Neue Perspektiven auf dem Organtransplantationsmarkt
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Neue Perspektiven auf dem Markt für Organtransplantationen

Organtransplantationen helfen Gesamtkosten zu senken. Nierentransplantationen werden von allen Organtransplantationen mit grossem Abstand am häufigsten durchgeführt (66 % der 2016 insgesamt transplantierten Organe).1 Trotz hoher Kosten wurde durch mehrere Studien zur Gesundheitsökonomie belegt, dass dieser Prozess kostensparend sei. Eine dieser Studien kommt zum Schluss dass Nierentransplantationen bei allen Spendertypen trotz hohen Kosten für periphere Organe und innovativen Praktiken bei Lebendspenden kosteneffizient sind.2

Die Zahl der weltweiten Organtransplantationen steigt

Zwischen 2000 und 2016 stiegen die weltweiten Organtransplantationen von rund 40’000 auf etwa 135'000 per annum (Summe der Nieren-, Herz-, Lungen-, Leber-, Bauchspeicheldrüsen- und Dünndarmtransplantationen).3 Es würden noch wesentlich mehr Organtransplantationen vorgenommen, gäbe es nicht schwerwiegende Hürden, die zu langen Transplantationswartezeiten führen. So ist beispielsweise die Zahl der Patienten, die jedes Jahr auf US-amerikanische Transplantationswartelisten hinzugefügt werden – ungefähr 50’000 – verschwindend gering im Vergleich zu den rund 730’000 Menschen, die jedes Jahr in den USA an terminalen Organerkrankungen sterben.4

Die Hürden, die eine weitere Erhöhung der Transplantationsanzahl erschweren

Es gibt drei Herausforderungen, die angegangen werden müssen: Spender-Empfänger-Zuordnung, Mangel an verfügbaren Organen und Lebens- und Funktionsdauer der transplantierten Organe. Für jede dieser Herausforderungen können digitale Gesundheitsunternehmen Lösungen anbieten. Dieser Thematic Insight konzentriert sich vor allem darauf, wie der Mangel an verfügbaren Organen angegangen werden kann und wie die transplantierten Organe länger funktionsfähig bleiben können.

Spender-Empfänger-Zuordnung

Das Problem der Organzuordnung ist kompliziert, da hierbei eine Vielzahl verschiedener Faktoren berücksichtigt werden muss. Eine der Haupteinschränkungen ist die Zeit, die ein Organ ausserhalb des Körpers frisch gehalten werden muss, bis es den Spende-Empfänger erreicht. Diese Tatsache verhinderte bis anhin, dass Transplantationszentren die Merkmale ihrer Patienten auf der Warteliste an weit entfernte Krankenhäuser weitergaben. Wenn allerdings der Transport der Organe verbessert wird, sollten mehr passende Zuordnungen in einem geografisch grösseren Gebiet möglich sein.

Every year, tens of thousands of Americans receive new organs. However, an average of about 8,000 people die every year waiting for the organs they need. 

Alexandra Ossola5

Die Auseinandersetzung mit dem Mangel an verfügbaren Organen

Der weltweite Mangel an Transplantationsorganen wird seit geraumer Zeit als eine wichtige Herausforderung für die öffentliche Gesundheit erachtet – die Weltgesundheitsorganisation (Genf) schätzt, dass nur 10 % des weltweiten Transplantationsbedarfs abgedeckt werden können.6

Es gibt zwei Hauptgründe für den Mangel an verfügbaren Organen: Einerseits gibt es nicht genügend potenzielle Spender, die das Dokument zur erlaubten Nutzung ihrer brauchbaren Organe im Fall von Hirntod mit sich führen. Mehrere Regierungen haben bereits damit begonnen, ihre Bevölkerung auf dieses Thema zu sensibilisieren. Spanien konnte beispielsweise grosse Erfolge bei der Steigerung der Organspenden verzeichnen, wobei dies durch eine eher kontroverse Gesetzesänderung erreicht wurde: In Zusammenhang damit wird am häufigsten das «Opt-out-System» (bzw. die Widerspruchslösung) für Organspenden als Erfolgsfaktor genannt. Opt-out bedeutet, dass angenommen wird, dass ein Patient der Organspende zustimmen würde, auch wenn er sich nie als Spender registriert hat.7

