Immobilien

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Übergang zu einer Welt nach der Pandemie

Die Konjunkturerholung und das Niedrigzinsumfeld dürften Immobilienanlagen im Jahr 2021 Unterstützung bieten, auch wenn COVID-19 für bestimmte Marktsegmente eine anhaltende Herausforderung darstellt. Wir bevorzugen Sektoren, die von einem strukturellen Wachstum profitieren, wie etwa Industrie- und Logistikimmobilien.

Das für 2021 prognostizierte Umfeld – eine anhaltende Konjunkturerholung in Verbindung mit historisch tiefen Zinsen – kommt Immobilien im Allgemeinen zugute. Da die Bewertungen börsennotierter Immobilienanlagen nach wie vor unter dem vor der COVID-19- Krise verzeichneten Niveau liegen, gehen wir davon aus, dass die Anlageklasse 2021 positive Erträge im mittleren einstelligen Bereich erzielen wird. Der Ausbruch von COVID-19 und die anschliessenden Lockdowns haben sich auf die einzelnen Segmente des Immobilienmarkts sehr unterschiedlich ausgewirkt. Das beschleunigte Wachstum des Onlinehandels und der Trend hin zum Arbeiten im Homeoffice dürften die Nachfrage nach Detailhandels- und Büroflächen auch 2021 belasten. Logistik- und Industrieimmobilien zählen dagegen dank der gestiegenen Nachfrage seitens Onlinehändlern weiter zu den grössten Nutzniessern der Krise. Zudem profitieren Betreiber von Rechenzentren und Funkmasten von einer steigenden Datennutzung, da Unternehmen ihren Mitarbeitenden ermöglichen, von zu Hause aus zu arbeiten. Daher ist eine sektorbezogene Sichtweise bei Immobilienanlagen noch wichtiger geworden.

Präferenz für börsennotierte US-Immobilienanlagen

Wir ziehen derzeit börsennotierte Immobilienwerte aufgrund ihrer attraktiveren Bewertungen direkten Immobilienanlagen vor. Im börsennotierten Segment bevorzugen wir Anlagen am US-Immobilienmarkt, an dem Logistikimmobilien und Rechenzentren sowie defensive Sektoren wie Mietlager ein höheres Gewicht haben. In Grossbritannien werden börsennotierte Immobiliengesellschaften mit einem hohen Abschlag auf den Nettoinventarwert gehandelt. Die Aussichten für diesen Markt hängen jedoch letztlich davon ab, wie sich der Übergang zum Brexit gestaltet. Immobilienanlagen in der Eurozone stellen einen defensiven Markt dar. 70% des Segments entfallen auf den deutschen Wohnungsmarkt, der durch ein strukturelles Angebotsdefizit gestützt wird und von der wahrscheinlichen Aufhebung der Mietpreisbremse in Berlin im Jahr 2021 profitieren sollte. Schweizer Immobilienfonds profitieren unseres Erachtens weiterhin vom Niedrigzinsumfeld und vom hohen Exposure zum Wohnungsmarkt. Angesichts der bereits hohen Bewertungen hält sich das weitere Potenzial für Preissteigerungen im Jahr 2021 allerdings in Grenzen. Anleger können mit einer Ausschüttungsrendite von rund 2.5% rechnen.

Direkte Immobilienanlagen: Noch nicht über den Berg

Während die Aktienkurse börsennotierter Immobiliengesellschaften auf Marktinformationen rasch reagieren, hinken die Bewertungen direkter Immobilienanlagen aufgrund der erforderlichen Schätzverfahren hinterher. Daher gehen wir davon aus, dass die Immobilienwerte an Direktmärkten 2021 wahrscheinlich weiter sinken werden, insbesondere in strukturell angeschlagenen Sektoren wie Büro- und Detailhandelsflächen. Wir bevorzugen Kernstrategien, die in ein diversifiziertes Portfolio aus qualitativ guten Immobilien an zentraler Lage investieren, sowie Strategien mit einem höheren Exposure gegenüber defensiveren Sektoren wie Industrie- und Wohnimmobilien. Zudem sind wir überzeugt, dass Strategien mit einem Fokus auf Nachhaltigkeit (z.B. umweltfreundliche Bautechniken) und gesellschaftliche Trends (z.B. Neugestaltung von Bürogebäuden mit einem grösseren Platzangebot für die Mitarbeitenden, Erholungsflächen usw.) langfristig profitieren werden.

Investment Outlook 2021