Welche Anlagestile sind 2021 gefragt?
2020 wiesen Wachstums- und Substanztitel hohe Ertragsdifferenzen auf. Mit Blick auf das Jahr 2021 erkennen wir bei Substanzwerten Aufholpotenzial, wenngleich der Zeitpunkt für eine solche Erholung noch nicht absehbar ist. In einer typischen Expansionsphase, in der das Wachstum des Bruttoinlandprodukts (BIP) das Potenzialwachstum übertrifft und die Geldpolitik expansiv ist, dürfte eine Übergewichtung von Substanzwerten und Small-Cap-Aktien letztlich eine bessere Performance erzielen als Anlagen in Wachstumsaktien und Large Caps.
Die negativen Schocks, die durch die globale COVID-19-Pandemie ausgelöst wurden, haben jedoch Entwicklungen beschleunigt, für die Wachstumswerte gut positioniert sind. Dazu zählt die Fähigkeit, auf die Verlagerung der Nachfrage zu reagieren, die aus der verringerten Mobilität, dem Social Distancing und dem Trend zu Homeoffice und Online-Bildung resultiert. Wichtige Teilbereiche des Substanzsegments stehen zudem vor strukturellen Herausforderungen, beispielsweise Autohersteller, die das Problem der CO2-Emissionen bewältigen müssen. Dasselbe gilt für Finanzunternehmen, deren Margen in einem Umfeld längerfristig niedriger Zinsen sinken, und für den Energiesektor, in dem die rückläufige Nachfrage nach fossilen Brennstoffen sowie Umweltschutzaspekte die Aktienkurse belasten. Mit Blick auf 2021 halten wir an unserem leichten Schwerpunkt auf Wachstumswerten fest, erwarten jedoch Marktphasen, in denen sich Substanztitel überdurchschnittlich entwickeln könnten.
Hinweis: Substanztitel sind Aktien, die sich durch ihre niedrige Bewertung im Vergleich zu ihren Fundamentaldaten (z.B. Gewinne, Dividenden oder Umsatz) auszeichnen. Sie weisen oftmals hohe Dividendenrenditen auf und reagieren in der Regel sensibel auf den Konjunkturzyklus. Wachstumstitel sind Aktien von Unternehmen mit erheblichem Wachstumspotenzial, die den Grossteil der vereinnahmten Gewinne zur Wachstumsfinanzierung nutzen.