Investment strategy 2021

Anlagestrategie 2022

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Anlagestragien für 2022

Notenbanken und deren Einschätzungen der Wirtschaftslage werden wohl auch 2022 die Anlagestrategien wieder massgeblich prägen. Während sich COVID-19 von einer Pandemie zu einer Endemie wandelt, verdrängt das Inflationsrisiko die zu Beginn der Krise aufgekommenen Deflationssorgen. Einer der Gründe ist die Unterbrechung der Lieferketten, die auch in den kommenden Quartalen ein Problem darstellen und die Konsumentenpreise weiter in die Höhe treiben könnte. Gleichwohl werden die Zentralbanken wahrscheinlich auf eine langsame und schrittweise Normalisierung ihrer Geldpolitik hinarbeiten, da sie den Inflationsanstieg nur als vorübergehend erachten.

Wir erwarten, dass die US-Notenbank (Fed) eine Zinserhöhung gegen Ende des Jahres 2022 und vier weitere im Jahr 2023 durchführen wird. Darüber hinaus sprechen die Einführung eines symmetrischeren Inflationsziels sowie die Tatsache, dass die Fed ein vorübergehendes Überschreiten ihrer Zielvorgaben toleriert, für eine behutsame Normalisierung. Dies könnte dazu beitragen, den Druck durch die steigende Staatsverschuldung zu verringern und letztlich die wirtschaftliche Erholung zu unterstützen.

Where to turn for yield

«Notenbanken und deren Einschätzungen der Wirtschaftslage werden wohl die Anlagestrategien wieder massgeblich prägen.

Der Inflationsfaktor

Wir prognostizieren für 2022 eine globale Inflation von 3.7%, mit grossen Unterschieden zwischen den Ländern. In diesem Szenario sollte ein überdurchschnittlich hoher Barbestand in den Portfolios vermieden werden, da die Kaufkraft schnell schwinden könnte. Gleiches gilt generell auch für nominale Vermögenswerte wie Anleihen, bei denen ein fester Zinssatz gezahlt wird und der investierte Betrag bei Fälligkeit ohne Inflationsausgleich zurückfliesst. Besser sind die Aussichten für Finanzanlagen, die von einem Inflationsanstieg profitieren (d.h. reale Anlagen). Ein Beispiel sind Aktien, deren Kurse die Gewinnerwartungen widerspiegeln. Die Inflation steigt, da Unternehmen die Preise für ihre Produkte und Dienstleistungen erhöhen können, was wiederum ihre Rentabilität verbessert. Mit unserer Prognose für das nominale Wachstum des globalen Bruttoinlandprodukts (BIP) im Jahr 2022 von 8% (Schätzung des realen BIP plus Inflation) unterstellen wir grosses Potenzial für Umsatz- und Gewinnsteigerungen, wodurch ein möglicher Inflationsdruck abgefedert werden könnte. Allerdings dürften steigende Staatsanleihenrenditen irgendwann Druck auf die Aktienbewertungen ausüben, vor allem dann, wenn die realen Zinsen wieder positives Terrain erreichen, womit wir 2022 allerdings nicht rechnen. Aktiensektoren und -segmente, auf die starke strukturelle Wachstumstreiber einwirken, darunter auch jene, die wir mit unserem thematischen Supertrends-Rahmenwerk ermittelt haben, können den Inflationseinfluss abfedern.

Kernanleihen nur mit geringen Erträgen

Die Notenbanken werden die Normalisierung ihrer Geldpolitik mit einer allmählichen Verringerung ihrer Anleihenkäufe einleiten, was zusammen mit der breiteren Konjunkturerholung den Weg für höhere Zinsen ebnen dürfte. Steigende Zinsen würden sich negativ auf die Anleihenkurse auswirken, und die derzeit niedrigen Anleihenerträge würden in Kombination mit engen Kreditspreads wohl kaum einen Ausgleich bieten. Folglich rechnen wir bei Staats- und Unternehmensanleihen nur mit einem geringen Anlageerfolg. Kernanleihen sollten unseres Erachtens (aufgrund ihrer schockabsorbierenden Qualitäten) dennoch zur Risikominderung in Multi-Asset-Portfolios aufgenommen werden, auch wenn ihr tatsächlicher Ertragsbeitrag möglicherweise minimal ausfällt.

Diversifizierung beibehalten

Der Schlüssel zum Risikomanagement eines Portfolios liegt in der Suche nach Anlagen mit Ertragsprofilen, die von verschiedenen Faktoren abhängen. Diese Diversifizierungseffekte können durch Anlagestrategien, die nichttraditionellen Mustern folgen, zusätzlich verstärkt werden. So gibt es z.B. Hedge-Fonds-Strategien, die sowohl Long- als auch Short-Positionen bei Aktien eingehen, um so ihr Chancenspektrum zu erweitern. Anlagestrategien zum Ausgleich der niedrigen Anleihenerträge lassen sich nur schwer finden. Dividendenorientierte Aktienstrategien mit Schwerpunkt auf Unternehmen mit soliden Bilanzen und starken Cashflows oder ertragssteigernde Aktienoptionsstrategien können interessante Alternativen darstellen, ebenso wie Nicht-Kernanleihen, wenn sich durch eine Ausweitung der Spreads Chancen ergeben. Immobilien sind ein weiterer Ansatz, da der anhaltende Konjunkturaufschwung Unterstützung bietet. Auch mittels Private Markets lässt sich das Ertragsprofil eines Portfolios in Anbetracht der Marktverwerfungen und des anhaltenden wirtschaftlichen Aufschwungs verbessern. Private Markets eignet sich aber nur für Anleger, die eine im Vergleich zu traditionellen Anlagen grössere Illiquidität tolerieren können.

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Investment Outlook 2022