücklehnen könnte. Schliesslich hat der Patron der Leuthold Mechanik AG mit seinen Maschinen für die Herstellung von Kaffeekapseln und anderen Behältern aus Aluminium weltweit neue Standards gesetzt.

Es dröhnt in der Produktionshalle im schwyzerischen Wallfahrtsort Einsiedeln. Die grosse Presse hebt und senkt sich, stanzt pro Minute 1000 Kaffeekapseln aus einer Aluminium-Folie. Ganz exakt muss die mächtige Maschine die kleinen Kapseln produzieren. Hier wird im Hundertstel-Millimeter-Bereich gearbeitet. Präzision ist Pflicht.

"Innovation fängt dort an, wo man selbst neugierig ist." - Heinz Leuthold

Weltmarktführerin

Die Leuthold Mechanik AG beweist jeden Tag, dass sie zu höchster Präzision fähig ist. Die Firma mit rund 90 Mitarbeitenden stellt Maschinen für die Aluminium-Verpackungsindustrie her – und ist in diesem Bereich Weltmarktführerin. Fast alle existierenden Alu-Kaffeekapseln werden mit Maschinen der Leuthold Mechanik AG produziert. Das Gleiche gilt etwa für Tiernahrungs-Behälter, Marmeladen-Portionskapseln oder Aluminiumschalen für den Medizinalbereich.

30 Millionen Kapseln pro Woche

Das Besondere: Die Leuthold Mechanik AG stellt nicht nur die Maschinen her, sondern produziert die Alu-Behälter zu einem grossen Teil auch selbst. Bei den Kaffeekapseln sind es rund 30 Millionen pro Woche. Firmeninhaber und CEO Heinz Leuthold erklärt: «Dass wir nicht nur die Maschinen und Werkzeuge herstellen, sondern die Alu-Produkte auch gleich selber produzieren, kommt bei unseren Kunden sehr gut an. Sie haben so alles aus einer Hand. Ausserdem erkennen wir durch die eigene Produktionslinie Schwachstellen an den Maschinen sofort und können Verbesserungen vornehmen und Innovationen testen.»

Im Keller des Elternhauses getüftelt

Angefangen hatte Mitte der 70er alles ganz klein. In der Burghalde, einem Ortsteil der Gemeinde Richterswil am Zürichsee. Damals – Heinz Leuthold war gerade in der Ausbildung zum Werkzeugmacher – schenkte ihm sein Vater eine kleine Drehbank. Mit dieser begann der junge und ehrgeizige Tüftler im Keller seines Elternhauses spezielle Teilchen für Firmen in der Region zu fertigen. Wenig später machte er sich in einem alten Garagenbetrieb in Samstagern selbständig und baute das Unternehmen kontinuierlich aus. «Schon damals habe ich begriffen, dass ich weiterkomme, wenn ich etwas mache, was andere nicht können», erinnert sich Leuthold. «Und dass ich mit offenen Augen und Ohren durch die Welt gehen muss, um zu erkennen, wo neue Lösungen gefragt sind.»

Vision: ein hauseigener Technopark

Bis heute besitzt Innovation für Heinz Leuthold einen hohen Stellenwert. Dies beweist der 64-Jährige mit einem Projekt, welches gerade in Planung ist: Er möchte neben dem heutigen Firmengebäude in Einsiedeln einen Technopark für Jungunternehmen aufbauen. Dort sollen sich Menschen mit unterschiedlichem Wissen zum Brainstorming treffen. «Wir möchten zu einem Ort der neuen Ideen und Techniken werden», so Leuthold. «Einer allein ist nie so innovativ wie mehrere zusammen.»

Krise positiv genutzt

Wenn man Heinz Leuthold beim Erzählen zuhört, hat man keine Zweifel, dass er auch dieses Projekt erfolgreich umsetzen wird. Genauso wie all die anderen zuvor. Grosse Rückschläge gab es in der über 40-jährigen Firmengeschichte der HLM nie. Nicht mal die Eurokrise machte dem Unternehmen wirklich zu schaffen. «Natürlich mussten wir uns Gedanken machen, wie wir am Standort Schweiz festhalten können. Allerdings hatten wir das Glück, dass unsere Spezialitäten auch zu dieser schwierigen Zeit im Ausland gefragt waren», so der Firmenlenker. Und wenn die Mitarbeitenden einmal doch nicht vollumfänglich ausgelastet waren, nutzten sie die freie Zeit, um sich für die Zukunft zu rüsten. Ein Ergebnis davon ist, dass nun immer mehr Maschinen mit Robotertechnologie ausgestattet sind.

Den Blick stets auf die Zukunft gerichtet

2013 kam die Firma im Rennen um den begehrten Unternehmens-Preis des Swiss Venture Club (SVC) bis ins Finale. Und ein Ende des Erfolgs ist nicht in Sicht – auch wenn Aluminium lange Zeit nicht gerade als umweltfreundlich galt. Inzwischen habe aber ein Umdenken stattgefunden, betont Leuthold. Der Grund: Aluminium ist vollständig und mit wenig Aufwand recyclebar. Trotzdem ist sich der Chef bewusst, dass seine Firma auch gewappnet sein muss für den Fall, dass das Metall plötzlich nicht mehr gefragt ist: «Deshalb machen wir uns bereits heute darüber Gedanken, was möglicherweise in 15 oder 20 Jahren kommt.» Sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen, käme für ihn nicht in Frage, bekräftigt Leuthold: «Als Marktleaderin wollen und müssen wir immer besser werden.»

Credit Suisse als engagierte Partnerin

In 20 Jahren wird Heinz Leuthold die Fäden im Unternehmen nicht mehr selber in der Hand halten. Mittelfristig übergibt er die HLM an seinen Sohn und seinen Neffen. Die Nachfolgeplanung ist in vollem Gange. «Ich bin dankbar, dass ich mit der Credit Suisse eine Partnerin an meiner Seite habe, die mich auch bei diesem Schritt kompetent und engagiert unterstützt.» Das sei nicht das erste Mal in seiner Karriere, sagt Leuthold: «Schon mein erster Credit Suisse Kundenberater war wie ein Vater für mich. Diese Menschlichkeit, das echte Interesse an meiner Person, meinem Unternehmen und meinen Zielen habe ich an der Credit Suisse immer geschätzt.»

Gemeinsam Lösungen gefunden

Mit jedem Anliegen habe er sich an die Bank wenden können – auch wenn es mal nicht um Geld gegangen sei. «Die Credit Suisse hat mir immer die richtige Person zur Seite gestellt. Eine Person, die mich umfassend beraten konnte und mir in jeder Situation half, Lösungen zu finden – auch international.» Gerade für einen Menschen, für den Genauigkeit und Zuverlässigkeit im Beruf an oberster Stelle ständen, sei dies enorm wichtig. «Präzision und höchste Qualität verlange ich nicht nur von mir und meinen Mitarbeitern, sondern auch von meinen Geschäftspartnern.»

Der Patron achtet auf seine Angestellten

Gleichzeitig sei ihm ein angenehmes Miteinander enorm wichtig. Dies wird bei einem Rundgang durch den Betrieb schnell deutlich. Leuthold grüsst seine Mitarbeiter mit Vornamen, die Atmosphäre ist freundlich und entspannt. Er sei kein Manager, sondern ein Patron, der auf seine Angestellten achte, als seien es Familienmitglieder. «Eines ist mir seit meiner Firmengründung klar», betont Leuthold, «Erfolg hat man nie alleine. Auch ich hatte das nie. Wir alle hier haben ihn gemeinsam!»