Bankgeschäft Risikomanagement und Nachhaltigkeit

Risikomanagement und Nachhaltigkeit

Für unseren Geschäftserfolg ist es entscheidend, dass wir unsere Tätigkeit verantwortungsvoll ausüben. Von unseren Mitarbeitenden erwarten wir dabei Professionalität, Integrität sowie die Einhaltung von anwendbaren Rechtsvorschriften, Sorgfaltspflichten und Branchenstandards. Nachhaltigkeitsaspekte sind fester Bestandteil unseres Risikoprüfungsverfahrens.

Risikobewusstes Handeln bei all unseren Geschäftsaktivitäten und verantwortungsvolles Verhalten sind entscheidend für unseren Erfolg. Die angemessene Berücksichtigung potenzieller Risiken bezüglich Umwelt und Menschenrechten ist deshalb ein fester Bestandteil unserer internen Risikoprüfung.

So werden Risiken überprüft

Es gehört zur Geschäftspolitik der Credit Suisse, auf Dienstleistungen und Transaktionen zu verzichten, die nicht im Einklang mit bestehenden Abkommen oder internen Vorgaben und Weisungen stehen. Falls Grund zur Annahme besteht, das ein potenzielles Geschäft ein inakzeptables Risiko birgt, kommt ein bankweit standardisierter Reputations-Risiko-Prüfungsprozess zur Anwendung.

Potenzielle Risiken können etwa aufgrund von Art und Zweck einer geplanten Transaktion oder Dienstleistung entstehen, aufgrund der Identität oder Aktivität eines potenziellen Kunden oder des regulatorischen und politischen Umfelds, in dem eine Transaktion stattfindet. Auch Risiken bezüglich Umwelt und Menschenrechten werden in diesem Prozess geprüft.

Wenn eine Transaktion ein entsprechendes Risiko birgt, klärt die interne Fachstelle Sustainability Affairs ab, ob die Aktivitäten des Kunden mit den jeweiligen Branchenstandards im Einklang stehen und ob das Geschäft unseren spezifischen Weisungen und Richtlinien entspricht.

Auf dieser Grundlage erstellt Sustainability Affairs eine Einschätzung und legt diese einem vom jeweiligen Unternehmensbereich unabhängigen Verantwortlichen (dem Reputational Risk Approver) oder dem entsprechenden Risikokomitee vor. Diese haben die Befugnis, die Beteiligung an einer Transaktion zu erlauben, mit Auflagen zu versehen oder abzulehnen. Bei besonders komplexen oder regions­übergreifenden Transaktionen kann die Entscheidung an das Reputational Risk Sustainability Committee (RRSC) oder den Global Reputational Risk Approver herangetragen werden. Das RRSC, dem der Chief Risk Officer der Gruppe vorsitzt, trägt die oberste Verantwortung für die Überwachung von Prüfungsprozessen und Richtlinien sowie für die Diskussion von Reputationsrisiken und Nachhaltigkeitsthemen.

Sektorweisungen und -Richtlinien

Es gibt Wirtschaftszweige, die in sozialer oder ökologischer Hinsicht besonders exponiert sind, wie unter anderem die Bereiche Öl und Gas, Bergbau, Stromerzeugung sowie Forst- und Agrarwirtschaft inklusive der Zellstoff- und Papierindustrie sowie der Palmölproduktion. Zur Beurteilung möglicher Transaktionen mit Kunden aus diesen Branchen hat die Credit Suisse spezifische, weltweit gültige Weisungen und Richtlinien festgelegt. Diese definieren Umwelt- und Sozialstandards, deren Einhaltung wir von unseren Kunden erwarten, die in sensitiven Branchen tätig sind, und berücksichtigen Standards internationaler Organisationen wie der UNO oder der Weltbank.

