Vorbereiten Rechtsformen

Rechtsformen

Welche Rechtsform eignet sich am besten für Ihre Geschäftsidee? Welches sind die jeweiligen Vor- und Nachteile? Hier erhalten Sie einen Überblick.

Einzelunternehmen

Diese Rechtsform eignet sich für Kleinunternehmen mit personenbezogenen Tätigkeiten. Das Einzelunternehmen entsteht mit Aufnahme der selbstständigen Geschäftstätigkeit durch eine natürliche Person. Ein spezieller Gründungsakt ist nicht erforderlich. Der Eintrag ins Handelsregister ist ab einem Jahresumsatz von CHF 100´000 zwingend, sofern ein nach kaufmännischer Art geführtes Unternehmen betrieben wird. Die Buchführung ist ebenfalls zwingend, wenn eine Eintragungspflicht in das Handelsregister besteht. Die Eintragung des Einzelunternehmens in das Handelsregister hat zur Folge, dass die Firma rechtlichen Schutz geniesst und dass der Inhaber des Einzelunternehmens der Konkursbetreibung unterliegt.

+ Inhaber ist Alleineigentümer
+ keine rechtlichen Kapitalanforderungen
+ geringer administrativer Aufwand
+ keine Formalitäten bei Gründung notwendig

– unbeschränkte, persönliche Haftung
– keine Arbeitslosenversicherung
– geringere Kreditwürdigkeit
– Konkursbetreibung nach Eintragung in das Handelsregister

Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)

Sie eignet sich für kleinere, stark personenbezogene Unternehmen. Sie besteht aus mindestens einem Gesellschafter und verfügt über mindestens CHF 20´000 Stammkapital. Alle Gesellschafter sind zur gemeinsamen Geschäftsführung berechtigt und verpflichtet, sofern die Statuten keine andere Vorschrift über die Geschäftsführung enthalten. Die Gesellschafterversammlung wählt die Revisionsstelle, wobei Gesellschaften, die nicht mehr als zehn Vollzeitstellen im Jahresdurchschnitt haben, unter gewissen Voraussetzungen auf die Durchführung einer Revision verzichten können (Opting-out).

+ niedriges Stammkapital erforderlich, auf das die Haftung beschränkt ist (vollständig einzubezahlen bei Gründung)
+ eigene Rechtspersönlichkeit
+ ohne Liquidation in eine Aktiengesellschaft wandelbar
+ nur eine Person als Gründer notwendig

– Stammanteile nur durch schriftliche Verfügung übertragbar. Statuten können gesetzliche Übertragungsbeschränkungen verschärfen oder aufheben
– hohe formelle Anforderungen bei der Gründung (öffentliche Beurkundung, Handelsregister, Statuten usw.)
– Namen der Gesellschafter werden im Handelsregister eingetragen

Aktiengesellschaft (AG)

Für fast alle gewinnorientierten Unternehmen eignet sich die Aktiengesellschaft. Der Verwaltungsrat wird durch das oberste Organ, die Generalversammlung, bestimmt. Die Generalversammlung wählt ebenfalls die Revisionsstelle, wobei Gesellschaften, die nicht mehr als zehn Vollzeitstellen im Jahresdurchschnitt haben, unter gewissen Voraussetzungen auf die Durchführung einer Revision verzichten können (Opting-out). Die Aktionäre haften ausschliesslich mit dem investierten Kapital.

+ Trennung von privatem und geschäftlichem Vermögen, Haftung nur mit dem Aktienkapital
+ einfache Handelbarkeit der Gesellschaftsanteile (Aktien) bei gleichzeitiger Möglichkeit von vertraglichen oder statutarischen Einschränkungen
+ hohe Kreditwürdigkeit
+ Besitzverhältnisse sind nicht öffentlich

– Mindestkapital von CHF 100´000 erforderlich, davon mindestens CHF 50´000 einbezahlt bei Gründung
– hohe formelle Anforderungen bei der Gründung (öffentliche Beurkundung, Handelsregister, Statuten usw.)
– Mitbestimmung durch Aktionäre und Verwaltungsrat möglich

Kollektivgesellschaft

Diese Personengesellschaft dient kleineren, stark personenbezogenen Unternehmen. Sie entsteht durch Abschluss des Gesellschaftsvertrags unter mindestens zwei Gesellschaftern (diese müssen natürliche Personen sein). Die Kollektivgesellschaft muss im Handelsregister eingetragen werden und hat keine eigene Rechtspersönlichkeit, kann aber unter eigenem Namen auftreten, Betreibungen einleiten und betrieben werden.

+ Gesellschaftervertrag regelt die Kompetenzen
+ keine Kapitalanforderungen
+ primär haftet das Gesellschaftsvermögen

– Mitspracherecht der Gesellschafter führt zu verringerter Selbstständigkeit
– subsidiäre, unbeschränkte, solidarische Haftung mit Privatvermögen
– Haftung der Gesellschafter auch noch während fünf Jahren nach dem Ausscheiden aus der Gesellschaft
– Gesellschafter unterliegen der Konkursbetreibung
– Konkurrenzverbot der Gesellschafter ausser bei Zustimmung aller anderen Gesellschafter
– für Start-ups nicht geeignet

Kommanditgesellschaft

Eine Gesellschaftsform für Spezialfälle, z. B. wenn externe Investoren beigezogen werden. Diese nennen sich Kommanditäre (natürliche oder juristische Personen). Diese haften bis zum Betrag einer Einlage, der sogenannten Kommanditsumme. Die Komplementäre haben die Geschäftsführung inne (nur natürliche Personen). Die Geschäftsanteile wie auch die Erfolgsbeteiligung regelt der Gesellschaftsvertrag. Die Kommanditgesellschaft muss im Handelsregister eingetragen werden. Sie hat keine eigene Rechtspersönlichkeit, kann aber unter eigenem Namen auftreten, Betreibungen einleiten und betrieben werden.

+ primäre Haftung des Gesellschaftsvermögens
+ Kommanditäre haften subsidiär und solidarisch und nur im Umfang der Kommanditsumme
+ klare Trennung von operativer Führung und Finanzinvestoren

– Komplementäre haften subsidiär, solidarisch und unbeschränkt
– Kommanditäre und Komplementäre haften noch während fünf Jahren nach ihrem Ausscheiden aus der Gesellschaft weiter
– Komplementäre unterliegen der Konkursbetreibung
– für Start-ups nicht geeignet

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