Jugendbarometer 2018: Einblick in die Welt der Millennials
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Jugendbarometer 2018: Einblick in die Welt der Millennials

Unser Report beleuchtet die Ansichten und Sorgen junger Menschen in aller Welt. Wir untersuchen, wie die Generation der Millennials sich die Zukunft vorstellt und wie ihre Werte zur Verbreitung neuartiger Geschäftsmodelle beitragen.

Die Befragten im Alter zwischen 16 und 25 Jahren äussern sich stellvertretend für ihre Generation in Brasilien, Singapur, der Schweiz und den USA. Zwar weisen die Ansichten und Sorgen der Jugendlichen in den vier Ländern Ähnlichkeiten auf, die bei der Umfrage berücksichtigt wurden, doch gibt es einige signifikante Unterschiede, und die Schweiz hebt sich dabei deutlich ab.

Die Digital Natives haben eine ambivalente Haltung zur digitalen Revolution

Es ist kaum verwunderlich, dass Technologie für Jugendliche ein wichtiges Thema ist. Unsere Umfrageteilnehmer sind «Digital Natives», und obwohl ihre Eltern sich noch an die analoge Welt erinnern können, sind sich die Jugendlichen nicht vollends darüber im Klaren, was es bedeutet, offline zu sein. Bis zu 80 Prozent der von uns Befragten halten sich täglich zwei oder mehr Stunden im Internet auf.

Ist das vielleicht der Grund dafür, dass die Technologiebranche so viele junge Menschen mit grosser Angst aber auch grosser Hoffnung erfüllt? Der Grossteil der Befragten in den USA, Brasilien und Singapur befürchtet, der digitalen Revolution «zum Opfer zu fallen» und in der Folge davon den Arbeitsplatz zu verlieren oder keine Arbeitsstelle zu finden. Andererseits gilt eine Beschäftigung im Technologiesektor als die beste Berufswahl.

Interessanterweise ergeben sich für die Schweiz ganz andere Trends. Der Grossteil der Schweizer Jugendlichen scheint eher immun zu sein gegenüber den Anreizen und Defiziten der digitalen Revolution, obwohl der Einsatz neuer Technologien auch unter Schweizer Jugendlichen weit verbreitet ist. Sie rechnen in geringerem Mass damit, dass ihre Arbeitsplätze verloren gehen, sie träumen weniger von einer IT-Karriere und scheinen nicht der Meinung zu sein, dass Social Media und Online-Netzwerke einen grossen Einfluss auf ihre Berufschancen haben könnten.

Zukunft der Arbeit: Anteil der Befragten, die befürchten, dass es für ihren Beruf zukünftig keinen Bedarf mehr geben könnte

79

USA

34

Schweiz

74

Brasilien

76

Singapur

Bevorzugte Branchen

75

USA
IT- / Tech-Branche

56

Schweiz
Unterrichts- / Bildungswesen

72

Brasilien
IT- / Tech-Branche

75

Singapur
IT- / Tech-Branche

Ein neuer Eigentumsbegriff

Teilen ist für die «Digital Natives» eine Selbstverständlichkeit. Neue Technologien machen die gemeinsame Nutzung von Dingen mit fremden Personen einfacher und sicherer. Dank der Sharing Economy können Jugendliche Geld sparen und darüber hinaus Güter und Dienstleistungen nutzen, die sie sich sonst nicht leisten könnten: Autos, Urlaubsunterkünfte, Kredite (Crowdfunding). Die Sharing Economy hat auch Auswirkungen auf den Eigentumsbegriff, da viele junge Menschen dadurch ein grosses Angebot an Dingen nutzen können, ohne ihr Eigentümer zu sein. Die rasante Verbreitung der Sharing Economy ist aber auch auf ideologische Gründe zurückzuführen: Den Millennials liegt ein nachhaltiger Umgang mit vorhandenen Ressourcen am Herzen.

Trotz der wachsenden Beliebtheit des Teilens ist das Eigentum noch nicht abgeschrieben. Dinge, die einem lieb und wertvoll sind, will eine Mehrheit doch weiterhin für sich alleine haben.

Die Verbreitung der Sharing Economy (Anteil der Befragten, die einen Sharing-Dienst nutzen)

61

USA

43

Schweiz

48

Brasilien

53

Singapur

Das bereitet den Jugendlichen Sorgen

Es gibt einen markanten Unterschied zwischen den Sorgen der Jugendlichen in der Schweiz und den Befragten in anderen Ländern, in denen die Umfrage durchgeführt wurde. Die Altersvorsorge ist die grösste Sorge der jungen Schweizer. Nachdem dieses Anliegen in der letzten Umfrage noch Platz drei belegte, ist die Altersvorsorge nun an die Spitze vorgerückt, wahrscheinlich aufgrund des Referendums zur Altersvorsorge und der damit einhergehenden Berichterstattung in den Medien im vergangenen Jahr. Den nächsten Platz belegen Probleme rund um das Thema Zuwanderung und Asylsuchende. Diese beiden Themen scheinen etwas weniger wichtig geworden zu sein, und das Zusammenleben zwischen Jugendlichen und jungen Ausländern wird in der Schweiz als immer harmonischer beurteilt (2010: 11 Prozent; 2018: 33 Prozent).

Bei den Befragten aus anderen Ländern standen Arbeitslosigkeit, die Geschlechterungleichheit, Korruption und Terrorismus an oberster Stelle.

Die grösste Sorge

41

USA
Arbeitslosigkeit

53

Schweiz
AHV / Altersvorsorge

40

Brasilien
Korruption

37

Singapur
Arbeitslosigkeit