Unsere Sektorweisungen und -Richtlinien umfassen unter anderem folgende Themen:

  • Einhaltung sektorspezifischer, international anerkannter Standards bezüglich Umwelt und Menschenrechten
  • Massnahmen zur Berücksichtigung und zum Schutz der Umwelt
  • Schutz der Gesundheit und der Sicherheit der Mitarbeitenden der jeweiligen Unternehmen und umliegender Gemeinschaften
  • Berücksichtigung der Menschenrechte der regionalen Bevölkerung.

Unsere Weisungen enthalten auch Geschäftsfelder und -praktiken, deren Finanzierung die Credit Suisse ausdrücklich ausschliesst. Die Weisungen und Richtlinien werden zudem regelmässig überprüft und aktualisiert. Im Jahr 2017 haben wir unsere Richtlinien für die Stromerzeugung konsolidiert, die unter anderem Einschränkungen bei der Finanzierung von neuen Minenprojekten für thermische Kohle und von neuen Kohlekraftwerken beinhalten. Darüber hinaus haben wir unser Rahmenwerk zur Sorgfaltspflicht bei Aktivitäten mit Schieferöl und -gas aktualisiert und führten Diskussionen darüber, wie sich die Rechte indigener Völker expliziter in den Unternehmensweisungen berücksichtigen lassen. Ausserdem haben wir unseren Risikobeurteilungsprozess in Bezug auf den Schutz von UNESCO-Welterbestätten überprüft.

Equator Principles

Neben eigenen Sektorweisungen und -Richtlinien befolgt die Credit Suisse auch die Equator Principles (EP), ein freiwilliges Rahmenwerk für den Umgang mit ökologischen und sozialen Risiken, das Banken der Finanzierung bestimmter Arten von Industrie- und Infrastrukturprojekten zugrunde legen und welches auf den Umwelt- und Sozialstandards der International Finance Corporation (IFC) basiert. Bereits rund 90 internationale Finanzdienstleister haben die EP übernommen. Damit verpflichten sie sich dazu, Industrie- und Infrastrukturprojekte vor einer Finanzierungs- oder Beratungszusage mittels Verträglichkeitsprüfung analysieren zu lassen und Kunden aufzufordern, mögliche negative Folgen der Projekte durch konkrete Massnahmen zu reduzieren (z. B. Reduktion von Luft-, Wasser- oder Bodenverschmutzung, Konsultation und/oder Beteiligung der Lokalbevölkerung). Die Credit Suisse gehörte 2003 zu den Erstunterzeichnern der EP und ist in dessen Steering Committee sowie in der Equator-Principles-Arbeitsgruppe «External Relations» vertreten.

Für unsere Berichterstattung 2017 gemäss den Vorgaben der Equator Principles III, siehe hier.

Komplexität als Herausforderung

Wir anerkennen die Bedeutung verschiedener Industriesektoren für die Weltwirtschaft. Gleichzeitig sind die potenziellen Auswirkungen auf lokale Gemeinschaften und auf die Umwelt zu berücksichtigen.

Unsere Geschäftstätigkeit bringt es bisweilen mit sich, dass wir über kontroverse Geschäfte entscheiden müssen, bei denen die Folgen für Umwelt und Gesellschaft – je nach Perspektive – unterschiedlich beurteilt werden. So nehmen etwa Unternehmen aus exponierten Sektoren häufig eine volkswirtschaftlich zentrale Rolle bei der globalen Rohstoff- und Energieversorgung ein. Zudem sind sie nicht selten wichtige Arbeitgeber in oftmals wirtschaftsschwachen Regionen. Gleichzeitig anerkennen wir, dass Aktivitäten dieser Unternehmen in manchen Fällen erhebliche Auswirkungen auf Klima, Biodiversität, Wasserressourcen oder die Einwohner eines bestimmten Gebiets haben können. Für potenzielle Transaktionen mit Unternehmen in sensitiven Branchen führt die Credit Suisse deshalb eine umfassende Analyse zur Identifizierung und Kontrolle dieser Risiken durch.  So streben wir hohe Standards der Risikoprüfung und Interessenabwägung an.