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«Wir gehören zu den Vorreitern bei nachhaltigen Immobilienanlagen»

Das Interesse an nachhaltigen Anlagen ist ungebrochen hoch. Das ist nicht weiter verwunderlich. Denn nachhaltige Anlagen entsprechen dem Zeitgeist und lohnen sich gleich mehrfach. Lesen Sie mehr im Gespräch mit Andreas Wiencke - Leiter ESG-Solutions bei Credit Suisse Asset Management Global Real Estate.

Herr Wiencke, Credit Suisse Asset Management setzt stark auf Nachhaltigkeit – insbesondere auch im Immobilienbereich. Ist Global Real Estate durch den aktuellen Nachhaltigkeitstrend beeinflusst?

Andreas Wiencke: Nachhaltige Anlagen entsprechen dem Zeitgeist, das ist zwar korrekt und wir stellen auch fest, dass sich das Bewusstsein dafür und dessen Stellenwert positiv verändert haben. Ebenso sind Investoren sensibilisierter für das Thema Nachhaltigkeit. Allerdings setzt Global Real Estate von Credit Suisse Asset Management bereits seit über 15 Jahren auf nachhaltiges Bauen, nachhaltiges Immobilienmanagement und einen verantwortungsbewussten Umgang mit Ressourcen. Wir gehören zu den Vorreitern nachhaltiger Lösungen bei Immobilienanlagen.

Sie sprechen implizit von einer steigenden Nachfrage. Lässt sich diese quantifizieren?

Gemäss dem Forum für Nachhaltige Geldanlagen (FNG)1 werden in der DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) nachhaltige Anlageprodukte mit einem verwalteten Vermögen von rund CHF 500 Mia. verwaltet. Allein auf die Schweiz entfallen gut CHF 250 Mia. Dies entspricht einem Zuwachs von 72 % gegenüber dem Vorjahr. Immobilienanlagen sind in der Schweiz besonders wichtig und machen 22 % aller nachhaltigen Anlagelösungen aus, gleich hinter Aktien mit rund 27 %.

Weshalb sind Immobilienfonds so wichtig für die Anleger?

Im anhaltenden Niedrigzinsumfeld sind Immobilien unverzichtbarer Bestandteil einer ausgewogenen Portfoliozusammensetzung. Der Grund: Sie korrelieren wenig mit anderen Anlageklassen und verzeichnen robuste Renditen. Immobilien sind aber auch für einen Grossteil des globalen Energieverbrauchs verantwortlich. Es ist daher sehr zentral, mit einem umfassenden Nachhaltigkeitsansatz im Immobilienbereich aktiv zu sein. Dies ist bei Global Real Estate seit Jahren der Fall, und genau das wollen auch die Anleger.

Welches sind nebst dem Anlegerverhalten die wichtigen Wachstumstreiber?

Die Regulatoren nehmen eine wichtige Rolle ein und fordern vermehrt nachhaltige Finanzanlagen. Sie verlangen, dass die Finanzindustrie einen aktiven Beitrag zur Erreichung der Ziele für eine nachhaltige Entwicklung leistet. Dazu gehören insbesondere die von den Vereinten Nationen verabschiedeten 17 nachhaltigen Entwicklungsziele – auch bekannt als Sustainable Development Goals (SDGs) – und die Prinzipien für nachhaltiges Investieren (PRI), ebenfalls von den Vereinten Nationen formuliert. Zudem verpflichtet das Pariser Klimaabkommen alle Staaten zur Reduktion der Treibhausgasemissionen. Gleichzeitig haben viele Marktteilnehmer erkannt, dass die Berücksichtigung von Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien, den so genannten ESG-Kriterien, langfristig Mehrwert schafft und zu einem verbesserten Rendite-Risiko-Verhältnis führt.

ESG- und Impact Investing mit drei Produkten

Um erfolgreich zu sein, ist ein umfassender Nachhaltigkeitsansatz erforderlich. Was macht Global Real Estate konkret?

Unser Ziel ist es, Anlegern Zugang zu innovativen Immobilienanlagen zu bieten, die wertbeständig sind und ein verantwortungsbewusstes Ressourcenmanagement umfassen. Wir betrachten Nachhaltigkeit daher über die gesamte Wertschöpfungskette: Von der Planung und Entwicklung von Bauvorhaben über das Betriebsmanagement bis hin zu Renovationen oder Rückbauten. Nebst der konsequent nachhaltigen Ausrichtung und Optimierung von Liegenschaften geht es auch um die Schaffung von Transparenz für Anleger. Sie wollen die Nachhaltigkeit von Anlagen messen und vergleichen können.

Wie erreichen Sie dieses Ziel?

Wir wenden diverse, international anerkannte Gebäudelabels an, haben ein umfangreiches Gebäudeoptimierungsprogramm bei unseren Immobilien installiert und nehmen am jährlichen ESG-Benchmarking GRESB2 teil. Damit erhalten Anleger detailliert Einblick in die Nachhaltigkeitsperformance der Immobilien und können diese miteinander vergleichen. Die Anlagegefässe von Global Real Estate überzeugen jeweils durch die hohe Transparenz ihrer ESG-Performance. Zu unserer Strategie zählt auch die klare Produktpositionierung mit drei ESG-Immobilienfonds. Diese drei Fonds verfolgen einen spezifischen Nachhaltigkeitsansatz in ihrer Anlagestrategie und folgen den Prinzipien der SDGs und PRI.

Was zeichnet diese drei ESG-Immobilienfonds aus?

Alle drei Fonds investieren in energie- sowie in ressourceneffiziente und schadstoffarme Liegenschaften, und reduzieren ihre CO2-Emissionen. Im Bereich Governance stehen bei den drei ESG-Immobilienfonds die Arbeitsbedingungen und Ethikstandards, Gesundheit und Sicherheit sowie der Ausschluss von Mietern aus unethischen Branchen  im Fokus.

Nebst dem ESG-Ansatz, der Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien berücksichtigt, ist Impact Investing zusehends ein Thema.

Das ist korrekt. Während ESG für den umfassenden Nachhaltigkeitsansatz bei Immobilien steht, zielt Impact Investing darauf ab, eine bestimmte soziale oder ökologische Wirkung zu erzielen. Wir sind davon überzeugt, dass sich auch bei Impact-orientierten Anlagen mindestens Marktrenditen erzielen lassen. Die drei spezifischen Fonds vereinen gleichermassen ESG- und Impact-Investing-Kritieren. Bei allen übrigen Anlagegefässen von Global Real Estate fokussieren wir uns, wie bereits thematisiert, auf Gebäudelabels, Gebäudeoptimierung und den GRESB-Performance-Benchmark.

Wie sehen Sie die Entwicklung von nachhaltigen Immobilienanlagen in den kommenden Jahren?

Nachhaltige Immobilienanlagen sind kein vorübergehendes Phänomen. Sie bieten Anlegern die Möglichkeit, attraktive Renditen zu erzielen und gleichzeitig einen Beitrag für die nachhaltige ökologische und soziale Entwicklung zu leisten. Eine der Herausforderungen für die Anbieter ist es, die Nachhaltigkeit transparent aufzuzeigen. Nur so werden die Anleger die mit mehr Nachhaltigkeit assoziierten kurzfristigen Kosten mit den langfristigen Vorteilen in Einklang bringen und sich noch stärker in solchen Immobilienanlagen engagieren. Die Digitalisierung wird uns dabei helfen. Sie erlaubt es, effizienter zu werden und die notwendigen Informationen und Daten besser aufzubereiten.