Supertrends
Die globale COVID-19-Pandemie hat die Relevanz unserer Supertrends untermauert.
Wandel vorantreiben
Für viele von uns hat die COVID-19-Pandemie das Sozialleben fast zum Stillstand gebracht und damit unsere Lebens-, Arbeits- und Lerngewohnheiten grundlegend verändert. Die Regierungen stehen daher vor der grossen Herausforderung, angemessen auf diese wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Trends zu reagieren. Wir halten unser langfristiges thematisches Supertrends-Rahmenwerk für gut aufgestellt, um von vielen dieser bevorstehenden Veränderungen zu profitieren. Wir gehen sogar davon aus, dass die Entwicklungen des Jahres 2020 kein vorübergehendes Phänomen darstellen, sondern viele unserer Themen beflügeln werden. Jeder unserer Supertrends hat sich in diesem schwierigen Umfeld als solide positioniert erwiesen.
Richtungsweisend
Mit Blick auf unseren Supertrend «Besorgte Gesellschaften – integrativer Kapitalismus» ist beispielsweise festzustellen, dass die Frustration der Bevölkerung inzwischen überwiegend Belange im Inland, allen voran Ungleichheiten, betrifft und den Fokus weniger auf wahrgenommene Bedrohungen von aussen oder einen stärkeren Protektionismus legt. Gleichwohl hat die Coronavirus-Pandemie aufgezeigt, dass die echten Gefahren globaler Natur sind und multilaterale Zusammenarbeit sowie persönlichen Schutz erfordern. Die Subthemen «Erschwinglichkeit », «Arbeitsplatzsicherheit» und «persönliche Sicherheit» spiegeln die derzeitigen Herausforderungen für die Regierungen sowie die Chancen für den privaten Sektor perfekt wider.
Angesichts der drohenden globalen Infrastrukturlücke, die sich Schätzungen zufolge bis 2040 auf insgesamt USD 15 Bio. belaufen wird, lancierten wir 2017 unseren Supertrend «Infrastruktur – Lücken schliessen ». Verschiedene Konjunkturpakete, die während des wirtschaftlichen Lockdowns angekündigt wurden, zielen auf Infrastrukturinvestitionen ab. Dazu zählt auch der Wiederaufbauplan der Europäischen Union im Umfang von EUR 750 Mrd., der Ausgaben zur Beschleunigung des ökologischen und digitalen Wandels in Europa vorsieht. Unserer Ansicht nach könnte die Pandemie daher eher einen Anstieg als einen Aufschub von Investitionen auslösen.
Unser Supertrend «Technologie im Dienste der Menschheit» ist besonders gut aufgestellt, da er die rasche Anpassungsfähigkeit in Bezug auf unsere Lebens- und Arbeitsweise ermöglicht, die in der COVID-19-Ära gefordert wird. Die Quarantänemassnahmen während der Pandemie haben unter anderem die Nachfrage nach Onlinehandel, Cloud-Infrastruktur, Online-Medienkonsum und Dienstleistungen der künstlichen Intelligenz nicht nur vorübergehend, sondern dauerhaft gesteigert. Dadurch haben alle bestehenden Subthemen weiter an Bedeutung gewonnen. Digitalisierung, Automatisierung und Konnektivität werden auch in den kommenden Jahren sehr wichtige Themen bleiben, nachdem Trends wie das Arbeiten im Homeoffice, Telemedizin, Onlineshopping, bargeldloses Bezahlen, Heimunterricht und Home-Entertainment 2020 ein Rekordwachstum der Nutzer- und Umsatzzahlen verzeichnet haben.
Die Coronavirus-Pandemie hat auch ältere Menschen ins Rampenlicht gerückt, da diese Bevölkerungsgruppe durch COVID-19 besonders gefährdet ist. Durch den Wettlauf um einen wirksamen Impfstoff steht der Pharmasektor im Fokus, was die Relevanz unseres Supertrends «Silver Economy – in den demografischen Wandel investieren» zusätzlich untermauert. So wie das Subthema «Therapeutik und Geräte» hat während der Pandemie auch das Subthema «Pflege und Einrichtungen» an Bedeutung gewonnen, da die COVID-19-Krise verdeutlicht hat, wie wichtig es ist, die Zahl der Spitäler und Senioreneinrichtungen in den kommenden Jahren zu erhöhen.