Zweitens beschädigen die aktuellen Transportmethoden, bei denen Organe auf Eis gelegt werden, oftmals die Organe. Diese Schäden können mit zunehmender Dauer bis zur Organimplantation auch noch zunehmen. Jüngste Entwicklungen bieten vielversprechende Lösungsansätze hierfür: Wenn die entnommenen Organe in einem besseren Zustand am Leben erhalten werden können, eignen sich wesentlich mehr Organe für eine Transplantation, wodurch der Radius der Organversorgung erheblich vergrössert werden kann. Eine interessante, innovative Technologielösung stellt die «Organ-in-a-Box»-Lösung dar: Das Organ Care System (OCS) fungiert als eine Intensivstation in Miniaturausführung, die Organe am Leben hält. Dies geschieht durch Beibehaltung eines natürlichen Zustands, der den menschlichen Körper nachahmt, sodass die Organe auf dem Weg zum Empfänger transplantierbar bleiben können.8

Lösung von TransMedics

Abbildung 1: Lösung von TransMedics

Quelle: TransMedics (2019): Discover the OCS Multi-Organ Platform Technology, URL: www.transmedics.com/ocs-hcp, 13.05.2019

Transplantierte Organe länger funktionsfähig halten

Die Lebensdauer einer transplantierten Niere beträgt durchschnittlich zwischen 15 und 20 Jahre. Funktioniert die Niere nicht mehr, wird der Patient erneut auf die Warteliste für eine Spenderniere gesetzt. Allerdings gestaltet sich eine zweite oder sogar eine dritte Transplantation zunehmend schwieriger, da die Suche nach einer guten Übereinstimmung zwischen Spender und Empfänger immer komplexer wird. In der Praxis führt dies oftmals dazu, dass sich Patienten über längere Zeit oder sogar für den Rest ihres Lebens einer Dialysebehandlung unterziehen müssen. Um dies zu vermeiden, sollte zum Beispiel die Verlängerung der Lebensdauer von transplantierten Nieren prioritär behandelt werden.9

Vor Kurzem wurden Tests zur Patientenüberwachung nach Transplantationen eingeführt. Diese können den Organstress messen und helfen bei der Ergreifung von Massnahmen gegen Organversagen. In vielen Fällen kann schon eine Anpassung der Dosis von Immunsuppressiva dabei helfen, ein Organ erfolgreich transplantiert und ordnungsgemäss funktionsfähig zu erhalten. Der AlloSure-Test von CareDX ist der erste und einzige nicht invasive Test, mit dem die Organgesundheit durch direkte Messung einer eventuellen Allotransplantatverletzung bewertet werden kann. AlloSure kann eine aktive Abstossung akkurat feststellen, was ein besseres Management der Nierentransplantierten ermöglicht. AlloSure ist ein klinisch und analytisch validierter, nicht invasiver Bluttest, der die zellfreie DNA des Spenderorgans («donor-derived cell-free DNA», dd-cfDNA), ein Indikator für Nierenschädigung, misst.10

Lösung von CareDx

Abbildung 2: Lösung von CareDx

Quelle: Allosure (2019): Cell-free DNA: a clear biomarker, URL: www.allosure.com, 13.05.2019

Zellfreie DNA (cfDNA) ist ein Biomarker: Dabei handelt es sich um fragmentierte DNA im Blut, die auf Zellschädigung und Zelltod hinweist. Wenn eine Transplantatschädigung auftritt, nimmt die zellfreie DNA des Spenderorgans im Blut zu. Die Messung der cfDNA ist eine genaue, nicht invasive Option zur Überwachung von Nierentransplantationen und ermöglicht dem Arzt beispielsweise Medikamentendadaptionen oder die Beurteilung, ob Organstress von anderen Faktoren, wie z. B. schlechtbefolgter Medikamenteneinnahme, herrührt. Eine frühzeitige Erkennung verbessert den langfristigen Erfolg der Organtransplantation – eine Information, die alle Transplantationskrankenhäuser zwingend veröffentlichen müssen.

Warum es wichtig ist

Für chronisch Nierenkranke beispielsweise ist eine Nierentransplantation in der Regel eine wesentlich attraktivere Option als chronische Dialyse. Selbst wenn die Dialyse zuhause anstatt in einem Dialysezentrum durchgeführt werden kann (Heimdialyse), ist der Prozess dennoch zeitaufwändig und geht mit hohen Kosten und verschiedenen medizinischen Risiken einher. Wartelisten sind jedoch lang und könnten noch länger werden. Trotz hoher Transplantationskosten werden sie selbst von Leistungsträgern in der Regel bevorzugt, da die Gesundheitsökonomie aufgrund der geringeren Kosten für die chronische Pflege recht positiv ausfällt. Lange Wartelisten stellen niemanden zufrieden und werfen zudem die schwierige Frage auf, wie verfügbare Organe am besten den Kandidaten zugeordnet werden können. Mithilfe besserer Datenbanken für die Spender-Empfänger-Zuordnung, Fortschritten beim Organtransport, die wiederum die Anzahl verwendbarer Organe steigern kann, sowie Tests zur Vorhersage des Gesundheitszustandes des implantierten Organs sollte der Organtransplantationsmarkt so transformiert werden können, dass zukünftig deutlich mehr Patienten von transplantierten Organen profitieren können.

