Bankgeschäft Verantwortungsvolle Anlageprodukte und –dienstleistungen

Verantwortungsvolle Anlageprodukte und –dienstleistungen

Die Kundennachfrage nach Produkten und Dienstleistungen, die ökologische, soziale und Governance-Kriterien berücksichtigen, wächst kontinuierlich. Die Credit Suisse bietet Anlegern eine breite Palette an Anlageprodukten und Dienstleistungen, die der Gesellschaft und Umwelt einen Nutzen bringen sollen, wie beispielsweise Impact-Investment-Produkte und Green Bonds.  

Immer mehr Privatkunden, gemeinnützige Stiftungen und institutionelle Kunden wie zum Beispiel Pensionskassen wollen eine finanzielle Rendite mit einer positiven sozialen und ökologischen Wirkung kombinieren. Daher baut die Credit Suisse ihr Produkt- und Dienstleistungsangebot mit ökologischem und sozialem Schwerpunkt weiter aus.

Im Jahr 2017 haben wir das Impact Advisory and Finance Department (IAF) gegründet. Es hat zum Ziel, Projekte und Initiativen zu unterstützen, die positive wirtschaftliche und gesellschaftliche Auswirkungen haben und gleichzeitig finanzielle Renditen erzielen. Das IAF berichtet direkt an den CEO und leitet und koordiniert entsprechende Aktivitäten innerhalb der Gruppe. Das IAF ermöglicht und fördert Impact-Investing-Aktivitäten in der ganzen Bank, damit Vermögensverwaltungskunden, institutionelle Kunden wie auch Firmenkunden von Vorteilen profitieren können. 

Impact Investing

Beim Impact Investing geht es um die aktive Platzierung von Vermögen in Unternehmen, die sowohl finanzielle Renditen als auch messbare, positive Effekte auf Gesellschaft und/oder Umwelt erzielen. Das Impact-Investing-Geschäft der Credit Suisse umfasst per Ende 2017 betreute Vermögen von mehr als USD 3,3 Milliarden (Vermögenswerte in von der Credit Suisse verwalteten Investmentfonds und -strukturen) und über USD 670 Millionen an Kundenbeständen. Im Jahr 2017 feierte die Credit Suisse auch ihr 15-jähriges Jubiläum im Bereich Impact Investing. 

Finanzielle Integration umfasst die Bereitstellung des Zugangs zu Finanzdienstleistungen für Menschen am unteren Ende der Einkommenspyramide. Wir sind seit 2002 führend im Bereich Mikrofinanz und finanzielle Integration mit betreuten Vermögen von ca. USD 2,9 Milliarden, die für die Finanzierung von Mikrofinanzinstitutionen verwendet werden und von denen rund USD 413 Millionen von Kunden gehalten werden. Dies umfasst eine Reihe von Anlagen für private und institutionelle Kunden. Ausserdem bieten wir mehrere globale Mikrofinanzfonds, strukturierte Produkte und einen Private-Equity-Dachfonds an. 

Im Bereich höhere Bildung stellen wir Unterstützung für talentierte, aber unterprivilegierte Studierende bereit. Wir verschaffen ihnen durch entsprechende Anlageprodukte Zugang zu einem Hochschulstudium und ermöglichen ihnen dadurch bessere Beschäftigungsaussichten und ein höheres Einkommen. Unsere sechs Higher Education Notes – die letzten beiden wurden 2017 lanciert – sind ein Beispiel für diese Aktivitäten. Ausserdem treten wir als Impact-Berater für den Asia Impact Investment Fund I L.P. auf. Dieser investiert in rasch wachsende Unternehmen, die soziale Herausforderungen in Asien angehen. 

