Gross denken, bei kleinstem Präzisionswerkzeug. Das ist unser Ansatz für erstklassige Leistungen. Sandro Grisoni, CEO und Verwaltungsratspräsident von Ideal-tek SA

Zwischen Hightech und Handwerkskunst: die Firma Ideal-tek

Präzisionswerkzeuge wie Pinzetten, Zangen und Scheren sind das Geschäft der Tessiner Firma Ideal-tek. Inhaber Sandro Grisoni will zum globalen Schlüsselspieler der Branche werden – mit modernster Technik und cleveren Geschäftsstrategien, vor allem aber mit menschlicher Handwerkskunst.

Hinter den Glasscheiben kann man das Dröhnen der Maschinen aus der Produktionshalle nur noch erahnen. Hier, in diesem Arbeitsbereich, sitzen etwa ein Dutzend Menschen an professionell ausgestatteten Arbeitsplätzen. Die meisten von ihnen tragen einen Kopfhörer. Ihre Konzentration ist beinah greifbar. Es ist ein Ort der Präzision, der Liebe zum Detail, welche Ideal-tek von anderen Herstellern von kleinsten Handwerkzeugen unterscheidet. Jedes Produkt – sei es eine Pinzette oder eine Zange – wird hier noch einmal in die Hand genommen, durch eine Lupe auf den Millimeter genau geprüft, wenn nötig nachgeschliffen und poliert. «Hier wird unsere Philosophie fassbar», sagt Firmeninhaber Sandro Grisoni, «moderne Technik in Kombination mit menschlicher Sensibilität und Handwerkskunst.»

"Uns gefällt die Idee, ein kleines Glied in einer viel grösseren Kette zu sein." - Sandro Grisoni

Neugier und Leidenschaft als Triebfedern

Sandro Grisoni ist ein dynamischer und sportlicher Mann. Die dunklen Haare streicht er sich während des Gesprächs immer wieder aus der Stirn. Typ Roger Federer, sympathisch und charmant, dabei aber immer professionell. Seine Angestellten grüsst er beim Vorbeigehen mit einem Lächeln. «Ich bin davon überzeugt, dass die Menschen das zentrale Element sind, um ein, nein, jedes Geschäftsprojekt erfolgreich zu gestalten», sagt er. Deshalb investiere er viel in langfristige Beziehungen zu seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern: «Mein Ziel ist es, dass sie bis zur Pensionierung bleiben», fügt er lachend hinzu. Ideal-tek investiert schon seit den 90er-Jahren viel in Forschung und Entwicklung. 1994 erhielt es als erstes Unternehmen in seiner Branche die ISO-9001-Zertifizierung, 2017 folgte die Zertifizierung nach ISO 13485. Die Firma überprüft ihre Produkte und Prozesse ständig. Das zieht immer auch eine Entwicklung in Bezug auf die Zusammensetzung und Organisation des Teams mit sich. «Ich kann mich glücklich schätzen, dass wir alle neugierige und leidenschaftliche Menschen mit technischen und transversalen Kenntnissen sind. Dadurch können wir schnell und flexibel auf die veränderten Bedürfnisse des Markts reagieren.»

Krise zur Zepterübergabe

Rund 70 Personen zählt das Unternehmen mit Sitz am südlichsten Zipfel der Schweiz, in Balerna, direkt an der Grenze zu Italien. Hier gründete der Vater des heutigen Chefs die Firma 1964 mit einem Freund. Sandro Grisoni war damals noch nicht auf der Welt, kann sich aber daran erinnern, dass Papa Franco in seiner Kindheit nicht oft zu Hause war. Er habe mit Leidenschaft Präzisionswerkzeug für die Elektronik- und Mikromontageindustrie hergestellt und verkauft. Das Geschäft lief gut.
Dass er als Sohn die Firma dereinst übernehmen würde, hätte er nie gedacht, meint Sandro Grisoni. 2001 war es dann aber soweit. Allerdings war sein Start alles andere als einfach: «Mein Eintritt in die Firma fiel mit dem 11. September zusammen, dem Tag des Terroranschlags auf das World Trade Center.» Dieses Ereignis und die darauf folgende Wirtschaftskrise gingen auch an Ideal-tek nicht spurlos vorüber. Sandro Grisoni musste gleich zu Beginn lernen, was es heisst, einen geschäftlichen Tiefpunkt zu überwinden. «Zum Glück konnten mein Vater und ich auch heikle Themen auf eine relativ gelassene Art besprechen und lösen», sagt Grisoni rückblickend. Die zwei Jahre, in denen sie zusammen arbeiteten, sieht er als Bereicherung.

Die Markenbekanntheit steigern

Er habe die Krise in diesen Jahren genutzt, um neue Märkte zu erschliessen und damit das Risiko zu minimieren. Zahlreiche neue Präzisionswerkzeuge kamen hinzu. Heute sieht Sandro Grisoni im Markt der Medizinalgeräte grosses Potenzial. Das Kerngeschäft seien aber seit jeher Pinzetten und Präzisionszangen. Diese werden nicht nur aus rostfreiem Stahl und anderen Metalllegierungen hergestellt, sondern auch aus Plastik, Kunststoff oder Keramik. Damit werde Ideal-tek allen Markterfordernissen gerecht.
Ideal-tek beliefert heute Händler in 45 Ländern. Und das soll noch nicht das Ende sein: «Das Wachstumspotenzial ist noch gross. Unser Ziel ist es, ein Schlüsselspieler in der globalen Präzisionswerkzeug-Industrie zu werden.» Primär will der CEO nun an der Steigerung der Markenbekanntheit arbeiten. «Wir möchten unsere Werte vermitteln, die uns seit 54 Jahren auszeichnen: Höflichkeit, Transparenz und Professionalität.» Auf diesen drei Eigenschaften gründen sein Stolz und seine Zufriedenheit.

Globale Präsenz als unschätzbarer Wert

Um international erfolgreich zu sein, muss man auch wissen, wie die Märkte und Volkswirtschaften ausserhalb der Schweiz funktionieren. Dessen ist sich Sandro Grisoni bewusst. Er setzt deshalb als Partnerin ganz bewusst auf die Credit Suisse. Das war schon immer so. «Ihre globale Präsenz ist für mich von unschätzbarem Wert.» Die Credit Suisse stehe ihm bei jedem Problem zur Seite, zum Beispiel wenn es bei Auslandsgeschäften zu Problemen komme.

Die Entwicklung geht weiter

Auch in organisatorischen Übergangsphasen – zum Beispiel, als die Firma 2016 in ein grösseres Gebäude zog – unterstützte ihn die Credit Suisse in zentralen Bereichen wie der Finanzierung und dem Kauf der neuen Liegenschaft. «Das war eine grundlegende Investition für unser Wachstum und für unsere Weiterentwicklung.» Daran will Grisoni in den nächsten Jahren nun weiterarbeiten.
Unverändert soll hingegen die Qualität seiner Produkte bleiben. «Wir arbeiten mit und für Menschen, bei denen Präzision, Zuverlässigkeit und Klasse an oberster Stelle stehen. Und das nicht nur in Bezug auf unsere Arbeit, sondern auch auf die menschlichen Beziehungen untereinander. «Transparenz und das Einhalten von Versprechen sind mir deshalb wichtige Anliegen», betont der Familienvater. Dann packt er rasch seinen Rucksack und eilt die Treppen hinunter zum Parkplatz. Dort schwingt er sich auf sein E-Bike und hebt die Hand zum Abschied. Er muss sich sputen. Seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter warten an diesem sonnigen Freitagabend beim sportlichen Teamevent auf ihn.