Fazit

Organtransplantationen nehmen zu, werden aber immer noch durch Spender-Empfänger-Zuordnung, mangelnde Verfügbarkeit von Spenderorganen sowie zu frühem Versagen transplantierter Organe eingeschränkt. Für diese Herausforderungen bieten digitale Gesundheitsunternehmen Lösungen an, die sich positiv auf die Anzahl der Transplantationen und die Warteliste auswirken könnten. Denn ohne Berücksichtigung dieser grundlegend neuen Ansätze wird sich der allgemein erhoffte Anstieg von Transplantationen schwierig gestalten. Nur durch die Kombination dieser neuen Ansätze kann der gesamte Transplantationsbereich revolutioniert werden, wodurch wesentlich mehr Patienten, aber auch Kostenträger von transplantierten Organen profitieren können.

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Fonds Charakteristika
Credit Suisse (Lux) Global Digital Health Equity Fund

Quelle: Credit Suisse, 31. Mai 2019

Fondsmanagement

Credit Suisse Fund Management S.A.

Portfoliomanager

Credit Suisse Asset Management (Schweiz) AG, Zürich
Thomas Amrein; Christian Schmid 
Fondsmanager seit 14. Dezember 2017
Fondsdomizil Luxemburg
Fondswährungen USD, EUR, CHF
Fondsauflegung 14. Dezember 2017
Verwaltungsgebühren p.a. Für Anlageklassen A, B, und BH: 1.60%; für Anlageklasse EB und EBH: 0.90%
Für Anlageklassen IB und IBH: 0.90%; für Anlageklassen UB und UBH: 1.00%
TER (geschätzt) Klassen A, B und BH 1.90%, Klassen EB, EBH, IB und IBH 1.20%, Klassen UB und UBH 1.30%
Maximaler Ausgabeaufschlag 5% für alle Anlageklassen ausser Klassen IB, IBH, EB und EBH (maximal 3%)
Single Swinging Pricing (SSP)1 Ja
Benchmark MSCI World (NR)
Anlageklassen Klasse B, IB, UB, EB in USD, Klasse BH, IBH und UBH in EUR, Klasse BH und UBH in CHF
ISIN Klasse B in USD: LU1683285164  Klasse UB in USD: LU1683288424
Klasse IB in USD:  LU1683285750 Klasse UBH in EUR: LU1683288770
Klasse IBH in EUR:  LU1683285834 Klasse EB in USD2: LU1683287707
Klasse BH in EUR:  LU1683285321 Klasse BH in CHF: LU1683285248
Klasse UBH in CHF: LU1683288697 Klasse EBH in EUR2: LU1683287889
Klasse EBH in CHF2 LU1796813662 Klasse A in EUR: LU1877633989
Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass eventuell nicht alle Anteilklassen in Ihrem Land verfügbar sind.

1 SSP ist ein Verfahren zur Berechnung des Nettoinventarwerts (NAV) eines Fonds. Ziel ist es, die bestehenden Anleger vor der Finanzierung indirekter Transaktionskosten zu schützen, die durch ein- und austretende Anleger verursacht werden. Bei Nettozuflüssen wird der NAV am jeweiligen Bewertungstag nach oben, bei Nettoabflüssen hingegen nach unten angepasst. Die Anpassung des NAV kann im Hinblick auf den Nettomittelfluss einem Schwellenwert unterliegen. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem Verkaufsprospekt.

2 nur für instituonelle Anleger.

Fondsrisiken
Credit Suisse (Lux) Global Digital Health Equity Fund

  • Kein Kapitalschutz: Anleger können den in dieses Produkt investierten Betrag ganz oder teilweise verlieren.
  • Politische Entwicklungen betreffend den Gesundheitssektor könnten sich in erheblichem Masse negativ auf den Digital-Health-Sektor auswirken.
  • Das Engagement in Small und Mid Caps kann zu einer höheren kurzfristigen Volatilität führen und Liquiditätsrisiken in sich bergen.
  • Aufgrund des Schwerpunkts auf hoch innovative Unternehmen kann die Volatilität deutlich erhöht sein.
  • Aktienmärkte können volatile sein, besonders kurzfristig.

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