Bei der Naturschutzfinanzierung geht es um Kapital, das in ein Ökosystem investiert wird, um einen oder mehrere Cashflows zu generieren. Diese Struktur erlaubt einen langfristigen Schutz des zugrunde liegenden natürlichen Kapitals und bietet den Anlegern zugleich einen finanziellen Ertrag. Bislang genutzte marktorientierte Ansätze stützen sich primär auf direkt mit einem Ökosystem verbundene Strategien – z. B. Kompensations- und Ausgleichszahlungen – oder indirekte Ansätze, wie die Zertifizierung nachhaltig erzeugter Güter aus einem bestimmten Ökosystem. Unseren Untersuchungen zufolge könnten wohlhabende Privatpersonen, institutionelle Anleger und sogar ganz normale Privatanleger die für den Erhalt der wichtigsten Ökosysteme der Welt benötigten USD 200-300 Milliarden an Anlagekapital im Jahr aufbringen.

Die Credit Suisse ist in diesem Bereich seit 2014 aktiv, als wir die Nature Conservation Notes lancierten. Dieses Produkt beinhaltet Anlagen in nachhaltige Agroforstwirtschaft und den Schutz von Ökosystemen sowie ein Portfolio nachhaltiger Anleihen. Die Notes ermöglichen die Unterstützung von Naturschutzaktivitäten in 15 bis 20 Ländern und die Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung lokaler Gemeinschaften in diesen Ländern durch die Erträge aus Projekten, die vom Luxemburger Impact-Investment-Fonds Althelia Climate Fund finanziert werden. Durch den Verkauf nachhaltiger zertifizierter Rohstoffe und durch Zahlungen für Ökosystemleistungen werden finanzielle Erträge für die Anleger des Fonds erwirtschaftet. Mit der Finanzierung von gemeinschaftsbezogenen Organisationen und von Massnahmen zum Schutz der Biodiversität und von Gewässern sowie zur Bekämpfung des Klimawandels werden soziale und ökologische Effekte erzielt. Seit 2015 veranstalten wir jährlich die Anlegerkonferenz zum Thema Naturschutzfinanzierung in unserer Niederlassung in New York, und 2016 – neben der Mitarbeit an den Berichten «Conservation Finance – From Niche to Mainstream» und «Levering Ecosystems» – gehörten wir zu den Gründungsmitgliedern der Coalition for Private Investment in Conservation (CPIC). Weitere Informationen zu CPIC erhalten Sie auf unserer Webseite Vereinbarungen und Mitgliedschaften.  

Im Bereich soziale Unternehmen bieten wir finanzielle Unterstützung für kleine und mittlere Unternehmen, die soziale Ziele verfolgen. 

Green Finance 

Im Lichte der Bemühungen, einen ausgewogenen und nachhaltigen Umgang mit den natürlichen Ressourcen unseres Planeten zu finden, besteht eindeutig Bedarf an einem Zugang zu neuen Energiequellen, Rohstoffen und sauberen Technologien. Die Finanzierung von Anlagen, die eine umweltverträgliche Entwicklung unterstützen – bekannt als Green Finance – gewinnt deshalb an Bedeutung und Ausmass.

Unsere Green-Finance-Aktivitäten fassen eine Vielzahl von Anlageklassen zusammen, die darauf abzielen, den Übergang zu einer kohlenstoffarmen und klimaresistenten Wirtschaft zu fördern, indem die Kompetenz verschiedener spezialisierter Abteilungen in allen unseren Divisionen zum Tragen kommt. Im Bereich der Vermögensverwaltung umfasst unser Angebot beispielsweise eine Reihe von Fonds, die auf Nachhaltigkeit und nachhaltige Immobilien sowie auf Produkte und Dienstleistungen im Bereich Naturschutzfinanzierung ausgerichtet sind. Im Investment Banking bieten wir Beratung für Kunden auf Käufer- und Verkäuferseite in den Bereichen Fusionen und Übernahmen, Projekt- und Unternehmensfinanzierung sowie Anleihen- und Aktienemissionen für öffentliche und private Platzierungen an. Die Credit Suisse hat sich seit 2010 bei rund 100 Transaktionen mit einem Wert von USD 77 Milliarden im Bereich der erneuerbaren Energien engagiert. Darüber hinaus haben wir im Jahr 2017 Kunden bei einer Reihe von Green-Bond-Emissionen unterstützt. In unserer Division Global Markets arbeitet das HOLT-Team der Credit Suisse an der Einbeziehung von Daten über CO2-Emissionen in ihre Aktien-Research-Plattform mit dem Ziel, es den Anlegern zu ermöglichen, die CO2-Intensität und die CO2-adjustierte Rendite im Zusammenhang mit der operativen Leistung zu beurteilen. Schliesslich befasst sich Energy Infrastructure Partners der Credit Suisse als Investment Manager mit Spezialisierung auf Anlagen in den europäischen Energiesektor mit Direktinvestitionen in die kapitalintensiven Teile der Wertschöpfungskette, wie Energieübertragung, -erzeugung, -speicherung und -effizienz.