Nachhaltigkeit: Im Mittelpunkt gesellschaftlicher Trends
Am anderen Ende des demografischen Spektrums geht es den Millennials vor allem um Technologie und Nachhaltigkeit. Neue Lernmethoden in Form von Heimunterricht und der weiter wachsende Konsum von Abonnementdiensten wie Netflix, Spotify und anderen Anbietern gehörten während der Pandemie zu den zentralen Trends. Darüber hinaus liegt der Fokus dieses Supertrends seit seiner Einführung auf Nachhaltigkeit. Da Umweltfragen ebenso wie gesellschaftliche und Governance-Belange für Millennials von hoher Bedeutung sind, wählen wir Einzelaktien in einem strikten Screening-Verfahren nach ESG-Faktoren (Umwelt, Soziales und Governance) aus.
Die Altersgruppen der Millennials und der Generation Z fordern und fördern seit geraumer Zeit eine nachhaltigere Art und Weise der Unternehmensführung. Dies ging sogar so weit, dass unseres Erachtens ein Wendepunkt im Hinblick auf die Reaktion der breiteren Gesellschaft, einschliesslich der Politik, der Konsumenten und der Unternehmen, auf den Klimawandel erreicht worden war. Aus diesem Grund haben wir im Jahr 2020 einen neuen, sechsten Supertrend lanciert: «Klimawandel – hin zu einer treibhausgasfreien Wirtschaft». Treibhausgasemissionen tragen wesentlich zur Erderwärmung bei, und Experten gehen davon aus, dass mit zunehmender Erwärmung ein deutlicher Anstieg der Häufigkeit schwerer Überschwemmungen, Dürren, Brände und Stürme einhergeht. Im Rahmen des Übereinkommens von Paris aus dem Jahr 2015 einigten sich zahlreiche Länder darauf, dass die Emissionen «so schnell wie möglich ihren Zenit überschreiten müssen», und versprachen, Reduzierungsmassnahmen zu ergreifen, um zwischen 2050 und 2100 Klimaneutralität (Verhältnis zwischen Emissionen und Reduzierungen) zu erreichen.
Unseres Erachtens spricht vieles für eine Anlage in Unternehmen, die am effektivsten zum Übergang zu einer weniger CO2-intensiven Weltwirtschaft beitragen. Der jüngste, durch den COVID-19-Ausbruch ausgelöste wirtschaftliche «Shutdown» hat die Treibhausgasemissionen in einigen Regionen wesentlich reduziert, was ein klares Bild für die mögliche Entwicklung in der Zukunft zeichnet. Unser Supertrend «Klimawandel – hin zu einer treibhausgasfreien Wirtschaft» legt den Fokus in erster Linie auf die Sektoren Stromerzeugung und fossile Energiequellen, Verkehr sowie Landwirtschaft und Nahrung, da hierauf der Grossteil der vom Menschen verursachten CO2-Emissionen entfällt.
Alpha-Generierung
Die Supertrends der Credit Suisse konzentrieren sich auf langfristige gesellschaftliche Trends für Anleger mit einem mehrjährigen Anlagehorizont. Unsere Aktienanalysten haben wesentliche Trends identifiziert. Zudem profitiert die Aktienauswahl von ihrem fundierten Fachwissen im jeweiligen Sektor und ihren Kenntnissen in Bezug auf die analysierten Unternehmen. Da unser Rahmenkonzept für thematische Aktienanlagen aus einem massgeschneiderten Baukastensystem besteht, spielt die aktive Titelauswahl eine entscheidende Rolle.
Mit etwa 25 bis 40 Einzelaktien pro Supertrend bietet unser Ansatz ein gutes Mass an Diversifizierung. Oberstes Ziel dabei ist, durch eine fundierte Bottom-up-Analyse einzelner Aktien langfristig ein hohes Alpha zu generieren. Zudem sorgt die thematische Ausrichtung der Supertrends für eine klare Abgrenzung zu den breiteren Aktienmarktindizes. Wir stellen überdies sicher, dass jeder Supertrend eine sinnvolle Kombination aus zyklischen und defensiven Unternehmen beinhaltet. Dabei wenden wir eine Barbell-ähnliche Strategie an, die Indexschwergewichte sowie ausgewählte, spezialisierte Small-Cap-Unternehmen umfasst. Vor diesem Hintergrund haben Diversifizierung und Risikomanagement beim Aufbau unserer Supertrends oberste Priorität. Ziel ist es, Anleger gegen idiosynkratische Ereignisse bei einzelnen Unternehmen oder vorübergehende Belastungen für eine Branche, Region oder Währung abzusichern.