Mehr über Markttrends erfahren Supertrends. Treibende Kräfte.

Supertrends. Treibende Kräfte.

Was haben der Hollywood-Blockbuster «Crazy Rich Asians», die Gelbwesten-Proteste in Frankreich und die Freitagsdemonstrationen für den Klimaschutz gemeinsam? Sie sind Belege für die umfassenden gesellschaftlichen Veränderungen, über die wir vor zwei Jahren bei der Lancierung unserer fünf Supertrends berichtet haben. Politische Umwälzungen haben Veränderungen bei der wirtschaftspolitischen Ausrichtung zur Folge, während demografische Trends technologische Innovation und veränderte Präferenzen und Anforderungen nach sich ziehen.

Anleger können auf diese Veränderungen reagieren oder versuchen, mit ihnen Schritt zu halten. Genau das streben wir mit unseren fünf Supertrends an. Sie decken eine breite Palette aktueller Themen ab, darunter Sicherheit, Infrastruktur, demografischer Wandel, Einfluss der nächsten Generation, Umwelt und Technologie. Die Supertrends legen den Schwerpunkt auf aus struktureller Sicht treibende Kräfte und reagieren weniger anfällig auf Schwankungen im Wirtschaftszyklus. Mit ihnen beabsichtigen wir eine Verbesserung des allgemeinen Risiko-Ertrags-Profils eines Portfolios und wollen den breiteren Markt auf lange Sicht übertreffen.

Wir sind nach wie vor fest von diesen Trends überzeugt. Zudem haben wir einige neue Blickwinkel eingebracht und legen einen stärkeren Fokus auf die bestehenden Themen Infrastruktur und Technologie.

Weltweit vollzieht sich ein Wandel vom politischen Establishment hin zu populistischen Führungskräften und Aussenseitern, die eine Priorisierung nationaler Interessen versprechen. Laut der schwedischen Denkfabrik Timbro sind populistische Parteien in jedem dritten europäischen Land an der Regierung beteiligt. In den USA verstärken sich die Anzeichen einer weiteren Polarisierung der Gesellschaft im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen 2020. Der Wandel zu einer multipolaren Welt zeigt sich auch in den Handelsspannungen der USA mit China. Unseres Erachtens sind Unternehmen aus dem Sicherheitsbereich, nationale Champions und Marken in den Industrieländern und Konsumunternehmen in den Schwellenländern am besten positioniert.

Infrastrukturinvestitionen sind im vergangenen Jahr etwas in den Hintergrund gerückt, denn die schwelenden globalen Handelsspannungen und die steigenden Zinsen belasteten den Sektor. An der fundamental guten Verfassung hat sich jedoch nichts geändert. Das Thema wird daher unseres Erachtens in diesem Jahr wieder Aufmerksamkeit auf sich ziehen, da die Belastungsfaktoren nachlassen und sich neue Katalysatoren abzeichnen. Hier ist vor allem Chinas Initiative für eine neue Seidenstrasse zu nennen, mit der das Land nach Europa drängt und in der Region die Infrastrukturinvestitionen ankurbeln dürfte. Auch die Bemühungen der G20-Staaten, den Privatsektor dabei zu unterstützen, mehr in die öffentliche Infrastruktur zu investieren, sollten sich in höheren Investitionen niederschlagen.

Die Technologieinvestitionen hatten einen guten Start ins Jahr 2019 und schaffen so ein positives Umfeld für unseren Supertrend «Technologie im Dienste der Menschheit». Strukturelle Wachstumstrends werden diesen Supertrend unseres Erachtens weiter begünstigen. Der Wettlauf zwischen den USA und China um die führende Weltmarktposition in den Segmenten künstliche Intelligenz (KI) und Automatisierung stellt einen langfristigen Katalysator für den Ausbau des 5G-Netzwerks, der Verbreitung von KI-Anwendungen und die digitale Automatisierung dar. KI und Automatisierung dürften auch für die digitalen Gesundheits-, Bildungsmärkte und Fintech zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Im Mittelpunkt des Supertrends «Silver Economy – in den demografischen Wandel investieren» steht die Prognose, dass sich die Zahl der Senioren weltweit von derzeit knapp unter einer Milliarde bis 2050 auf über zwei Milliarden verdoppelt. Der demografische Wandel hat sich in den letzten Jahren auf globaler Ebene beschleunigt und setzt seine starke Dynamik fort. Interessant an diesem Supertrend ist, dass sich die Alterung der Bevölkerung ungeachtet der Lage der Weltwirtschaft, der Politik und anderer eher mittelfristiger Treiber fortsetzen und dabei neue Erfordernisse in Bereichen wie Gesundheits-, Versicherungs- und  Finanzierungslösungen sowie Konsum und Wohnsituation mit sich bringen wird.

Die Millennials stellen mittlerweile sowohl aus politischer als auch aus wirtschaftlicher Sicht eine einflussreiche Bevölkerungsgruppe dar. Heute stellen Unternehmen nicht nur Dienstleistungen und Produkte für die Generation Y (20 bis 35 Jahre alt), sondern auch zunehmend für die Generation Z (unter 20 Jahren) zur Verfügung. Die Generation Z steht an der Spitze der globalen Bewegung zum Klimawandel und fördert damit den Fokus der Unternehmen auf ökologische Verantwortung und Nachhaltigkeit. Ihr Einfluss erstreckt sich auch auf die Bildung, da die Technologie eine immer wichtigere neue Möglichkeit darstellt, Wissen zu vermitteln und Qualifikationen zu erwerben. Was die Freizeit anbelangt, so beflügeln sie die Beliebtheit von Social Gaming und eSports.