Ein weiterer Bereich von Green Finance sind Green Bonds. Green Bonds sind festverzinsliche Lösungen, die zur Bekämpfung des Klimawandels und der Umweltzerstörung beitragen. Ein Green Bond entspricht einer normalen Anleihe, aber die Erlöse dürfen nur für Projekte oder Vermögenswerte verwendet werden, die einen klaren Umweltnutzen bieten. Die Credit Suisse finanziert verschiedene Aktivitäten, die den Übergang unserer Kunden zu nachhaltigerem Investieren beschleunigen. Einige Aktivitäten unserer Kunden werden durch unser neues Green-Bond-Programm finanziert, das durch das Green-Bond-Framework geregelt wird. Das Framework stimmt mit den Green-Bond-Prinzipien überein, denen wir 2014 zugestimmt haben, und ist darauf ausgelegt, die höchsten Standards im Hinblick auf Transparenz und Offenlegung zu erfüllen. 2017 haben wir das Schweizer Entsorgungsunternehmen Helvetia Environnement bei der Platzierung seiner ersten grünen Unternehmensanleihe unterstützt und dem Kanton Genf bei der Emission der ersten grünen Kommunalanleihe in Schweizer Franken geholfen. 

Nachhaltige Anlagen

Nachhaltige Anlagen sind in den vergangenen Jahren zu einem schnell wachsenden Marktsegment geworden, wobei die Nachfrage von institutionellen Anlegern, gemeinnützigen Stiftungen und jüngeren Kunden besonders stark angestiegen ist. In Studien von Thinktanks und Wissenschaftlern wurden vor allem institutionelle Anleger als die treibende Kraft für die steigende Nachfrage nach nachhaltigen Anlagen identifiziert. 

Basierend auf den persönlichen Werten und Zielen unserer Kunden bieten wir nachhaltige Anlagelösungen an, bei denen Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigt werden, um die Ziele finanzieller Erträge mit sozialen und/oder ökologischen Effekten zu kombinieren. Dieses Angebot umfasst strategische Beratung, Portfolio Health Checks, Beratungs- und Vermögensverwaltungsmandats-Lösungen sowie individuelle Nachhaltigkeitsportfolio-Berichte. Wir arbeiten laufend am Ausbau unseres entsprechenden Angebots an nachhaltigen Produkten und entwickeln neue Lösungen über alle Anlageklassen hinweg, mit einem besonderen Fokus auf nachhaltige Beratungs- und Vermögensverwaltungsmandate.

Beim Screening und beim Aufbau von Portfolios wenden wir eine Kombination nachhaltiger Anlageansätze an. Mit dem Ausschlussansatz vermeiden wir Beteiligungen an Unternehmen, die im Zusammenhang mit bestimmten Tätigkeiten stehen, die aus einer ESG-Perspektive (ökologische, soziale oder Governance-Perspektive) als umstritten angesehen werden könnten, wie etwa Glücksspiel. Der normenbasierte Ansatz reduziert das Portfolioengagement in Unternehmen, die an umstrittenen Geschäftsaktivitäten beteiligt sind. Über den Best-in-Class-Ansatz ermitteln wir Unternehmen, die innerhalb einer Vergleichsgruppe positiv im Hinblick auf ESG-Kriterien abschneiden. Hierfür bewerten wir ihre Fähigkeit zum erfolgreichen Umgang mit ESG-bezogenen Themen, wie etwa CO2-Ausstoss oder Arbeitsbedingungen. Mithilfe von Anlagen in Bereichen, die direkt mit Nachhaltigkeitsaspekten in Verbindung stehen, wie beispielsweise Energieeffizienz, Wasser, Bildung oder das Gesundheitswesen, soll das Nachhaltigkeitsprofil des Portfolios weiter verbessert werden. 

Ergänzend zu unseren Portfoliolösungen setzen wir Nachhaltigkeit auch durch einzelne nachhaltige Anlageprodukte um, beispielsweise im Credit Suisse (CH) Sustainability Fund Balanced CHF, im Credit Suisse (Lux) European Climate Value Property Fund, im CSIF (Lux) Equities Emerging Markets Sustainability Blue und im CSIF III World ex CH Sustainability Index Blue – Pension Fund. 

Credit Suisse Global Real Estate (ehemals Real Estate Investment Management) betrachtet Nachhaltigkeit als wesentliche Bedingung für die Entwicklung und das Management seiner Immobilienbestände. Seine aktive Nachhaltigkeitsstrategie adressiert zunehmende regulatorische Anforderungen und soll den Rahmen für ein zukunftsfähiges Immobilienportfolio schaffen. 

Sustainable Research

Wir führten 2017 divisionsübergreifend Research mit Einbezug von Nachhaltigkeitsthemen durch. Beispielsweise veröffentlichte Investment Solutions & Products Research in der Division International Wealth Management zahlreiche Research-Updates zu Nachhaltigkeitsthemen. Im Mai 2017 lancierte das Team eine Reihe von Research-Themen, die sogenannten Supertrends. Hierbei handelt es sich um langfristige Trends, bei denen wir erwarten, dass sie insbesondere für Anleger mit einem mehrjährigen Anlagehorizont wichtig sein werden. 

Das Credit Suisse Research Institute (CSRI) ist der Thinktank der Credit Suisse. Das Institut untersucht langfristige wirtschaftliche Entwicklungen, die sich global innerhalb und ausserhalb der Finanzdienstleistungsbranche auswirken oder dies in Zukunft tun könnten. Das CSRI veröffentlicht eigene Studien zu verschiedenen Themen, von Wirtschaft oder Geldpolitik über die Gleichstellung der Geschlechter bis hin zum Verbraucherverhalten.

Im Investment Research veröffentlichen wir globale volkswirtschaftliche Einschätzungen und Marktausblicke. Eine unserer zentralen Research-Publikationen für Kunden untersuchte 2017 die Rolle der Corporate Governance in Familienunternehmen.

Über das thematische Research befassen wir uns zudem mit ESG-Aspekten (ökologischen, sozialen und Governance-Aspekten). Das Global Markets Equity Research der Credit Suisse hat eine Methode entwickelt, um die Wahrscheinlichkeit der Erzielung von implizierten Renditen bei Infrastrukturinvestitionen zu berechnen. Credit Suisse HOLT, ein Team bei Equities, das sich mit der Unternehmensperformance und der Bewertung börsenkotierter Unternehmen befasst, bietet ein Governance-Rahmenwerk an, das 2500 Anreizpläne gestützt auf deren Orientierung an vermögensbildenden Prinzipien und an Best Practices für leistungsabhängige Vergütungen systematisch beurteilt. Die Anleger erhalten Einblicke in die Strategie eines Unternehmens, in Strategieänderungen und in die Qualität des Verwaltungsrats.